Fünf Jahre Bassblütentherapie - fünf Kurze mit den Veranstaltern Rigo, Martin und Robert

Elias Dominguez

Musik, zu der man losgelöst von der Zeit feiern und tanzen kann - dafür steht die Bassblütentherapie. Am Samstag feiern die Veranstalter das fünfjährige Bestehen ihrer Partyreihe in Schmitz Katze. fudder-Autor Elias Dominguez hat sich davor mit ihnen auf fünf Kurze getrofen.



Verdammte Parkplatzsuche in der Stadt. Ich werde zu spät zu meinem Treffen mit Rigo, Martin und Robert kommen, den drei Köpfen der Bassblütentherapie-Partys. Ich hoffe, die drei Jungs haben vielleicht mehr künstlerische als deutsche Werte und sind auch spät dran. Doch da werde ich direkt enttäuscht. Es ist 19:35 Uhr, und in der Schachtel ist nichts los, bis auf drei Typen, in ihrer Mitte sechs Kölsch, leer. Ich stelle mich vor. Die nächste Runde wird bestellt.


Rigo, 36, Robert, 34, sind Brüder. ihre Eltern kamen noch vor Roberts Geburt aus Nordrhein-Westfalen nach Weisweil, einer kleinen Gemeinde nördlich des Kaiserstuhls. Gemeinsam machen sie nicht nur Party, sondern auch Punk- und Metal-Hardcore-Musik. Daher auch ihr eigentlicher Name. Sie sind die Dorfpunkx Ghetto Crew. Martin, 29, ist hingegen gebürtiger Augsburger. Er wuchs auch dort auf. Bevor es ihn nach Freiburg zog, studierte er Design in Aachen.

In Freiburg angekommen, fand er bei der Wohngemeinschaft der Brüder ein Dach über dem Kopf. "Es war wie Liebe auf den ersten Blick", sagt Rigo und lacht. Nach langer Überzeugungsarbeit ließ sich auch Martin dazu bewegen, mit den zwei Brüdern aufzulegen. Am Anfang waren sie viel in der KTS und dem seit 2014 geschlossenen KGB unterwegs. Dort haben sie sich an den Decks auch einen Namen erarbeitet.

Erste eigene Partys haben sie mehr aus Zufall veranstaltet. Das KGB suchte kurzfristig nach Ersatz für eine Veranstaltung. martin und Robert übernahmen Aufbau und Deko, Rigo zum ersten Mal die Organisation der Party. Eine Arbeitsverteilung, die sich bis heute bewährt hat - und weit über das Veranstalten der Bassblütentherapie-Partys hinaus geht. Auch Partys wie die Reihen Camera Obscura im Balz Bambii und Terra Incognita im White Rabbit veranstalten die drei.

Wirklich negative Erlebnisse hatten sie in den vergangenen fünf Jahren nie. Zwar hatte einmal ein Besucher im Wohnzimmer, dem kleinen Floor der Schmitz Katze, mit Pfefferspray herumgesprüht. Doch das Öffnen der Fenster und Räumen der Tanzfläche half schnell. Mit Discjockeys hatten Rigo, Robert und Martin auch nur einmal ein wirkliches Problem. Dieser überschätzte sich, schaute zu tief ins Glas. Entsprechend das Set. Doch die drei nahmen ihm das nicht krumm. Ganz im Gegenteil. Sie haben immer noch Kontakt zu ihm. Martin hebt auch heute noch den positiven Aspekt dieses Abends hervor. Er konnte nämlich eine halbe Stunde länger auflegen. Stets optimistisch sein, den Gast-DJs und Gästen zu einer guten Zeit verhelfen - dafür lohnt sich der Aufwand.

Fünf Jahre - fünf Kölsch

Inzwischen sind wir bei der fünften Runde Kölsch angekommen. Zeit für einen Ausblick. Rigo, Martin und Robert wollen in den kommenden Jahren vielleicht auch einmal ein Festival ausrichten. Erfahrung und Know-How bringen sie mit. Doch sie zeigen sich bescheiden. Das liege in weiter Ferne, sagen sie. Vielleicht bespielen sie davor erst einmal die eine oder andere Stage auf einem anderen Festival. Bis es so weit ist, starten sie eine Podcastreihe auf Soundcloud. Dort werden sie Live-Mitschnitte eigener Sets aber auch Mixe und Mitschnitte befreundeter Discjockeys veröffentlichen. Die Podcastreihe soll eine Plattform sein, auf der sich die Künstler ausleben dürfen.

Apropos ausleben. Am Samstag haben sie zum fünften Geburtstag Crussen eingeladen. Der in Oslo lebende Discjockey steht für treibend-verspielten, trippigen Tech House. Musik, zu der man losgelöst von der Zeit feiern und tanzen kann. Das ist schlussendlich auch der Grund, warum sie schon so lange im Game sind. Harte Arbeit, minimaler Ertrag, maximaler Spaß. Veranstaltungstechnisch möchten sie deshalb eigentlich alles beim Alten belassen.

Wir stoßen noch ein letztes Mal an. Zumindest für mich ist es das letzte Mal. Rigo, Robert und Martin entscheiden sich, noch eine Weile zu bleiben. Inzwischen sind auch zwei Freunde von ihnen mit an den Tisch gekommen. Sie gehören zur Bassblüten-Crew. Ich trinke aus und verabschiede mich - bis zur Party am Samstag.

Don Kanalie - Pour Agnès

Quelle: Soundcloud


Martin van Morgen - Treppenschacht

Quelle: Soundcloud


Mehr dazu:

Was: Fünf Jahre Bassblütentherapie w/ Crussen, Don Kanalie, Martin van Morgen
Wann: Samstag, 18. Juni 2016, 23 Uhr
Wo: Schmitz Katze