fudders Papst-Ticker: Der heiße Draht zum Heiligen Vater

Manuel Lorenz

In 255 Tagen ist es soweit: Der Papst kommt nach Freiburg! Wie kann man aber mit ihm in Kontakt treten, wenn man vorab schon mal ein paar Dinge loswerden oder einfach nur Salle sagen will? Die Internetplattform Pope2you wirbt damit, dem Papst Nachrichten zu übermitteln. Ob's geklappt hat?



Die Telefonnummer Gottes lautet vermeintlich 5015. Damit ist Psalm 50,15 gemeint, wo geschrieben steht: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten.“ Wie aber erreicht man seinen Stellvertreter, den Papst?   Zum Beispiel über die Internetplattform Pope2you. Dort wird jedenfalls versprochen, dem Papst Grußkarten schicken zu können. Die Plattform sieht gänzlich anders aus als der Petersdom, nämlich jung und einigermaßen aufgeräumt. Auf der linken Seite ist ein Bild von lachenden Jugendlichen abgebildet, die vor einem weißen Laptop sitzen; darüber sind Schlagwörter aufgelistet, die Jetztzeitigkeit suggerieren: Facebook, iPhone und YouTube. Nur Twitter fehlt in diesem Reigen.


Enttäuschend: Wenn von „Grüßen an den Papst“ die Rede ist, meint Pope2you damit digitale Grußkarten mit Bilder und Worten Benedikts XVI. Und auch die Facebook-Applikation entpuppt sich als Farce: Hierbei handelt es sich ebenfalls nur um einen digitalen Grußkartenservice mit Imprimatur. Eine Möglichkeit, sich mit einem User namens Joseph Ratzinger, Benedikt Sechzehn oder Pontifex Maximus zu befreunden, sucht man hingegen vergeblich.



Den heißen Draht nach (fast ganz) oben herzustellen, ist also doch schwerer als gedacht. Und wahrscheinlich müssen wir uns tatsächlich noch neun Monate gedulden, um ihm zumindest aus der Masse heraus irgendwas entgegenrufen zu können. Oder um zumindest seiner ansichtig zu werden.

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  [Bild: dpa]