fudders Nightlife-Guru beim Freiburger Studentenball

Nightlife-Guru

Knotentanz, Ballkleid, Smoking: Der Nightlife-Guru hat in ganz gepflegtem Rahmen das Tanzbein geschwungen. Bevor er sich in die Ballmetropole Wien aufmacht, testet er dieses ganz neue Erlebnis doch lieber erstmal in Freiburg beim Studentenball. So war es:



Die Tür

Nicht ohne Grund hat sich der Nightlife-Guru in die schicksten Klamotten, die er in der hintersten Ecke seines Schranks finden konnte, geworfen. Abendgarderobe ist erwünscht. Strenge Türsteher? Fehlanzeige. Die Security-Menschen mustern den Nightlife-Guru nicht mal eine Sekunde und er darf sich direkt zum Einlass bewegen.

Anhand seines Namens erhält er Zutritt zu den heiligen Hallen des Peterhofkellers. Ein bisschen VIP fühlt sich das schon an – wie Gästeliste eben. Blöd, dass alle anderen auch drauf stehen. Kleines Manko: "Keine Haftung für die Garderobe". Ein wenig bangt der Nightlife-Guru dann doch um seine Ersatzschuhe, schließlich wollte er ja nicht mit verdreckten Tanzschuhen ankommen. Aber in diesem elitären Rahmen wird ja wohl niemand auf dumme Gedanken kommen.
Inneneinrichtung und Deko

Hohe Decken, wunderschönes altes Gewölbe und stimmungsvolles Licht. Eine passendere Location für einen Ball hätte sich der Nightlife-Guru kaum wünschen können. Noch ein bisschen Blumenschischi auf den Tischen und fertig. Der Nightlife-Guru fühlt sich jetzt nicht mehr so overdressed wie in der Tram.

Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Etwas zögernd schreitet der Nightlife-Guru die Treppen in den Peterhofkeller hinunter. Inständig hofft er, dass keine der vor ihm laufenden Damen mit ihren Highheels die Treppe hinunterpurzelt. Sogleich greift er sich einen Sekt und sucht sich einen Stehtisch, um erstmal die anderen Ballgäste zu beobachten. Bisher geht es noch ruhig und verhalten zu. Smalltalk wird bis zur Perfektion betrieben, bis dann letztendlich mit einem klassischen Wiener Walzer die Tanzfläche eröffnet wird.

Ohne Zögern muss der Nightlife-Guru zugeben, nach der ganzen elektronischen Musik in den Bars, hat so eine Liveband wirklich was für sich. Von klassischer Walzermusik bis zu den aktuellen Charts hat die Band alles drauf und die Tanzfläche ist bald voll mit begabten und weniger begabten tanzenden Pärchen. Kleines Highlight ist der Auftritt eines jungen Paares, mit denen an diesem Abend nun wirklich keiner mithalten kann. Das muss wohl jeder der Anwesenden neidvoll zugeben.

Auch der Nightlife-Guru tanzt einen Cha-Cha-Cha nach dem anderen, bis zur späten Stunde sich die Tanzfläche etwas auflockert und auch einzelne Mädels zusammen tanzen und rumhüpfen. Ausgelassen ist die Stimmung, und dass dieser Ball ruhiger und weniger anstrengend als ein Clubbesuch ist, kann der Nightlife-Guru nicht bestätigen, als er sich zum wiederholten Mal die verschwitzte Stirn abwischt – natürlich stilecht mit einem Stofftaschentuch.

Wer war da?

Viele tolle Abendkleider darf der Nightlife-Guru bestaunen – kurz, lang, weit, eng und ein paar ganz wenige Ausrutscher mit zu tiefem Ausschnitt oder einer doch etwas zu knapp bemessenen Länge. Auch die Herren der Schöpfung haben sich nicht lumpen lassen und schreiten in eleganten Smokings – ob mit klassisch schwarzer oder auch mal bunter Fliege – in Richtung Tanzfläche. Erstaunlicherweise ist das Abendkleid-zu-Smoking-Verhältnis relativ ausgeglichen.

Der Nightlife-Guru ist enttäuscht. Er dachte, dass er sich, wie bei Tanzveranstaltungen üblich, einer Horde Mädels gegenüber findet. Dagegen schieben durchgestylte Herren mit Band ihre Damen über die Tanzfläche. Könnte eine Bestätigung sein für das allseits bekannte Klischee, nur noch die Verbindungsstudenten könnten tanzen, denn das können sie an diesem Abend wirklich. Ein bisschen neidisch ist da der Nightlife-Guru schon.

Vereinzelt stehen aber dann doch kleine Mädchengrüppchen an Stehtischen und beobachten mit sehnsüchtigen Blicken die Tanzfläche. Selbst ist die Frau, wäre für sie wohl die Devise, um sich einen der schüchternen oder tanzfaulen Männer zum Tanzen zu angeln.

Catering & Getränke/ An der Bar

Sekt en masse. Der Nightlife-Guru könnte den ganzen Abend mit einem Sektglas in der Hand durch den Peterhofkeller schweben. Die Getränkepreise sind einfach unschlagbar und so süffelt sich der Nightlife-Guru von Glas zu Glas. Langsam steigt ihm der ganze Alkohol in den Kopf und er ist froh, dass ein leichter Essensduft durch den Peterhofkeller weht.

Bereits nach wenigen Sekunden ist das Buffet mit verschiedenen Quichevarianten umringt von Hungrigen. Große Auswahl? Fehlanzeige. Wie schmeckt’s? Hammer. Beschweren will und kann sich der Nightlife-Guru also definitiv nicht. Satt ist er geworden und lecker war es auch.

Aufheiterle

Der berühmt-berüchtigte Knotentanz – schwungvoll und gerne auch mal zum schwindelig werden. Also kaum verwunderlich, dass ein Mädel etwas unsanft auf dem Boden landet. Schadenfreude gehört sich nicht, aber hey – lustig war es trotzdem, solange nichts Ernsthaftes passiert ist.

Aufregerle

Gespräche zu belauschen ist eigentlich nun wirklich nicht das Niveau des Nightlife-Gurus, aber auf der Damentoilette scheint sich die Hälfte der weiblichen Ballgäste versammelt zu haben, um das Make-up aufzufrischen und immer wieder fällt der gleiche Satz: "Dieses Licht ist schrecklich unvorteilhaft."

Bei diesem ätzend gelblich hellen Licht scheint man jede noch so kleine Falte, jeden noch so kleinen Pickeln und auch noch so wenig ausgeprägte Augenringe zu sehen. Beim nächsten Mal also bitte schummrig leuchtendes Licht auf den Toiletten, das auch wirklich jeden Teint zum Strahlen bringt.

Nachts um halb 12 auf dem Klo

Als der Nightlife-Guru auf die Uhr schaut, ist er schockiert: Es ist erst halb 12. Aber wirklich frisch sieht er im Spiegel nicht mehr aus. Seine Füße schmerzen vom Tanzen. Gerne hätte er eines der Waschbecken für ein Fußbad umfunktioniert, doch dank seines tadellosen Auftretens im Smoking besinnt er sich noch einmal. Das wäre nun wirklich in diesem Rahmen nicht angebracht. So schleppt sich der Nightlife-Guru mit ein klein bisschen neu erworbenem Elan zurück auf die Tanzfläche. Ok, zuerst an die Bar – ohne eine kleine Stärkung geht es nicht.

Fazit

Ist der Nightlife-Guru ehrlich, muss er sich eingestehen, dass so ein schicker Ball doch auch etwas für sich hat. Ganz gegen seine Erwartungen, hat er allerdings keinen ruhigen Abend verbracht und seine Füße schmerzen fast schlimmer als nach einer durchtanzten Nacht im Club. Für die nächsten Wochen freut der Nightlife-Guru sich wieder auf das übliche Clubleben, aber wer weiß, vielleicht ist er auch bald mal wieder im Smoking unterwegs.

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[Foto: Nightlife-Guru]