fudders Kürbis-ABC

Julia Wadle

Herbstzeit ist Kürbiszeit, Halloween auch nicht mehr fern und im Supermarkt liegen Körbe voller Kürbisse bereit, um gekauft, geschnitzt und gefuttert zu werden. fudders Kürbis-ABC liefert 26 Fakten über die Panzerbeere, wie Botaniker den Kürbis nennen:



Anbau

Die Kürbissamen können ab April im Haus oder Gewächshaus zu kleinen Setzlingen gezogen werden. Nach dem letzten Frost Mitte Mai können die Setzlinge im Garten angepflanzt werden. Während der Wachstumsphase sollten sie täglich gegossen und der Boden mit einer schwarzen Folie abgedeckt werden, um Verdunstung zu verhindern. Die Pflanzen selbst bekommen durch Löcher in der Folie Licht und sollten regelmäßig gedüngt werden.

Brauchtum

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November feiert man Halloween. Der Brauch wurde von irischen Einwanderern in die USA gebracht und dort populär. Verkleidete Kinder ziehen dort von Haus zu Haus und fragen nach Süßigkeiten. Wer den Kindern nichts gibt, dem spielen sie einen Streich. Seit einigen Jahren werden auch in Deutschland immer mehr Halloweenpartys gefeiert.

Corbis

Der Begriff Kürbis leitet sich vom lateinischen Begriff corbis ab, der übersetzt Korb oder Gefäß bedeutet.

Dauer der Lagerung

Kürbisse kann man an einem kühlen, trockenen Ort mehrere Monate lagern. Besonders lange bleiben die Früchte haltbar, wenn man sie in Netzen aufhängt. Angeschnittene Kürbisse bleiben dagegen im Kühlschrank nur rund drei Tage frisch. Auch ausgehöhlte Kürbisse werden nach einer Woche unansehnlich. Eingefroren hält sich der Kürbis rund acht Monate.

Einkauf

Besonders aromatisch schmecken kleinere Kürbisse, da sie ein festeres Fruchtfleisch und einen intensiveren Geschmack haben als größere Exemplare. Wichtiger noch als die Größe des Kürbisses ist der Stiel. Da die Früchte ohne Stiel häufig Fäulnisbakterien enthalten, sollte man diese nicht kaufen.

Frost

Da die meisten Kürbisarten aus warmen Ländern in Lateinamerika stammen, sind sie sehr kälteempfindlich und vertragen keinen Frost. Flaschenkürbisse sind besonders empfindlich. Sie können daher erst nach dem ersten Frost gepflanzt werden und müssen vor dem ersten Frost im Herbst geerntet werden.  

Giftigkeit

Kürbisgewächse - Zucchini, Gurken, Melonen und Kürbisse - können giftige Cucurbitacine bilden. Der Bitterstoff ist meist herausgezüchtet, kann aber in Einzelfällen trotzdem produziert werden. Wenn eine Frucht betroffen ist, schmeckt sie bitter und ungenießbar. Auch Kochen kann den giftigen Stoff nicht neutralisieren.

Hokkaido-Kürbis

Der aus Japan stammende Hokkaido-Kürbis gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Kürbissorten in Deutschland. Der etwa ein Kilogramm schwere, orangerote Kürbis schmeckt nussig. Anders als beim klassischen Halloween-Kürbis kann seine Schale mitgegessen werden, was die Zubereitung erheblich vereinfacht.  

Inhaltsstoffe

Im Kürbis stecken viele wichtige Vitamine und Mineralien. Dazu gehören die Vitamine A und E, die das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und die Zellen vor freien Radikalen schützen. Das Kalium im Kürbis kann Bluthochdruck senken. Glücklich macht die orangene Frucht auch: Das darin enthaltene L-Tryptophan wird vom Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt.

Jack O‘Lantern

Die Tradition, wilde Fratzen in Kürbisse zu schnitzen und mit einem Licht im Inneren schaurig leuchten zu lassen, kommt aus Irland. Der Sage nach machte der irische Hufschmied Jack einen Pakt mit dem Teufel, damit er niemals in die Hölle muss. Da er jedoch zu Lebzeiten geizig und habgierig war, durfte er nach seinem Tod auch nicht in den Himmel. Deshalb muss er mit einer ausgehölten Rübe als Laterne ewig zwischen den Welten herumwandern.

Kerne

Nicht nur aus dem orangene Fruchtfleisch kann man leckere Gerichte zubereiten: Die Kerne im Inneren schmecken roh oder angeröstet lecker und sind aufgrund der ungesättigten Fettsäuren sehr gesund. Die energiereichen Kerne schmecken auf dem Salat, im Müsli oder als Snack zwischendurch. Das in den Kernen enthaltene Phytosterol senkt zudem den Cholesterinspiegel und kann bei Prostatabeschwerden helfen.

Lateinamerika

Das lateinamerikanische Volk der Indios züchtete bereits vor mehreren tausend Jahren Kürbisse. Seefahrer brachten nach der Entdeckung Amerikas im 16. Jahrhundert den Kürbis nach Europa. Die ältesten archäologischen Funde besagen, dass es schon seit 12.000 Jahren Flaschenkürbisse in Peru gibt.

Moschuskürbis

Diese Kürbisart stammt aus Nordamerika und ist grün bis beige, flach und tief eingekerbt. Das Fruchtfleisch ist dunkelorange gefärbt und schmeckt nussig. Den Namen hat diese Kürbisart von seinem Geruch beim Aufschneiden nach Moschus. Zu den Moschuskürbissen gehören der Butternuss-Kürbis und der Muskatkürbis, die häufig in der gehobenen Küche verwendet werden.

Nudelkürbis

Der gelbe Kürbis mit grünen Streifen auf der Außenseite ist länglich und wiegt ein bis zwei Kilogramm. Beim Kochen werden aus dem gelben Kürbisfleisch "Spaghetti". Die Fasern des Kürbisses ziehen sich beim Kochen zu festen, länglichen Fäden zusammen und können wie Spaghetti-Nudeln zubereitet werden, zum Beispiel mit Tomatensoße.   

Oktober

Die meisten Kürbissorten werden im Oktober geerntet. Bei hoher Sonneneinstrahlung und regelmäßigem Düngen kann die Erntezeit aber auch schon Ende August beginnen. Bei der Ernte muss der Stiel am Kürbis bleiben, um die Fäulnis zu verlangsamen. Sobald der erste Frost eingesetzt hat, können die Kürbisse nicht mehr geerntet werden.  

Panzerbeere

Der Kürbis ist kein Gemüse, sondern gehört zu den Beerenfrüchten. Beeren sind gekennzeichnet durch einen einzigen Fruchtknoten in der Mitte der Frucht, der von Fruchtfleisch umgeben ist. Da die Schale der Kürbisse sehr hart ist, wird der Kürbis von Botanikern als Panzerbeere klassifiziert.

Quitten-Kürbis-Chutney

Eine würzig-fruchtige Chutney-Sauce ist nur eine der vielen herbstliche Leckereien, die man aus Kürbissen machen kann. Der Klassiker der Kürbisgerichte bleibt die Kürbis-Creme-Suppe. Aber auch als Beilage zu Kartoffeln, im Salat oder gefüllt mit Hackfleisch sind die orangenen Früchte ein herbstlicher Leckerbissen. Kochbuchautor Hans-Albert Stechl empfiehlt eine Kürbis-Lasagne.

Reife

Wenn der Kürbis einfarbig orange oder grün (je nach Art) geworden ist und sich seine Oberfläche trocken und hart anfühlt, kann man die Klopfprobe machen: Hört es sich leicht hohl an, ist der Kürbis reif. Außerdem ist der Stiel eines reifen Kürbisses trocken und verholzt.

Schnitzen



Tigermotiv

"Katzengesichter in allen Variationen bis hin zum Tiger sind immer sehr gefragt", sagt der Buchheimer Landwirt Jürgen Billmann. Der leidenschaftliche Kürbisschnitzer verziert zwischen 200 und 300 Kürbissen pro Saison für seine Kunden. Auch das Logo des SC Freiburg oder Gruselszenen schnitzt er in die Panzerbeeren. Am beliebtesten sei aber die klassische Gruselfratze, sagt Billmann.

Ufo

Wie ein kleines Ufo sehen die Pattison-Kürbisse aus. Sie wurden bereits von den Inkas in Lateinamerika angebaut. Die kleinen Kürbisse haben einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern, sind essbar und schmecken ein bisschen wie eine Artischocke. Wegen seiner platten, runden Form wird die gelb-grüne Kürbisart auch Bischofsmütze genannt.  

Vielfalt

Es gibt über 100 verschiedene Gattungen und über 850 Arten. Die wichtigsten Arten sind der Garten-, Riesen- und Moschuskürbis.

Werkzeug

Profi-Kürbisschnitzer Jürgen Billmann benutzt für seine Kürbis-Kunstwerke einen angeschliffenen Eisportionierer zum Aushöhlen und Messer für die Schnitzarbeiten. Für den Deckel des Kürbisses braucht man zudem ein langes, scharfes Messer. Zur groben Orientierung kann man das Gruselgesicht vorzeichnen und dann nachschnitzen. Damit der Kürbis an Halloween schaurig leuchtet, fehlt nur noch ein Teelicht oder eine kleine elektrische Lampe in der Frucht.

XXL-Kürbis

Der größte Kürbis der Welt wog laut Guinnessbuch der Rekorde 1054 Kilogramm und konnte nur mit einem Gabelstapler transportiert werden. Der Schweizer Beni Meier nahm 2014 mit seinem Kürbis an der Europameisterschaft in Ludwigsburg teil und stellte dabei einen neuen Weltrekord auf. Die Riesenfrucht hatte einen Durchmesser von 5,72 Metern.   

Yugoslavian Fingers

Diese Kürbisart gehört zu den Zierkürbissen. Essen kann man diese gelben, grünen und roten Früchte aber nicht, da sie Inhaltsstoffe enthalten, die Magenkrämpfe und Übelkeit hervorrufen. Manche Speisekürbisse, wie der Flaschenkürbis, werden aufgrund ihrer außergewöhnlichen Form auch als Dekoration benutzt.  

Zubereitung

Aufgrund der harten Schale ist es nicht leicht, den Kürbis zu zerteilen. Mit einem scharfen Messer oder einem Beil kann man die Frucht in kleine Spalten aufschneiden, mit einem Löffel die Kerne entfernen und anschließend mit dem Messer schälen. Einfacher ist es, ihn vorher im Ganzen für ungefähr 40 Minuten zu kochen und dann den weichgekochten Kürbis zu schälen.

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[Foto via giphy.com]