fudders Jahresrückblick 2014: Die fünf besten Nightlife-Gurus

fudder-Redaktion

Von ganzem Herzen der Feierkultur verschrieben, aber gnadenlos, hart und bisweilen polemisch in seinem Urteil: Auch 2014 war fudders Nightlife-Guru ein unbestechlicher Bewerter des Freiburger Nachtlebens. Welche Partys ihm ganz besonders in Erinnerung bleiben:



1. Jahreswechsel-Schlussverkauf im schwedischen Möbelhaus (2. Januar 2014)


"C'est bien, c'est bien chez les autres." Ein Mann, nennen wir in Pierre, begleitet seine Frau. Sie zeigt ihm Kistchen und Kästchen, Stühle und Schränke, Lampen, Vorhänge und Spiegel. Er nickt zu allem, lehnt alles ab, blickt auf die Uhr und gibt seiner Frau zu verstehen, dass es schon spät sei. Die Frau protestiert. "On vient juste d'arriver", sagt sie. Sie bleibt stehen und beginnt eine Tirade über ihr stressiges Leben und ihren an allem uninteressiertem Mann. Die Stimmung ist angespannt, gereizt."




2. Alternative für Deutschland im Bürgerhaus Zähringen (2. Februar 2014)

"Das Publikum wirkt alt, aber vielleicht ist das auch nur die deutsche Bevölkerung. Ich bilde mir ein, dass es auf der Seite, auf der ich nicht sitze, etwas jünger wird, aber ich will nicht so glotzen. Wenn man bedenkt, dass die drei Bundestagswahl-Spitzenkandidaten der Partei es laut Flyer zusammen auf zwölf Kinder bringen, sind eigentlich recht wenige Kinder da, aber das ist vermutl. auch nur Deutschland."



3. Blut, Schweiß, Party: Der Nightlife-Guru bei den Ostblockschlampen (21. September 2014)

"Ein offensichtlich besoffener junger Mann will von einer Box auf die Hände der Feiernden springen, um auch mal zu stagediven. Als er springt, scheint jedoch niemand den Kerl fangen zu wollen. So landen nun 80 Kilo verschwitzter Druffi auf dem Nightlifeguru, der den Druck nicht hält und in sich zusammen bricht. Die Scherben auf dem Boden tun ihr übriges, der Nightlifeguru blutet. Sein T-Shirt ist auch hinüber."




4. Neil Young & Crazy Horse auf der Foire aux Vins in Colmar (11. August 2014)

"Inhaltlich ist Neil Young an diesem Abend sehr T.C. Boyle-mäßig unterwegs. Er singt von der Liebe zu den Menschen, der Erde, den Völkern. Er ist schließlich nicht nur Rock - und Folkmusiker, sondern auch einer der letzten wirklichen Hippies auf dieser Erde. Und dann steht man auf der Tribüne, Young singt ganz wunderbar "Blowing in the wind", und man denkt nicht nur an die Kriege im Nahen Osten, sondern auch darüber nach, wie viele Menschen, die neben einem stehen wohl Front National gewählt haben und das Atomkraftwerk in 30 Kilometer Entfernung gar nicht so schlimm finden wie man selbst."




5. Dominik Eulberg & Perc im Alten Stinnes Areal (8. Dezember 2014)

"Seit Jahren hält sich das Gerücht, auf den Stinnes-Klos "gehe so einiges". Wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, sollte übel aufs Maul bekommen. Nichts geht da. Nur ein Techno-Kiddie hängt über einer Schüssel und gibt eine Mischung aus Vodka, RedBull und Spinatgnocchi von sich. Oder Salat. Die Spucke, die ihm vom Kinn tropft, sieht jedenfalls grün aus. Sofern man das im Schimmerlicht der Leuchtstoffröhen überhaupt erkennen kann."