fudders Jahresrückblick 2013: Die zehn meistgelesenen Party-Berichte unseres Nightlife-Gurus

fudder-Redaktion

Mann, war das ein Jahr! Unser Nightlife-Guru hat sich 2013 für fudder wieder ins Clubleben gestürzt, auf schlammigen Festivals getanzt, das erste Freiburger Holi Colour Open Air auprobiert und die Westarkaden auf Shoppingtauglichkeit getestet. Hier sind eure zehn liebsten Party-Berichte unseres Nightlife-Gurus:



10. Robag Wruhme in Schmitz Katze - 03. November 2013


"Auf ein Set von Robag Wruhme können Spex-Abonennten, die House und Techno gerne das Bourdieu'sche Theoriegebäude überstülpen, genauso gut tanzen wie der Tobi vom Tuniberg. Entsprechend groß ist die Bandbreite der Gäste. Sie geht von ebensolchen Tobis mit absonderlichen Gel- und Ausrasierfrisuren bis zum Frauentyp Myra."




9. Tagtraum-Festival in Achern 2013 - 10. Juni 2013

"Denn dort feiern DJs und Publikum inzwischen das Leben, die Liebe, die Lust. Bei der Zeltbühne hat sich der Boden nach kurzer Zeit in ein knöcheltiefes Schlachtfeld für Schlammcatchfetischisten verwandelt. Immer größere Lücken bilden sich unter dem tanzenden Volk. Schuhe, Sonnenbrillen, Hüte versinken in braunem Brei."
 



8. Marek Hemmann im Schmitz Katze - 29. April 2013

"Meine Begleitung wird von einem Bekannten mit silbernem Glitzerpuder attackiert. Auditorium-Sauna-Schweiß vermischt sich mit Glitzerstaub, der Silver-Surfer-Look sitzt perfekt. Auf eine der Party-Bienen wirkt dieser Look anziehend. Sie fängt an, das Gemisch aus Schweiß und Silber von den Armen meiner Begleitung zu streichen und ihre Arme damit zu schmücken. Lecker."




7. Tageins im Waldsee - 5. November 2013

"Zwei spanische Erasmusstudentinnen wollen alles mitnehmen, was sich ihnen dieses Jahr in Freiburg darbietet, wollen leben, fühlen, überschreiten. Ein angehender Ingenieur aus der Lombardei geht auf Tuchfühlung mit seiner Begleitung - einer kleinen sizilianischen Philosophiestudentin mit Haarspange und Poncho. Er fährt mehr auf die mechanischeren Klänge ab, die DJ Johannes Albert heute Abend absondert. Sobald's zu soulig wird, die Musik zu beseelt ist, scheint er sich unwohl zu fühlen und flüchtet sich in die Buchstabenlabyrinthe Freiburger Partyflyerlandschaften."
 



6. Auf einen letzten Drink in der Nachtschicht - 1. Juli 2013

"Was isch den des hier wieder für eine Pimmelparade heut'", höre ich - sehr treffend - einen jungen Mann mit La-Martina-Hemd zu seinem stämmigen Kumpels sagen, als ich mich weiter mit Alkohol eindecken will, um das alles - das, was um mich herum geschieht - besser ertragen zu können."




5. Semestereröffnungsparty in der StuSie-Bar - 21. Oktober 2013

Auf dem Klo um halb zwei ...
... steht ein Kerl, der seine Club-Mate auf dem Kopf balanciert und gleichzeitig das Urinal trifft. Respekt dafür, aber ehrlich gesagt, wäre mir eine Horde feierwütiger Jungs lieber - ob auf der Tanzfläche oder auf dem Klo.  




4. Beach Party in Freiamt - 1. Juli 2013

"DJ Sebbi und DJ MatricK wissen, wie sie die Stimmung aufheizen. Auf ein „Zicke-Zacke, Zicke-Zacke“ ins Mikrofon folgt das erwartete „Heu, Heu, Heu“ der Masse. Es ist unheimlich. Vor allem, weil ich diese drei kleinen Worte entweder im Kopf oder ganz leise vor mich hin mitbrummel. Zwischendurch zeigen GoGo-Tänzer auf der Bühne, wofür sie hart trainiert haben. Auch das kommt an. Während die Tänzer das tun, wofür sie bezahlt werden, werden sie eimersaufend beobachtet, mit Handys gefilmt oder kaum beachtet."




3. Café Judenhass mit Henryk M. Broder im Josfritzcafé - 19. Dezember 2013

"Das erste 'Faschist' fällt um 21:03 Uhr. Das 'Schnauze!' - 'Faschist!' - Wechselspiel wiederholt sich im Laufe des Abends regelmäßig mit Varianten. An Broder gerichtet: 'Nehmen Sie die Formulierung zurück!' - aus dem Publikum: 'Halt die Fresse!'“




2. Das Holi Color Open Air in Freiburg - 22. Juli 2013

"So muss es sich anfühlen, wenn man erstickt: Ich hole tief Luft, atme ein, halte die Luft an, schließe die Augen. Das Farbpulver verklebt trotzdem meine Nase, die Luftröhre und die Lungenbläschen. Ich atme schwer, huste, röchle. Ich öffne die Augen, versuche, mich an meinem Gegenüber festzuhalten, und sehe nichts. Alles ist in einer farblosen, bisweilen graubraunen Wolke verschwunden. Ich spüre einen leichten Luftzug. Ich sehe Körper und Gesichter. Ich hebe den Kopf. Der Nebel reißt auf. Ich sehe einen blauen Himmel und pink, gelb, blau, grün und orange bestaubte Figuren. Ich atme ein, atme aus und stelle fest: ich lebe noch"




1. Ein Nachmittag in den Freiburger West-Arkaden - 5. Februar 2013

Nachmittags um 16 Uhr auf dem Klo...
...war wahrscheinlich nichts los. Es ist nämlich so gut versteckt, dass man es selbst mit einem Smartphone ausgerüstet nicht findet. Ich muss dringend, und zwar groß, und da ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der man aus dem Laden geschmissen wurde, wenn man gefragt hat, ob man ausnahmsweise mal die Personaltoilette gebrauchen darf, traue ich mich nicht, zu fragen, ob's 'ne Kundentoilette gibt, und wenn ja, ob ich selbige mal benutzen darf.

Ich schreite fortan breitbeinig durch den Shoppingnachmittag.  

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