fudders Fußball-Philosoph: Schau nicht nach oben, SC Freiburg!

Veit-Lorenz Cornelis

Der SC Freiburg hat wieder gewonnen. Jetzt bloß nicht größenwahnsinnig werden, warnt fudders Fußball-Philosoph. Wer will schon nasskalte Donnerstagsspiele und unaussprechliche Gegner in der Europa League?

Wieder einmal hat der letzte Sieg gegen die Frankfurter Eintracht die Rufe derer lauter werden lassen, denen es nach mehr als dem puren und unerbittlichen Abstiegskampf dürstet: Es sind die Rufe nach Europa.


"Jetzt muss der SC hat mal Geld in die Hand nehmen", "Neues Stadion wird gebaut, also müssen wir auch endlich nach oben gucken", "Sonst sind halt die guten Spieler bald in China oder Russland". Was man derzeit an den etablierten Möchtegern-Trainer-Manager-Spielerberater-Stammtischen der Stadt hört, ist eine gefährliche Mischung aus utopischem Größenwahn und Fußball-Narzissmus. Wir wollen mehr! – ist die geheime Zutat einer Süßspeise namens Europe League.

Unaussprechliche Gegner und Blasenentzündung dank Sitzzwang

Dabei wissen doch eigentlich alle, was passiert, wenn der SCF in Bereiche vordringt, wo er einfach nichts verloren hat: Auf nasskalte Donnerstagabende im Herbst mit Spielen gegen nahezu unaussprechliche Gegner folgt tags darauf durch den Sitzplatzzwang der UEFA die hohe Wahrscheinlichkeit einer Blasenentzündung und die Erkenntnis: Wer 0:2 gegen den tschechischen Zweitplatzierten verliert, hat es auch in der Bundesliga schwer.

Daher ist meine Meinung: Freiburg, schau bloß nicht nach oben! Verharre in demütiger Dankbarkeit über die 33 Punkte. Platz zehn, bitte! Dann kann uns nichts passieren. Spieler werden gehen – okay! Aber am Ende freuen wir uns, wenn wir donnerstags öfter mal ins Kino gehen können und uns dann wieder auf den Samstag freuen, an dem wir eine ernsthafte Chance gegen alle Bundesligagegner haben. Ist das nicht viel schöner als dreihundert Toilettengänge unter Schmerzen am Freitag?

Liebe Fußballfee, ich wünsche mir Platz zehn

Es ist schön, diese 33 Punkte jetzt schon zu haben – so says the Trainer. Es dürfen auch mehr werden – so lange oben alle anderen auch gewinnen. Wir bleiben, wo wir hingehören. Liebe Fußballfee, ich wünsche mir Platz zehn. Das muss ja wohl drin sein, oder?!