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fudder empfiehlt die besten Podcasts 2019

fudder-Redaktion

Fußball, Spiritualität, Krimi, Freundinnen-Talk und Fachwissen für The-National-Fans: Die Autorinnen und Autoren von fudder empfehlen die besten frischen Podcasts.

Valentin Heneka empfiehlt "Durch die Gegend"
Robert Habeck, Sophie Passmann, Gisbert zu Knyphausen oder Maren Kroymann: Für seinen Interview-Podcast "Durch die Gegend" besucht Radiojournalist Christian Möller Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft, um mit ihnen durch ihr Wohnviertel oder zu prägenden Orten ihrer Jugend zu spazieren. Unterwegs entfalten sich Gespräche mit Tiefgang und fernab des 0815-Fragenkatalogs, die ungefiltert eingefangenen Umgebungsgeräusche erzeugen die Illusion, selbst dabei zu sein. Es soll sogar Hardcore-Fans geben, die dem Podcast hinter reisen und die Folgen dort anhören, wo sie aufgenommen wurden.


Gina Kutkat empfiehlt "Drage"
Es muss doch eine Erklärung dafür geben! Diesen Satz sagt man sich immer und immer wieder, während man diese Podcast-Serie hört. "Drage" ist der Name eines niedersächsischen Ortes, aus dem im Juli 2015 eine komplette Familie – bestehend aus Vater, Mutter, Tochter – verschwindet. Und zwar spurlos. Niemand kann sich erklären, was mit Familie Schulze geschehen ist. Und eines ist klar: Dieser Podcast kann es auch nicht, aber er spürt dem Verschwinden nach und untersucht die Lücke, die das Verschwinden der Familie hinterlassen hat. Es kommen Ermittler, Reporter und Bekannte zu Wort. Ein Polizist sagt: "Solange die Leichen nicht gefunden werden, kann keine Gewissheit herrschen." Und dann wird die Leiche des Vaters aus der Elbe gefischt, Fremdeinwirkung ausgeschlossen. Die Leichen von Ehefrau und Tochter sind bis heute nicht gefunden und niemand weiß, was damals geschehen ist.

Katharina Federl empfiehlt "Podkinski"
Sie spielt mit ihren Gästen "Ich packe meinen Koffer" und "Nicht lachen bitte" und dazwischen gibt’s ganz schön viel Deeptalk: So begeistert Palina Rojinski seit März Podcast-Hörerinnen und -hörer. Mit ihrer authentischen Art schafft sie es nicht nur, ihren Zuhörern einen gewaltigen Gute-Laune-Boost zu verpassen, sondern auch, Details aus dem Leben ihrer prominenten Gäste zu kitzeln. Fahri Yardim ist faul, Jerome Boateng wäre in seinem Parallelleben Erzieher im Kindergarten – und am Ende erkennt man: Das sind alles auch nur Menschen. Somit trifft Podkinskis Motto ziemlich genau ins Schwarze: "Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr."

Carolin Buchheim empfiehlt "Coffee & Flowers"
Podcasts, in denen nur Männer sprechen, sind eine Plage und man sollte sie tunlichst meiden. Für "Coffee & Flowers" kann man getrost eine Ausnahme machen, zumindest wenn man Fan der US-Band "The National" ist. Denn die britischen The-National-Ultras Christopher Hooton and David Rapson analysieren in jeder Folge der ersten Staffel ihres Podcasts einen Song des 2007 erschienenen Albums "Boxer" – und zwar mit Input von Bandmitgliedern und Menschen, die an der Produktion beteiligt waren. Sie beweisen, dass man etwa sehr sinnvoll 42 Minuten lang über den drei Minuten und 30 Sekunden dauernden Song "Mistaken for Strangers" sinnieren kann. Das ist wirklich nur was für Hardcore-Fans, aber die werden jeden Moment genießen – und so einiges über die Ursprünge der Metaphern von Sänger Matt Berninger lernen.

Stefan Mertlik empfiehlt "Stay Forever"
"Ein Podcast über alte Spiele von zwei alten Männern", fasst es das Intro von "Stay Forever" treffend zusammen. Die ehemaligen Games-Journalisten Christian Schmidt und Gunnar Lott haben 2011 mit ihrem Podcast-Projekt begonnen. Die mittlerweile 90 Folgen, in denen sie über Computer-Klassiker wie "Sim City", "Zork" und "Lemmings" sprechen, glänzen nicht nur durch eine außergewöhnlich gute Recherche, auch in der Nachbearbeitung zeigen die beiden Liebe zum Detail. Sie fügen Soundbeispiele ein und schneiden noch so kleine Versprecher heraus. Seit 2017 gibt es mit "Super Stay Forever" zudem ein Spin-Off über alte Konsolenspiele.

Jana Luck empfiehlt "5 Minuten Harry"
Wer Harry Potter liebt und einfach nicht genug bekommen kann von den Büchern und den Filmen, der wird sie bereits kennen: coldmirror. Jetzt hat die Frau (Kathrin Fricke) mit den tausend Stimmen einen Podcast. Darin nimmt sie sich immer 5 Minuten aus dem Film "Harry Potter und der Stein der Weisen" vor und analysiert bis ins kleinste Detail jede einzelne Szene. Der Film hat etwa 150 Minuten, das ergibt also rund 30 Podcast-Folgen. Darin erfährt man dann ebenso unnötige wie unglaublich interessante Details: weit hergeholte Erklärungen für Zaubersprüche, filmtechnische Tricks oder welches Automodell Onkel Vernon fährt.

Kim Lübke empfiehlt "Happy, Holy & Confident"
Immer mittwochs liefert Schriftstellerin Laura Malina Seiler digitale Spiritualität. Und das kommt an: Mit ihrem Podcast "Happy Holy Confident" landet sie regelmäßig auf Platz 1 in den deutschen Podcast-Charts. In ihren Episoden behandelt sie ganz unterschiedliche Themen wie "Angst vor negativer Kritik", "Wie du trotz aller Probleme auf der Welt optimistisch bleibst" oder "Wie du deinen Sinn des Lebens findest" und thematisiert Bewusstsein, Glück, Erfolg und persönliche Weiterentwicklung. Und neben Interviews gibt’s auch immer wieder geführte Meditationen. Seiler selbst will den Menschen dabei helfen, die Geräusche im Kopf wieder etwas leiser zu stellen und sich zu erlauben, mehr zu sehen, als wir mit den Augen wahrnehmen können.

Marissa Müller empfiehlt "Schwarzes Konfetti"
Mit der besten Freundin und einem guten Wein abends auf dem Balkon sitzen und über das Leben philosophieren: so fühlt es sich an, wenn man den Podcast "Schwarzes Konfetti" hört. Nur, dass man dabei auch gerade frühstücken, Bahn fahren oder bügeln kann. Die Single-Frauen Maxie Eixam und Vero Gottschling sprechen seit mehr als einem Jahr wöchentlich über alles, was sie und ihre Fans bewegt: Dating, Beziehungen, Sex und Liebeskummer aber auch über Themen wie Feminismus, Selbstfindung oder Depression. Hört man der Berliner Schnauze und dem Hamburger Schnack (so betiteln sie sich selbst) zu, dann spürt man, mit wie viel Herzblut sie dabei sind. Gerade das macht den Podcast so hörenswert: Vero und Maxie sind ehrlich und authentisch und sprechen dabei auch Themen an, die nicht in das Image eines lockerflockigen Lifestyle-Podcasts passen.

Tamara Keller empfiehlt "Girls with Balls"
Die neuseeländische Nationalspielerin Ali Riley ist von Chelsea zum FC Bayern München gewechselt. Eine Nachricht, die nur von wenigen vermeldet wurde. Dabei ist sie so wichtig, für den Fußball und für die Podcast-Welt. Denn Riley hat einen eigenen: "Girls with balls" heißt der und in den bisher elf erschienen Folgen hat sie jeweils eine andere Fußballerin zu Gast. Das ist toll, weil sie selbst als Fußballprofi einen ganz anderen Bezug zu ihren Gästen hat und ihnen Sachen im Gespräch entlockt, die so kein anderer Journalist oder keine andere Journalistin wissen kann. Aus deutscher Sicht ist das Interview mit Ex-Nationalspielerin Anja Mittag besonders hörenswert. Ob der Wechsel zu Bayern nun auch bedeutet, dass neben Pernille Harder noch mehr Spielerinnen aus der Bundesliga auftauchen, weiß man noch nicht.

Jule Markwald empfiehlt "The Dropout"
Es klingt zu gut um wahr zu sein: Zukünftig soll man an nur einem Tropfen Blut in wenigen Minuten bis zu 70 Tests auf lebensgefährliche Krankheiten durchführen können – kostengünstig, schnell und absolut sicher. Die Frau, die das 2011 verspricht heißt Elizabeth Holmes und ist erst 27 Jahre alt. Mit ihren blonden Haaren und den schwarzen Rollkragenpullis, die sie von ihrem Idol Steve Jobs kopiert hat, ist sie Liebling von Medien, Hollywood und Politikern und scheffelt Milliarden. Das Problem: Es ist alles gelogen. "The Dropout" hört man am besten am Stück durch und vergisst hoffentlich nicht, dabei zu atmen.

Jana Luck empfiehlt "TED Talks Daily"
Die TED Talks sind mittlerweile eine bekannte Größe – die Videoclips zu motivierenden, erhellenden, bahnbrechenden Reden werden fleißig auf Facebook geteilt und auf YouTube zahlreich geklickt. Seit einigen Jahren gibt es TED Talks auch in Freiburg, und wer sich Inspiration auch beim Abwaschen, Autofahren oder einfach mit weniger Datenverbrauch holen möchte, der bekommt die Vorträge über diesen Podcast als Audio. Weil die Themen gemischt sind, bekommt man öfter mal etwas auf die Ohren, das man vielleicht nicht selber geklickt hätte – was dann gleich noch horizonterweiternder sein kann.
Thomas Kubina empfiehlt "Eine Stunde History"
Immer freitags erscheint der Podcast "Eine Stunde History", der über geschichtliche Themen informiert. Er ist die angenehmste Art und Weise, geschichtlich-kompaktes Wissen zu erwerben, ohne sich durch staubige Wälzer kämpfen zu müssen. Für rund eine halbe Stunde reden renommierte Gäste in einem zwanglosen Interview über ein breites Spektrum an historischen Schlaglichtern. Geschichte ist Vergangenheit, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht bis heute hineinwirken kann. Deshalb hat der Podcast von Deutschlandfunk Nova auch den Anspruch, stets Gegenwartsbezug herzustellen.

Carolin Johannsen empfiehlt "Off the Path"
Abseits ausgetretener Wege, das ist das Motto des gleichnamigen Podcasts von Sebastian Canaves. Ob zu Fuß von Berlin bis ans Nordkap, mit dem Zug durch Europa oder mit dem Jeep durch Afrika – die Reisegeschichten, die im Podcast erzählt werden, sind vielfältig. Meist handelt es sich bei den Folgen um Interviews, die Host Sebastian mit anderen Reisenden geführt hat. Dadurch, dass er selbst reiseerfahren ist, stellt Sebastian meist genau die Fragen, die dem Hörerin und Hörer auf der Zunge liegen. Die Gespräche sind locker und angenehm anzuhören und man bekommt sofort Lust, selbst die nächste Reise zu planen.

Stefan Mertlik empfiehlt "The Joe Budden Podcast"
Joe Budden genießt nicht den besten Ruf innerhalb der US-amerikanischen Hip-Hop-Szene. Der ehemalige Rapper gilt als meinungsstarker Schreihals, der auf ein gutes Argument mit Ignoranz antwortet. Wer sich seinen Podcast anhört, wird allerdings sehr schnell feststellen, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Zusammen mit seinen Freunden und Geschäftspartnern Rory, Mal und Parks unterhält er sich zweimal die Woche über Rap, Popkultur und die Gesellschaft in den USA. Dabei findet das Quartett die richtige Balance aus Entertainment und Ernsthaftigkeit. Nach 191 Folgen auf SoundCloud war das Spotify 2018 sogar eine exklusive Partnerschaft wert.

Lisa Göllert empfiehlt "Die Lösung"
In der Beziehung treu bleiben, mit Stress klarkommen oder Entscheidungen treffen – diese Fragen beschäftigen uns alle und jeder kennt es, häufig findet man auch bei Familie und Freunden nicht die passende Antwort. Der Psychologie-Podcast "Die Lösung" vom Bayrischen Rundfunk hat nicht den Anspruch, seine Zuhörer zu therapieren. Aber wenn man Psychologin Lena Schiestel und Moderatorin Verena Fiebiger einmal wöchentlich zuhört, kann man sich entspannter zurücklehnen. Denn sie schaffen es, authentisch über Emotionen zu sprechen, praktische Tipps zu geben und vermeintliche Probleme kleiner darzustellen. Ein bisschen Nerd-Fachwissen aus Psychologie inklusive.

So hört man Podcasts

Ein Podcast ist eine Audiosendung, die man über das Internet anhören kann. Manche Podcasts erscheinen in festgelegten Abständen, manche als abgeschlossene Staffeln.

Es gibt verschiedene Methoden, Podcasts anzuhören. Die klassische Art, Podcasts zu hören, ist über eine App auf dem Smartphone oder Tablet. Auf iPhones wird Podcasts gleich mitgeliefert, bei Android-Telefonen ist Stitcher die App der Wahl.

In der jeweiligen App sucht man nach dem Podcast, den man hören will und abonniert ihn dann. Sobald eine neue Folge erscheint, wird diese dann automatisch heruntergeladen. Seit einiger Zeit boomt der Streaming-Dienst Spotify als Podcast-Lieferant. Besonders erfolgreiche Podcasts wie etwa "This American Life" bieten auch kostenpflichtige Apps mit Zugang zum gesamten Archiv. Andere Anbieter laden Podcasts zu Diensten wie Soundcloud hoch, wo man sie dann im Browser anhören oder herunterladen kann.