fudder-Debatte: Wie steht ihr zur Organspende?

fudder-Redaktion

Manche wollen alles geben, wenn es soweit ist: ihr Herz, ihre Lunge, die Niere und die Leber. Andere lieber nicht. Organspende ja oder nein – das ist eine ganz persönliche Frage. Wie sie gesetzlich geregelt ist, wird gerade neu diskutiert. Was meint ihr dazu?



Organspende schenkt Leben, macht aber auch vielen Angst. Wer in Deutschland nach seinem Tod Spender werden will, muss sich zu Lebzeiten dafür ausgesprochen haben, zum Beispiel per Organspendeausweis. Grundsätzlich stehen die Deutschen der Organspende positiv gegenüber. 74 Prozent wären mit einer postmortalen Organentnahme einverstanden, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgefunden. Viele davon besitzen jedoch keinen Ausweis. Deswegen wird gerade darüber diskutiert, das Transplantationsgesetz zu ändern.


Es gibt drei verschiedene Modelle, die Organspende zu regeln:
  • Momentan gilt die erweiterte Zustimmungslösung. Damit die Spende möglich ist, muss man ausdrücklich zugestimmt haben.
  • In anderen Ländern hingegen, wie Frankreich oder Spanien, gibt es die Widerspruchslösung. Hat der Verstorbene der Spende zu Lebzeiten nicht widersprochen, dürfen ihm Organe entnommen werden.
  • Die dritte Variante ist die Entscheidungslösung. Dabei wird jeder Bürger einmal im Leben nach seiner Bereitschaft für oder gegen die Spende gefragt. Es besteht aber kein Zwang, sich festzulegen. Wer sich nicht entscheiden will, dem dürfen Organe entnommen werden, wenn die Angehörigen zustimmen.
In der Diskussion über Wege zu mehr Organspenden sprach sich Gesundheitsminister Daniel Bahr für die Entscheidungslösung aus. Er schlägt vor, dass die Krankenkassen ihre Mitglieder befragen, ob sie bereit sind, nach ihrem Tod Organe zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung soll in der Krankenversicherungskarte - künftig in der elektronischen Gesundheitskarte, festgehalten werden. Neu ist also, dass erstmals aktiv nachgefragt wird.

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Was sagt ihr dazu? Ist es okay, dass sich jeder einmal im Leben mit der Entscheidung befasst? Oder haltet ihr die jetzige Lösung für geschickter? Ist es verwerflich, sich dagegen zu entscheiden angesichts der 1000 Menschen, die jährlich mangels Spenderorganen sterben?

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  [Bild: dpa]