fudder-Debatte: Braucht das Netz eine Klarnamenpflicht?

fudder-Redaktion

In einem Interview mit dem Spiegel hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich als Reaktion auf die Terroranschläge in Norwegen gefordert, dass "Blogger ihre wahre Identität" offenbaren müssen. Auch Google+ fordert Klarnamen; Nutzer mit Pseudonymen wurden dort anfangs ohne Vorwarnung einfach gelöscht. Netzforscher und Aktivisten hingegen argumentieren für die (Pseudo-)Anonymität im Netz. Wie seht ihr das?


"Politisch motivierte Täter wie Breivik finden heute vor allem im Internet jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce",sagte Friedrich dem Spiegel. "Warum müssen ,Fjordman' und andere anonyme Blogger ihre wahre Identität nicht offenbaren?"


Leute, die vermutlich mehr direkte Erfahrungen mit den Netz haben, als der Innenminister, sind anderer Meinung, nachdem die Debatte durch G+ angefeuert wurde. Die Netz-Forscherin Danah Boyd (die das hervorragende Blog Apopheniabetreibt) sieht die Lage anders und setzt sich in einem Blog-Beitrag mit dem Thema auseinander: “Real Names” Policies Are an Abuse of Power (der Spiegel hat den Post netterweise in Teilen übersetzt: Streit um Internet-Pseudonyme - Klarnamenzwang? Nein Danke!). Auch Caterina Fake, Mit-Gründerin von Flickr, sieht in Pseudonymen im Netz keine groß Gefahr: Anonymity and Pseudonyms in Social Software (auch diesen Beitrag hat der Spiegel zum Teil übersetzt: Klarnamenzwang im Web- Frau Fake verteidigt die Pseudonyme).

fudder-Debatte:

Und Du? Wie siehst Du das? Benutzt Du Klarnamen im Netz? Hast Du ein Pseudonym - vielleicht schon seit Jahren - das sich fast wie Dein echter Name anfühlt? Bist Du auf Facebook mit Klarnamen vertreten und wie hälst Du es mit Google+? Hat sich Dein Verhalten in den vergangenen Jahren verändert?

Du bist gefragt!


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  [Bild 1: Fotolia, Bild 2: dpa]