fudder-Boykott: Dendemann, was soll der Quatsch?

Markus Hofmann

Morgen spielt der Hamburger Rapper Dendemann in Freiburg. Wir haben uns sehr auf dieses Konzert gefreut! Gerade eben hat uns jedoch der Freiburger Konzertveranstalter Koko darüber informiert, dass Dendemanns Management keine Fotografen von Online-Portalen bei diesem Konzert akzeptiert. Dies wiederum wollen wir nicht so einfach akzeptieren: fudder wird die Berichterstattung über das Konzert boykottieren.



Die Akkreditierungspolitik der Musikbranche bei der Konzertberichterstattung ist schon längere Zeit ein großes Ärgernis. Dies gilt besonders für Online-Portale wie fudder, die immer wieder große Schwierigkeiten haben, mit Fotos über die Konzerte berühmter Künstler zu berichten und Akkreditierungen zu bekommen - zum Beispiel bei den Ärzten oder beim Pink-Konzert in der Rothaus-Arena. 


Warum ist das so? Viele Plattenfirmen leben immer noch in der Illusion, digitale  Distributionswege in Zeiten des Internets kontrollieren zu können. Onlinebilder können schließlich auf einfache Weise kopiert und verbeitet werden - deswegen dürfen Online-Portale nicht fotografieren. Als wären die neunziger Jahre immer noch nicht vorbei!

fudder wollte vor einigen Tagen einen Fotografen für das Konzert akkreditieren, der für fudder und badische-zeitung.de Bilder von dem Konzert machen sollte. Ebenso wollten wir einen Textjournalisten akkreditieren, der eine Rezension schreiben sollte. Das Feedback von Dendemanns Management lautete: Text ja, Fotos nein.

Als Britney Spears im vergangenen Jahr in der Berliner O2-Arena auftrat, boykottierten zahlreiche große Agenturen (dpa, ddp, AP) die Berichterstattung, weil Agenturfotografen und Bildjournalisten für die Berichterstattung nicht zugelassen wurden.

fudder wird diesem Beispiel folgen und über Dendemanns Konzert nicht berichten - weder mit Fotos noch in Form einer Text-Rezension. Ebenso werden wir bei künftigen Dendemann-Konzerten auf eine redaktionelle Vorberichterstattung verzichten. Lieber Dendemann, mach dein Business ohne uns!

Ein herzliches Dankeschön geht dabei übrigens an die freundlichen Damen von KoKo, die sich (leider vergeblich) dafür eingesetzt haben, dass wir über dieses Konzert in Wort UND Bild berichten dürfen.