fry zine: Ein Skateblog aus Freiburg

Julian Schwizler

Ende 2011 haben fast 140 Freiburger Skater bei einem Voting den Seepark als neue Location auserkoren. Zwar setzt sich der Bürgerverein Mooswald heftig gegen diesen Standort zur Wehr - trotzdem ist festzustellen: Die Freiburger Skate-Szene lebt. Genau das beweisen auch zwei junge Freiburger und ein Berliner mit ihrem Skateblog "fry zine". Um was es ihnen dabei geht:



Ein eigenes und unabhängiges Printmagazin, frei von nerviger Werbung  - das war er wohl, der Kleine-Jungen-Traum von Philipp, Sebastian und Bo (die übrigens weder ihren Nachnamen noch ihre Gesichter auf fudder sehen wollen). Klein hätte auch alles anfangen sollen. Zunächst die Freiburger Skate-Szene im Fokus, später dann rollbrettfahrende Freunde und Bekannte in ganz Europa. Doch wie so viele Ideen, scheiterte auch diese am nötigen Kleingeld. Immerhin: Aus dem gedruckten Skate-Magazin wurde ein digitales Skate-Blog - unabhängig und werbefrei. fry zine war geboren.


Freiburgs Skater-Szene - Aus dem fudder-Archiv:
Die in Freiburg wohnhaften Philipp und Sebastian sowie der im Berliner Exil lebende Bo haben sich durch das Skaten kennengelernt. "Jeder von uns fährt schon im zweistelligen Jahresbereich", sagt Philipp. Auch die Fotografie eint das Trio: Sie alle zeichnen für die visuelle Gestaltung des Blogs verantwortlich - sowohl vor als auch hinter der Linse. Eine normale Kombination in der Szene, verrät Sebastian, der älteste der drei. "Da beim Skaten, anders als beim Fußball, normalerweise keine Sportreporter rumrennen, muss man eben selber darüber berichten."

Qualität statt Quantität

Und das tun sie: Im Schnitt einmal wöchentlich erscheint ein neuer Blogpost. Dominierendes Thema: Skaten. Ihr Anspruch: Qualität statt Quantität. "Wir versuchen, das Blog so zeitlos wie möglich zu gestalten", beschreibt Sebastian die Philosophie dahinter. "Auch wenn wir jetzt in verschiedenen Städten wohnen, wissen wir durch das Blog immer Bescheid, was die anderen gerade machen." Philipp ergänzt: "Unsere Freunde sind zwar weggezogen, aber fry zine ist nun die Basis."



Knapp ein Jahr ist seit der ersten Veröffentlichung vergangen. 66 Artikel sind bisher erschienen. Aus der "Notlösung Internet" haben die drei Macher eine Tugend gemacht. Auch wenn sie zufrieden mit den Besucherzahlen von "fry zine" sind, so ist der Plan, irgendwann eine gedruckte Ausgabe herauszugeben, noch nicht ganz ad acta gelegt. Philipp bedauert vor allem die finanzielle Entwicklung in der Szene: "Vor vier bis fünf Jahren wäre ein solches Magazin wesentlich einfacher zu realisieren gewesen." Auch als Konsumenten bevorzugen sie die klassisch gedruckte Variante der Berichterstattung. "Auf jedem unserer Klos liegen mindestens 10 Skatemagazine." Obgleich ihnen die journalistische Seite viel Spaß bereitet, sehen sich Philipp und Sebastian mehr als Skater denn als Journalisten. Und so sind sich die beiden PH-Studenten auch über die Gestaltung der nahen Zukunft einig: "Solange es noch geht, wollen wir draußen sein, spielen gehen, Spaß haben."  

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