Früher Austrinken in der Altstadt

Carolin Buchheim

Niederlage für die Gastronomen im 'Bermudadreieck': Ein Anwohner der Universitätstraße hatte vor dem Verwaltungsgericht Freiburg gegen die verlängerten Biergarten-Öffnungszeiten geklagt. Gestern entschied das Gericht zu seinen Gunsten.



Das Urteil des Verwaltungsgerichts betrifft das R&B und das Auditorium Minimum in der Universitätstrasse: Beide Kneipen müssen nun um 22 Uhr den Biergartenbetrieb einstellen.


Eigentlich erlaubt die Sperrzeitregelung der Stadt seit 2005 in der Altstadt die Bewirtung im Freien bis 23 Uhr, am Wochenende sogar bis um Mitternacht. Das Verwaltungsgericht Freiburg entschied nun jedoch, dass diese kommunale Regelung durch die bundesrechtliche TA Lärm, die die Höchstwerte für Lärmemissionen regelt, überlagert wird.

Erlaubt sind gemäß der TA Lärm in der Nachtzeit nach 22 Uhr 45 Dezibel. Eine Messung in der Universitätstrasse durch einen Sachverständigen des TÜV zeigte jedoch 56 Dezibel an.
Das Gericht hatte sich bemüht, einen Vergleich zwischen Anwohner und Gastronom zu erzielen, war jedoch gescheitert. Dem Anwohner war unter anderem ein Umzug auf Kosten des Hauseigentümers, der Brauerei Ganter, angeboten worden. Er hatte jedoch abgelehnt.

Matthias Längler, der seit 1989 das Auditorium Minimum betreibt, zeigte sich im Gespräch mit der Badischen Zeitung enttäuscht. "Es ist traurig, dass ein Einzelner so etwas auslösen kann. Das ist der einzige Anwohner, mit dem wir in der ganzen Zeit Stress hatten."