Freitag und Samstag: Jawala-Festival im E-Werk

Alex Ochs

Weltreisende in Sachen Musik gruppieren die Bandmitglieder von Äl Jawala um sich für ihr zweites Jawala-Festival im E-Werk am Freitag und Samstag. fudder verlost zwei Festivalpässe für das Event.



Zum zehnjährigen Bandjubiläum vor zwei Jahren gönnten sich die Balkan-Beat-Meister Äl Jawala ein kleines Festival über zwei Tage im E-Werk. Dazu hatten sie sich ein paar ihrer favourite Bands und DJs in ihre Freiburger Lieblings-Location geholt. Nach der Arbeit an ihrem aktuellen Album „The Ride“ und dem Umbau des E-Werks geht es nun in die zweite Runde: Fürs erste Mai-Wochenende holen sich die Freiburger Lokalmatadoren wieder einen tanzbaren Kulturschock ins Haus.


Da treffen selbstgebaute afrikanische Perkussionsinstrumente auf mundgemachte Beatbox-Sounds und entspannte Dub- und Reggae-Rhythmen auf Gypsy-Elemente us d’r Schwiiz. Da servieren serbische Elektrohippies so etwas wie computerisierten „Folkstep“ und da stemmen Schweizer Dub-Freaks echogeschwängerte Coverversionen und Spaghettiwestern-Sounds auf die Bühne.

Freitag



Am ersten Abend stehen drei Gigs an. Den Reigen eröffnen das Duo Papaul aus Freiburg (Bild oben): der senegalesische Musiker, Sänger und Komponist Pape Dieye und der Freiburger Beatboxer Paul Brenning, der auch bei den preisgekrönten Acoustic Instinct die Lippen schürzt und den Gaumen kaut. Zusammen fusionieren sie unter anderem afrikanische Rhythmen, HipHop-Beats, lyrische Töne und sogar Schuberts Winterreise zu einem Musikgenuss erster Klasse.

Als „Gypsy Street Dub“ bezeichnet das Schweizer Musikerkollektiv um Flo Zilla aus Chur seine Musikrichtung. Gemeint ist die sechsköpfige Combo Tawara Sheen Kool, die sich selbst als musikalischen Wanderzirkus beschreibt und mit ihrer Musik schon in Kalifornien und Costa Rica auf Tour war. Und diese – ihre Musik – zeichnet sich durch erstaunliche Vielfalt aus: vom entspannten Reggae bis zum treibenden Rock, mit vielen Off-Beats, insgesamt eine bunte Wundertüte voll Experimentierfreude. Ein bisschen so, wie es das Albumcover vermuten lässt: sechs ineinandergreifende farbige Kreise. Am späten Abend dann serviert das serbische Duo Shazalakazoo balkangetränkte Elektrosounds mit viel Bass und Groove. Milan Djurić und Uroš Petković aus Belgrad sind mit ihren Produktionen und Remixen mittlerweile auch außerhalb der Balkan-Szene bekannt. Sie performen schon seit der Jahrtausendwende live zusammen und haben echte DJ-Skills.

Das Rezept klingt einfach: Man nehme Bass, Bass, Bass, so wie die Sub-Basslinien im Dubstep, und würze mit feurigem Potpourri aus Balkan-Bläsern, -Melodien und -Rhythmen und runde das Ganze mit Vocals ab. Und es funktioniert! Denn am Ende ist es kein einfacher, sondern ein durchaus komplexer Klangkosmos, den die beiden Herren da aus dem Ärmel schütteln. Sie selbst nennen ihn Folkstep.  

Samstag



Am Samstagabend steht ein Schweizer Quartett im Rampenlicht, das es faustdick hinter den Ohren hat: Dub Spencer & Trance Hill – ein Name, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Vier Fäuste für ein Echo könnte ihr Motto lauten. Genau wie ihr Künstlername eine kalauernde Hommage darstellt, sind sie auch Meister im Zelebrieren von tief hallgetränkten und sehr ausgefeilten Coverversionen.

Falcos „Jeanny“ verwandeln sie in einen relaxten Schlafwandler-Dub, weit entfernt vom marktschreierisch-dramatischen Original. Und „Rock the Casbah“ von The Clash groovt so dezent und schwebt auf einem dermaßen psychedelischen Klangteppich, dass man den Klassiker fast nicht mehr erkennt. Neuinterpretation trifft es da besser als Coverversion. Dabei saugen sie den psychedelischen Space ganz aus ihren Fingern und einer Armada an Effektgeräten und kommen ohne Overdubs, Computersounds und Beats aus.

Anschließend wuchten die Gast- und Namensgeber des Festivals ihre „Balkan Big Beats“ auf die Bühne. Muss man zu den Lokalmatadoren noch viel sagen? Vielleicht eines noch: Die vor Spielfreude brennenden, bekennenden Straßenmusiker von Äl Jawala haben angekündigt, dass sie mit jedem ihrer Gäste ein Stück gemeinsam spielen werden.

Im Anschluss an die Konzerte gibt es DJ-Mucke im Foyer des E-Werks.
 

Programm

Freitag, 4. Mai 2012:
21 Uhr: Papaul – African Beatbox (Deutschland/Senegal)
21.45 Uhr: Tawara Shen Kool – Gypsy Street Dub (Schweiz)
22.30 Uhr: Shazalakazoo – Balkan Elektro Live Set (Serbien)
24 Uhr: Aftershow-Party im E-Werk-Foyer mit CMC & Silenta Soundsystem – Funk, Soul, Breaks, HipHop, Ragga

Samstag, 5. Mai 2012
21 Uhr: Dub Spencer & Trance Hill – Psychedelic Dub (Schweiz)
22 Uhr: Äl Jawala – Balkan Big Beats (Deutschland)
24 Uhr: Aftershow-Party im E-Werk-Foyer mit DJ Freeky Fusion – Global Mash Up, Beats & Bass

Verlosung

fudder verlost zwei Festivalpässe für das Jawala-Festival am Freitag, 4. und Samstag, 5. Mai 2012. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff 'Jawala' an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 4. Mai 2012, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.

Mehr dazu:

Was: Jawala Festival
Wann: Freitag, 4. Mai und Samstag, 5. Mai 2012
Wo: E-Werk
Eintritt: Kombiticket für beide Abende 32 Euro / 25 Euro (ermäßigt) – nur im Vorverkauf erhältlich; Ticket für einen Abend: Vorverkauf 19 Euro / 16 Euro (ermäßigt); Abendkasse: 22 Euro / 18 Euro (ermäßigt)