Freitag: Move D im White Rabbit Club

Bernhard Amelung

David Moufang alias Move D ist durch und durch Musiker. Am Freitagabend spielt der Heidelberger Disc Jockey zusammen mit Thomas Meinecke im White Rabbit Club. Ein Kurzporträt.



Einen Mix für die Compilation-Reihe des Londoner Clubs Fabric aufznehmen, gilt unter Disc Jockeys als Ritterschlag. Das zeigt ein Blick auf die Mitgliederliste dieser besonderen Legion d'Honneur. Auf ihr stehen Namen wie Ricardo Villalobos, Boys Noize und Metro Area. Dieser Tage erscheint ein weiterer Fabric-Mix, mittlerweile die 74. Katalognummer. Eingespielt hat ihn David Moufang, besser bekannt unter dem Alias Move D. Er spielt am Freitagabend ein DJ-Set zusammen mit dem Autor und Musiker Thomas Meinecke im White Rabbit Club.


Die Nachricht, dass der gebürtige Heidelberger Moufang einen Fabric-Mix veröffentlichen werde, löste in Onlinemagazinen und in den sozialen Netzwerken eine Euphoriewelle aus. Meinungsmacher-Blogs wie das englischsprachige teshno, aber auch das Mixmag, die Bild-Zeitung der Raver, machten mit ihr groß auf. "Chefig. The hall of fame", "Finally a much deserved Fabric mix" und "wurde auch Zeit", schrieben Freunde und Fans gleichermaßen in die Kommentarfelder auf Facebook.

Moufangs Ansehen als Disc Jockey fällt 2014 so groß aus wie nie zuvor in seiner bisherigen Karriere. Ob auf dem kleinen Nachtdigital-Festival im Sächsischen Heideland zwischen Dresden und Leipzig oder auf dem großen Stadtfestival Sónar in Barcelona: Wo immer er auflegt, ist Party. Mit jeder Platte, die er einspielt, steigert der Heidelberger, nur unwesentlich jünger als Techno-Papa Sven Väth, das Euphorieniveau der Tanzenden. Er treibt sie zur Ekstase, ganz gleich, ob er klassischen US-House der Neunzigerjahre, eine eigentümliche Disco-B-Seite oder den Elektrofunk eines Prince spielt.

Seine Leidenschaft für Musik und Vinyl begann bereits als Kind. Im zarten Alter von vier Jahren erforschte er die Schallplattensammlung seines Stiefvaters. Rock und Psychedelic Rock von den Beatles, Pink Floyd und The Doors, Krautrock und elektronische Musik von Gruppen wie Kraftwerk. Diese Einflüsse stecken auch in der DNA seiner eigenen Musik, die er seit Anfang der Neunzigerjahre allein oder zusammen mit anderen Musikern veröffentlicht.

Zu nennen sind auszugsweise die Projekte Deep Space Network und Earth To Infinity (mit Jonas Grossmann), Reagenz (mit Jonah Sharp) und Magic Mountain High. Zu letzterem gehören die Jazzmusiker und Multiinstrumentalisten Gal Aner und Jordan Czamanski. Sie erforschen Klangstrukturen und Rhythmen, analysieren ihren Aufbau, dekonstruieren ihre Komponenten und setzen sie neu zusammen. Spielen Aner, Czamanski und Moufang live, prägt ein ungezwungener Improvisationscharakter ihre Sessions.

Als Einzelmusiker pendelt Moufang zwischen Ambient, IDM, House und Techno. Er hat Platten für Warp Records und Electric Minds aus England, für Gerd Jansons Running Back Records und Liebe*Detail aus Hamburg produziert. Als Remixer hat er Hand an Stücke der Post Rock-Band To Rococo Rot und des Elektronikmusikers Thomas Fehlmann gelegt. Sein Debütalbum "Kunststoff", erschienen 1995, zählt heute zu den besten elektronischen Musikalben. "Was Moufang damals in seinem Heidelberger Studio zusammengelötet hatte, war und ist nicht weniger als eine der schlüssigsten europäischen Interpretationen Detroiter Pionierarbeiten", schreibt Thilo Schneider darüber in der Groove.

Damit nicht genug. Moufang war von 2002 bis 2007 Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für experimentelles Radio an der Bauhaus Universität in Weimar. Er produzierte Hörspiele für den Bayrischen Rundfunk, Gemeinschaftsarbeiten mit Thomas Meinecke. Für das Radiostück "Übersetzungen / Translations" bekamen beide den vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Karl-Sczuka-Preis 2008 für Hörspiel als Radiokunst. Musik ist sein Leben, durch und durch. Mit dieser Leidenschaft möchte er alt werden.

Move D - Not So Silent Podcast 001 (2014)

Quelle: Soundcloud


Mehr dazu:

Was: Elektronische Tanzmusik Spezial w/ Move D, Thomas Meinecke, Rico, Innighiro.
Wann: Freitag, 14. Februar 2014, 22 Uhr.
Wo: White Rabbit.
[Foto: Yonathan Baraki]