Freitag: Monsters of Electro-Rave im Artik

Bernhard Amelung & Hengameh Yaghoobifarah

Elektropunk, Indietronic und Elektrotrash gibt's am Freitag beim Monsters of Electro-Rave-Festival. Im Line-up stehen Livemusiker wie Aika Akakomowitsch und Das Flug. fudder hat mit der norddeutschen Band E123 über Ravepunk gesprochen - und verlost einmal zwei Gästelistenplätze.



Wenn am Freitag der Freiburger Björn Peng mit seinem Dutzend Monsters of Electro-Rave ins Artik einziehen, lassen sie Synthesizer zwitschern, blubbern und surren, Bässe knarzen und ihre Drumcomputer hämmern, schleifen, bollern. Mit Kirmestechno-Punker Peng stehen auf der Bühne: Florian von Flug, besser bekannt als Das Flug, der rotzige Basslines rattern lässt und dazu schonmal seine Texte mehr schreit als singt; Granate Möller, der für düsteren Elektro-Punk steht.


In dieselbe Kerbe schlagen Aika Akamowitsch, Klangexperimente, Robosaurus, Tathandlung (Bild oben) und E123 (Bild unten). An den Decks stehen der Bassblütentherapeut Don Kanalie, sowie das infernalische Laptop-Duo Inglorious Bassnerds sowie J-D4D4 & Protobeat.



Im Ravepunkt vereinen sich elektronische Beats und Punk-Elemente zu tanzbarer, aufpeppender Musik. Textlich ist es nihilistisch bis politisch – das zeigen auch Lars, Kay und Tim von E123. Mit Liedern wie „Bier, Tetris und Pizza“ oder „Privates ist politisch“ spielen die drei Boys aus Hamburg und Bremen auf Soli-Partys in dunklen Antifa-Kellern, waren auf Tour mit Egotronic und bringen das Publikum zum Schreien und Schwitzen.

Wie lang besteht ihr schon zu dritt als Band?

In der Formation seit Zwei Jahren, vorher haben wir aber schon circa 1,5 Jahre zu zweit Musik gemacht (Lars & Kay), auch als E123.

E123 – hat der Name eigentlich irgendeine Bedeutung? Wie kamt ihr auf ihn?

Bevor wir uns kannten, waren wir schon als Musiker tätig und auf der Suche nach einem Job. Wir waren beide Konkurrenten bei einem Vorspielen in einem Hotel, es ging um eine begehrte Stelle als Fahrstuhlmusiker. Nach stundenlangem Vorspielen trafen wir uns, beide ohne den Job, vor dem Hotel und gingen aus Frust zusammen was trinken.
Da kamen wir auf die grandiose Idee, selbst eine Fahrstuhlmusik-Band zu starten. Auf der Suche nach einem geeigneten Namen war schnell klar: E-1-2-3. Erdgeschoss, 1. Stock, 2. Stock, 3. Stock.

Ihr spielt ja auch sehr politisch geladene Lieder: Seht ihr euch als politische Band oder als eine Band, die politische Mitglieder hat?

Letzteres ist richtiger. "Politische Band" ist ein doofer Ausdruck und wir werden ungern als solche gesehen. Wir sind eine Band und machen Musik, auf die wir Bock haben, über Dinge, die uns beschäftigen. Gelegentlich sind das gesellschaftliche Themen. Außerdem spielen wir manchmal Soli Konzerte für Projekte die uns gut gefallen.

Habt ihr wegen der politischen Texte auch schon Hate bekommen?

Ja, sicher. Da muss nur mal auf YouTube klicken. Von pöbelnden Deutschlinken zu Nazis, die Namen und Adresse von uns in einschlägigen Foren veröffentlicht und Bandmitglieder angegriffen haben, war alles dabei. Kam immer aus der richtigen Richtung und hat uns darin bestärkt, genau so weiter zu machen wie bisher.

Ihr wart ja auch schon viel auf Tour, unter anderem mit Egotronic: Wie fandet ihr’s?

Auf Tour sein macht uns meistens sehr großen Spaß. Wer unser Vor-Act ist oder die Aftershow macht hat uns dabei allerdings nie sonderlich interessiert. Wir haben schon mit einigen anderen Musiker_innen schöne Zeiten und gute Feiern verbracht, die wir vorher noch gar nicht kannten. Wir freuen uns immer bei Konzerten nette Leute kennenzulernen.

Würdet ihr, wenn es ginge, eure Jobs an den Nagel hängen und nur noch Musik machen?

Wir würden, wenn es ginge, Lohnarbeit grundsätzlich abschaffen und die befreite Gesellschaft ausrufen. Lars würde mit seinem Job trotzdem nicht aufhören, der lebt nämlich von Kunst. Kay würde mit seinem Job aufhören. Tim auch.

Euer Sound erinnert an Audioliths-Ravepunk-Bands: Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder?

Als wir angefangen haben, hatten wir mal Vorbilder in der Richtung, weil wir den Sound gefeiert haben und es das in der Form ansonsten eben nicht gab. Mittlerweile orientieren wir uns an niemandem mehr und sind auch mit dem Feiern der meisten Bands dieser Schiene durch. Von den Songstrukturen und Texten beeinflusst uns eher unser Punkrock- und Indiemusik-Hintergrund.

Wie darf man sich ein Konzert von euch vorstellen? Worauf darf man sich freuen?

Wir spielen unsere Songs und machen eine schnörkellose Punkrockshow mit viel Gesang und Geschrei. Glanz und Glamour hätte jetzt auch noch gut in diese Reihe gepasst. Trinken gern ein Bier oder Mate dabei und bemühen uns keine Textfehler zu machen!

Wart ihr schon mal in Freiburg? Was erwartet ihr euch von der Stadt?

Wir waren alle noch nie in Freiburg. Klischeemäßig würden wir sagen: Studentenstadt. Bestimmt ein paar mehr Hügel oder Berge als in Hamburg. Und Bestimmt Fachwerkhäuser und eine schöne Altstadt. Sind gespannt, ob wir das überhaupt zu sehen bekommen. Außerdem hassen wir die Fahrradfahrer dieser Stadt und wissen nicht genau warum. #teamtocotronic. Vielleicht bekommen wir ja eine kleine Stadtführung oder sowas. Wenn nicht, dann eben ein anderes Mal, ist ja gleich um die Ecke!

Und jetzt die wichtigste Frage: Lieblingstourgetränk?

Aktuell: Grasovka mit Club Mate. Zumindest die beiden Trinker. Und eben Bierchen!

E123



 

Tathandlung - fressen, gefressen werden



Verlosung

fudder verlost einmal zwei Gästelistenplätze für die "Monsters of Electro-Rave" im Artik am Freitag, 20. Dezember 2013, 21 Uhr. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff "Electro-Monsters" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 20. Dezember 2013, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.


Mehr dazu:

Was: Monsters of Electro-Rave w/ Live: Ab.Out, Aika Akakomowitsch, Björn Peng, Das Flug, E123, Granate Möller, Klangexperimente, Robosaurus, Tathandlung; DJs: Don Kanalie, Inglorious Bassnerds, J-D4D4 & Protobeat.
Wann: Freitag, 20. Dezember 2013, 21 Uhr.
Wo: Artik.
Eintritt: 8 Euro bis 22 Uhr, danach 10 Euro.