Freitag: "Kompetenzverschiebung" im Kunstverein

Wolfgang Weismann

In Erinnerungen schwelgen, das ist für viele ein geistiges Zubrot zum Befinden im Jetzt und Hier. Drei Künstler aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland gehen im Kunstverein ihren ganz persönlichen Erinnerungen nach. Dabei wollen sie ganz nah heran an den geistigen Urknall, in die Kinderstube der Erinnerung.

Ein Zimmer soll dafür das Ambiente bieten. Es ist die Rekonstruktion des Schlafzimmers im großelterlichen Wohnhaus von Mathias Kaspar im Wallis. An der Wand klebt ein Foto des Ehebettes der Großeltern des Künstlers. Die Unbestimmtheit der Erinnerung soll durch den Verweis auf einen ganz konkreten Ort kontrastiert werden. Der Raum wird zu einer Zeitmaschine. Wer hier eintritt, ist gleich um Jahrzehnte jünger.


Die Reise der Künstler Mathias Kaspar, Judith Deschamps und die Wahl-Freiburgerin Christina Ohlmer bewegt sich aber nicht nur in der zeitlichen Dimension: Das Projekt "Kompetenzverschiebungen" gehen die Künstler mit verschiedenen Projekten zwischen Basel, Freiburg und Straßburg auf Reise. Seit 2010 werden unter diesem Namen Kunstausstellungen im Dreiländereck auf Wanderung geschickt.

Am Freitag, den 28. September um 19 Uhr ist es dann in Freiburg so weit: Die Ausstellung wird eröffnet, in Anwesenheit der Künstler. Drei Wochen wird das Werk zu sehen sein. Eine kurze Zeit im Gegensatz zur Länge der Erinnerung, die hier thematisiert wird. Aber vielleicht bleibt ja die Ausstellung etwas länger in Erinnerung.

Mehr dazu:

Was: Kompetenzverschiebung
Wann: Freitag, 28. September 2012, 19 Uhr (Eröffnung)
Wo: Kunstverein Freiburg (Google Maps)