Mobilität

Freiburgs Radleihsystem "Frelo" soll Mitte 2019 in Betrieb gehen

Christian Engel

400 Leihräder sollen den Freiburgerinnen und Freiburgern künftig an 55 Stationen zur Verfügung stehen. Der Betreiber "Nextbike" kommt aus Leipzig. Das Leihsystem kostet jährlich 300.000 Euro.

Freiburg bekommt ein Fahrradverleihsystem und nun ist auch klar, wer Räder und Technik stellt: "Nextbike", ein Unternehmen aus Leipzig, das weltweit in 200 Städten den städtischen Radverleih koordiniert. "Frelo" heißen die rot-weißen Bikes, die Mitte kommenden Jahres auf die Strecke gehen sollen.


Baubürgermeister Martin Haag spricht von einem "wichtigen Element für stadtverträgliche und nachhaltige Mobilität in Freiburg". Die Leihräder sollten den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, sagt Oliver Benz von der Freiburger Verkehrs-AG (VAG), die als Partnerin von "Nextbike" in den bis 2024 laufenden Vertrag eingestiegen ist. "So wollen wir noch mehr Bürger weg vom Auto hin zu ÖPNV und Fahrrad bringen."

Eine halbe Stunde kostet einen Euro

Künftig soll es 55 Stationen mit 400 Rädern geben, die meisten in der Kernstadt, einige auch in Randgebieten, beispielsweise an der Pädagogischen Hochschule in Littenweiler. Wer ein Rad leihen will, muss sich einmalig registrieren. Eine halbe Stunde kostet einen Euro, für einige (Schüler mit Regio-Karte oder Studenten) sind die ersten 30 Minuten umsonst. Wenn man das Rad nicht mehr braucht, kann man es an einer beliebigen Station abstellen – ein elektronisches Schloss sichert es und errechnet die Fahrtdauer.

Bis es losgeht, muss die Stadt allerdings erst einmal die Standorte der 55 Stationen festlegen – und Platz dafür schaffen. Der Mangel an Abstellplätzen ist gerade im Zentrum sehr groß. Doch Baubürgermeister Martin Haag und die Mitarbeiter vom Garten- und Tiefbauamt haben sich bereits Gedanken gemacht – eine Idee unter anderen: Die Umnutzung von Fußgängerflächen und Parkplätzen.



Beinahe hätten die Räder "Heilig’s Blechle" geheißen

Dennis Steinsiek von "Nextbike" ist sich sicher, dass der Verleih in Freiburg erfolgreich sein wird: Die Bevölkerung sei fahrradaffin. Außerdem hätten Erfahrungen aus anderen Städten gezeigt, dass solche Systeme gut angenommen würden. 2004 begann "Nextbike" in Leipzig mit zehn Rädern. Mittlerweile betreibt es Leihsysteme in 60 deutschen Städten, unter anderem in Karlsruhe und Offenburg, Lahr kam vergangenen Sommer dazu.

Die Räder besitzen alles, was ein Radler braucht: Beleuchtung, einen siebten Gang für Tempo auf gerader Strecke, einen ersten Gang für den Berg, eine Klingel für freie Fahrt, eine Handyhalterung, einen Korb für Koffer, Rucksäcke oder Einkaufstüten. "Wir haben die Räder extra robust gebaut, damit sie Wind und Wetter trotzen", sagt Steinsiek.

Beinahe hätten die Räder in Freiburg "Heilig’s Blechle", "Verleihnix" oder "Freirad" geheißen: Am Ende setzte sich von der Brainstorm-Liste "Frelo" durch. Der Verleih wird die Stadt jedes Jahr 300.000 Euro kosten.