Freiburgs R'n'B-Prinzessin

Christoph Wendt

Der Freiburger R'n'B-Sängerin Saskiah kann man in diesen Tagen in ganz unterschiedlichen Szenen begegnen: In House-Schuppen wie dem F-Club, bei Drum&Bass-Partys oder auf einem R'n'B-Konzert bei der Downtown-Street Party. In wenigen Wochen wird außerdem ihre erste Platte fertig sein - Grund genug, die 25-jährige Sängerin ein bisschen näher vorzustellen. Markus hat ein Interview mit ihr geführt, und Chris hat gestern ein Saskiah-Video auf der Downtown Street Party gedreht.



House im F-Club , R’n'B auf der Downtown Street Party, Drum&Bass im "Z". Du bist ja ganz schön vielseitig. Wo fühlst du dich musikalisch zu hause?

Saskiah: Auf jeden Fall im R'n'B, das kann ich auch am besten! Seitdem ich allerdings in die anderen Musikstile reingeschnuppert habe, merke ich, dass alles miteinander kombinierbar ist. Wobei schon ein riesengroßer Unterschied besteht zwischen einem Auftritt auf einer Bühne wie gestern bei der Downtown Street Party und einer Drum&Bass-Party.  

Wo liegt der Unterschied?

Saskiah: So ein Abend wie gestern ist schlimm! Ich war wahnsinnig angespannt und aufgeregt, weil man auf der Bühne so präsent ist. Die Leute achten einfach auf alles! Bei solch einem längeren Auftritt ist es auch schwer, dass die Leute tatsächlich dableiben und nicht einfach weggehen. Wenn ich dagegen hinter einem DJ-Pult stehe, nehmen die Leute oft gar nicht wahr, dass da jemand singt. Sie tanzen und denken, mein Gesang sei ohnehin ein Teil des Lieds. Das finde ich viel lockerer und entspannter ? man hat Spaß und beobachtet, wie die Leute tanzen und mit der Musik mitgehen.

Bei Deinem Auftritt auf der Downtown Street Party hast Du viele Coversongs vorgetragen. Du schreibst aber auch eigene Stücke.

Saskiah: Richtig. Die Tracks auf meinem Album habe ich alle selbst und ganz alleine geschrieben, inklusive Melodien und Backups.

Welche Einflüsse enthalten deine Songs?

Saskiah: Auf jeden Fall Aaliyah, die ja leider vor fünf Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Es steckt viel HipHop in meinen Stücken, was man an den Beats erkennt. Und natürlich Destiny’s Child.



Singst du auch auf Deutsch?

Saskiah: Nur Englisch! Für andere Künstler habe ich schon deutsche Sachen gemacht. Aber meine eigenen Stücke singe ich nur auf Englisch.

Heute Abend singst du als Vocal-Act von DJ Treason bei einem Drum&Bass-Set ? das klingt spannend.

Saskiah: Ich bin auch sehr gespannt darauf. Bei House ist es recht einfach ? viel Beat, weniger Melodie, da kann man einfach drauf los singen. Auf Drum&Bass zu singen ist aber sehr schwer, weil die Stücke viel abwechslungsreicher sind. Ich werde mich vor der Party einige Stunden zu Hause auf meine Couch legen, meine Augen schließen, mir Treasons CD anhören und dann heute Abend einfach drauflos singen.  

Und was?

Saskiah: Kommt ganz drauf an, was ich gerade im Kopf habe. Zum Beispiel einen alten Song, den ich ein bisschen umwandle. Oder einfach nur einen Satz. Treason hat zum Beispiel einen Beat produziert, den er “Eat me” genannt hat. Ich finde diesen Satz cool und werde singen, was man sich unter “Eat me” vorstellen kann. Zum Beispiel ein Gefühl, dass man für jemanden empfindet: “Oh mein Gott, du isst mich auf mit dem, was Du mit mir machst” Aus solch einem Satz entstehen dann Gedanken und Gefühle.

Mehr dazu:

 
  • Saskiah singt, seitdem sie zwölf Jahre alt ist. Bereits mit 13 sang sie in ihrer ersten Band. Mit 16 hat sie angefangen, eigene Stücke zu schreiben.

  • Saskiahs eigenes Album wird im August fertig sein. Dann begibt sie sich auf die Suche nach einem Plattenlabel. Produziert wurde ihr Album von den Freiburger HipHop-DJs Al Kapone und Bakerman.

  • Als Teenager ist Saskiah mit einem Dance-Projekt als Vorgruppe von Captain Jack in der Stadthalle aufgetreten: "Das war cool! Die ganze Groupies von Captain Jack wollten auch von uns Autogramme haben und haben geschrien, als wir vorbei gelaufen sind."

  • Ihr bürgerlicher Name ist Saskia Debost. Sie stammt ursprünglich aus Müllheim und arbeitet in der Freiburger Maria-Bar.

  • Heute Abend singt Saskiah als Vocal-Act des Drum&Bass-DJs Treason bei Elektroschock.

Video (Kamera & Schnitt Christoph Wendt):