Interview

Freiburgs jüngster Neu-Stadtrat ist auf dem aktuellen Spiegel-Cover

Fabian Vögtle

Vor einer Woche feierte Simon Sumbert das Ergebnis der Kommunalwahl. Sechs Tage später ist der 21-Jährige auf dem Cover des Spiegel – und kommt als Jungwähler zu Wort.

17.000 Stimmen bekam Sumbert bei der Kommunalwahl – und zieht neben Sergio Schmidt für die Wählervereinigung Junges Freiburg in den neuen Rat ein. Am Samstag war Sumbert dann schon auf der Titelseite von "Der Spiegel" zu sehen. Das Magazin hatte Freiburgs jüngsten Stadtrat neben anderen Vertretern einer Generation vorgestellt, die das Klima zur Existenzfrage machen.

BZ: Erst die Wahl zum Stadtrat und wenige Tage später schon auf dem Spiegel-Cover. Was kommt als Nächstes?
Sumbert: Ich bin schon noch etwas überrumpelt von dieser Woche. Es ist so toll, dass es nach dem intensiven Wahlkampf mit dem Einzug in den Gemeinderat geklappt hat. Ich habe mich sehr über so viele Stimmen gefreut und bin sehr stolz. Mein Handy war danach erstmal überlastet und dann hat noch der Spiegel angerufen. Da konnte ich nicht nein sagen und bin am Donnerstag auch noch zum Fotoshooting nach Köln gefahren. Aber ich denke in den nächsten Wochen wird wieder Normalität einkehren.

BZ: Sie gehören wie Rezo zur Generation Youtube und haben ihn jetzt kennengelernt. Wieso hat er mit seinem Video 14 Millionen Menschen erreicht?
Sumbert: Er hat einen Nerv getroffen mit seiner Kritik und vielen jungen Menschen in Deutschland aus dem Herzen gesprochen. Unsere Generation wurde bisher nicht so ernst genommen, aber in letzter Zeit zeigt sich, dass wir uns stark engagieren und sich dieser Einsatz auch lohnt. Das bekommen auch die Älteren mit, die bisher politisch die Richtung vorgegeben haben.

BZ: Wie wollen Sie denn jetzt vom Protest und vom Internet kommend konkret die Kommunalpolitik als Stadtrat mitgestalten?
Sumbert: Wir haben viel vor und wollen im Gemeinderat in den nächsten fünf Jahren mit lauter Stimme präsent sein. Unser Vorteil ist stärker denn je, dass wir als unabhängige Gruppe wirklich die Interessen und Bedürfnisse von jungen Freiburgerinnen und Freiburgern vertreten können. Das ist für die Jugendgruppen der Parteien nicht so einfach. Es ist zwar schön, dass auch dort jetzt teilweise junge Leute in den Rat gewählt wurden, aber oft sind sie dann doch einem gewissen Fraktionszwang ausgesetzt.

BZ: Junges Freiburg unterstützt Friday-for-Future von Beginn an, der Klimaschutz ist oben auf ihrer Agenda. Doch welche Themen sind für Freiburgs Zukunft noch wichtig?
Sumbert: Wir müssen bei der Wohnungsfrage den Spagat hinbekommen zwischen dem ökologischem Ausmaß und einem Wachstum, dass wir so gestalten, dass es sozial und cool wird etwa in einem neuem Quartier zu wohnen. Bei der Digitalisierung können wir richtig mitmischen, da wir als Digital Natives mit nicht so viel Furcht rangehen, als andere.
Simon Sumbert (21), studiert an der Uni Freiburg Politik und Volkswirtschaftslehre. Er wohnt im Stühlinger und ist ehrenamtlich in der Geflüchtetenhilfe aktiv.

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