Streit um Münstermarkt

Freiburger Wurstfrieden steht: Hauber darf weiterbraten

Joachim Röderer

Nächste Wendung bei der Neuvergabe der Imbissstände auf dem Münsterplatz: Traditionsanbieter Hauber kann nun doch bleiben. Der Burger-Stand, der den Zuschlag erhalten, zieht zurück. Die Stadtspitze sieht den Marktfrieden hergestellt.

Die Lange-Rote-Bräterei Hauber kann nun doch weitermachen. Dies ist die neueste Volte bei der Neuvergabe der Imbissstände auf dem Münsterplatz. Denn: Jetzt hat auch der Betreiber zurückgezogen, der eigentlich vom 1. April an Burger und vegane Maultaschen verkaufen wollte. Nun schaltet sich die Stadtspitze ein und empfiehlt der städtischen Tochter FWTM dringend, den letzten Stand an Hauber zu geben, "um damit den Marktfrieden wieder einkehren zu lassen", so Erster Bürgermeister Otto Neideck gegenüber der Badischen Zeitung.


Kurzfristig war am Dienstag das Thema von der Tagesordnung des Gemeinderates genommen worden – wegen "einer entscheidend neuen Sachlage", wie es in der Begründung an die Gemeinderäte hieß. Denn der Burger-Anbieter, der als achter und letzter Stand ausgewählt worden war – tritt nun überraschend doch nicht an.

Kein Verständnis für krampfhafte Suche

Für den Burger-Stand hatte es eine zweite Ausschreibung gegeben, weil sich zuvor auf das gewünschte Angebot mit einem Imbissstand mit Obst-, Gemüse- und Quarkprodukten kein Interessent gemeldet hat. Nun sprang auch der Ersatz ab. Im Rathaus zeigt man nun klare Kante: Niemand habe Verständnis, dass man auf krampfhafte Suche gehe, wenn man eine Vision nicht verwirklichen könne, so der Erste Bürgermeister Otto Neideck: "Wir wollen das Thema beenden und einem Traditionsunternehmen ersparen, sich gegebenenfalls einklagen zu müssen", so der Bürgermeister zum Streitfall Hauber. Die Wurstbräterei solle den Zuschlag für weitere fünf Jahre auf dem Münstermarkt erhalten, fordert er.

Zur Erinnerung: Herbert und Linda Hauber (seit 1974 dabei) waren im Bewerbungsverfahren bei der FWTM-Auswahlkommission durchgefallen, genauso wie die Bräterei Uhl (seit 1971 dabei). Das hatte zu heftigen Debatten geführt. Der Uhl-Stand kam schon vor einigen Wochen als Nachrücker wieder ins Geschäft, nachdem die Biometzgerei Hügle zurückgezogen hatte – auch weil die Metzgerei eine Reihe unschöner Reaktionen abbekommen hatte. Die Biometzgerei hatte zuvor das beste Ausschreibungsergebnis erzielt.

Künftig gibt es sechs Wurststände

Die Haubers wiederum hatten jüngst angekündigt, gegen die Stadt zu klagen. Ihr Rechtsanwalt hatte am Montag in einem Schreiben an die Gemeinderäte noch einmal das Verfahren in Frage gestellt – der letzte Stand sei rechtswidrig ausgeschrieben gewesen.

Zudem hatten sich die Haubers die Rückendeckung der Wurstkäufer geholt und seit Weihnachten die durchaus stattliche Zahl von knapp 5500 Unterschriften gesammelt. "Die Kundschaft ist wirklich hinter uns gestanden – das war Treue pur", sagte Linda Hauber am Dienstagnachmittag am Telefon – überglücklich über die neue Entwicklung, die sie gar nicht glauben mochte. Damit wird es vom 1. April an auf dem Münsterplatz die sechs Wurststände Meier, Hassler, Hauber, Uhl, Licht und Schuler, den Tofu-Stand und den neu den Fischimbiss vom Forellenhof Fath geben.

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