Freiburger WG beherbergt 20 Papstpilger

Martin Kranz-Badri

Die eigene Bude an Papstpilger vermieten und damit den großen Reibach machen. Diesen Plan hatten nicht wenige Freiburger. Und wurden ob der geringen Nachfrage enttäuscht. fudder-Autor Martin hat eine Freiburger WG gefunden, die 20 Pilger gleichzeitig beherbergt: für 20 Euro pro Nase und Nacht.



Zufall oder göttliche Fügung? Im Innenhof des Wiehremer Fahrradladens stoße ich auf eine Gruppe von Jugendlichen verschiedener Gebetsgruppen aus dem Ruhrgebiet. Die Suche nach Papstpilgern, die sich fürs Wochenende in einer Freiburger Wohngemeinschaft einmieten, hatte ich fast schon aufgegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt ergab meine Recherche auf den zahlreichen privaten Online-Portalen mit Übernachtungsangeboten fürs Papstwochenende keinen einzigen Treffer.


Niemand hatte einen Pilger abbekommen. Nikolas, Cornelius und Verena haben gleich 20! „Wir bieten viel Platz für einen fairen Preis von 20 Euro inklusive Frühstück“, sagt Cornelius, und seine WG-Genossin Verena ergänzt: „Das Geld war nicht das ausschlaggebende. Ich habe bei meinen Reisen viel Gastfreundschaft erlebt. Zum Beispiel als ich in Mexiko nur mit couchsurfing unterwegs war.“



Verena freut sich schon darauf, heute Nacht noch mit den jungen Katholiken zu singen, wenn sie gegen 1 Uhr von der Vigil zurück sind. Da scheint nicht viel Zeit zum Schlafen eingeplant zu sein, denn zwischen 4 und 5 Uhr wollen sie los zum Abschlussgottesdienst. Betti (20) und Claudia (25), die schon in Berlin dabei waren, wollen weit vorne stehen: „Wir wollen dem Papst zeigen, dass die Jugend ihn liebt und zu ihm hält.“ Ann-Christin (20) kennt das wohlige Gefühl der Geborgenheit auf so einem großen Gottesdienstfeld bereits vom Weltjugendtag in Madrid: „Es war so ergreifend, als die eine Million Gläubigen im Gewitter zu singen angefangen haben. “

In Freiburg scheint noch die Sonne, als die Gruppe sich jubelnd auf den Weg macht.