Freiburger Warenwelt: Messerschleifer Dold

Stephan Elsemann

Auf den Wochenmärkten ist er zu finden: Karl Dold, der fahrende Scherenschleifer. Morgen steht er wieder im Stühlinger und in der Wiehre – Gelegenheit den Küchenmessern rechtzeitig vor Weihnachten mal ordentlich Schliff zu geben. Damit der Braten sauber tranchiert werden kann und es ein Fest der Liebe wird.



Karl Dold - Messerschleifer aus Passion

Man muss "e' G'fühl in de Händ' habe, wie e' Aazt bi'm Operiere, sunscht sind's am Arsch". Seit zwölf Jahren führt Karl Dold Operationen durch, in seiner ambulanten Klinik hinten im alten Toyota-Kastenwagen. Er hat sich das Handwerk des Scherenschleifers selbst beigebracht. Dold ist eigentlich Metzger, zwei seiner Brüder besitzen Fleischereien im Schwarzwald, der dritte bewirtschaftet den bekannten Plattenhof am Plattensee.

Anders als bei seinen ehedem, in der Geschichte des Scherenschleifens, meist schief angesehenen Kollegen sind die Dienste von Karl Dold hoch begehrt. Viele Kunden warten schon auf den nächsten Wochenmarkt und notieren sich eifrig seine Temine und das liegt wohl auch an ihm selbst. Karl Dold geht gern unter die Leute und sucht das Schwätzchen mit den Kunden.

Es liegt aber wohl auch an seinem Talent. Eine Kundin, die gleich eine ganze Kollektion von Messern und Scheren vor ihm ausbreitet ausbreitet, ist vom Fach und weiß was sie tut, denn sie hat lange bei WMF (Württembergische Metallwarenfabrik) gearbeitet in Geislingen.

Defekte Messer und Scheren bringen ihre eigenen Krankengeschichten mit und verlangen eine individuelle Behandlung. Hochwerige Küchenmesser zum Beispiel, sie machen Freude, solange sie scharf sind. Hobbyköche wissen das. Man ist gerne, bereit, einen ganzen Berg Karotten oder Zwiebeln klein zu schnibbeln, wenn man weiß, wie leicht es mit einem guten Messer gehen kann.

Doch so ein Messer will bei Laune gehalten werden. Scharfe Messer sind überaus empfindlich, weil die Schneide so fein ist. Fehlbehandlung kann zu Verletzungen führen nicht nur bei Koch oder Köchin, sondern vor allem bei der Schneide. Dann ist die Stunde von Karl Dold gekommen, denn solche Messer, die gerne 60 bis 80 Euro kosten, werden für drei, vier Euro wieder wie neu.



Doch nichts was scharf gemacht werden kann, ist vor ihm sicher. Brotmesser mit Wellenschliff, Äxte, Stemmeisen und anderes Werkzeug werden ihm gebracht. Und Scheren natürlich, sie sind am schwierigsten zu richten. Sie werden nur einseitig geschliffen und die beiden Scherenblätter müssen zusammenspielen.

 

Notizen für den Einkaufszettel

Die Preise von Herrn Dold sind sehr zivil. Ein kleines Kochmesser kostet 1,40 Euro, das große Kochmesser zwischen drei und vier Euro. Eine Schere wird für vier Euro wieder scharf. Aufwändiger sind die Wellenschliffe. Ein Brotmesser wird für vier Euro wieder jung. Und auch das runde Schneideblatt der Brotschneidemaschine kann geschärft werden - für acht Euro.

 

Adresse

Karl Dold
Burgstraße 26
79189 Bad Krozinngen-Tunsel
0171-4489512
schleifereidold@t-online.de

Termine

 
  • Wochenmarkt im Stühlinger
    Mittwoch, 15.12. 8 bis 13 Uhr
  • Wochenmarkt am alten Wiehrebahnhof
    Mittwoch, 15.12. 14 bis 18 Uhr
  • Wochnmarkt in Merzhausen
    Mittwoch, 22.12., 14 bis 18 Uhr
  • Kirchzarten
    31.12., 9 bis 17 Uhr

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie: Stephan Elsemann