Freiburger Warenwelt: Honig-Galerie

Stephan Elsemann

Ein kleines Honigimperium ist die Honig-Galerie in der Fischerau. Bienenkönigin ist Susanne Heldt, die ungefähr 60 verschiedene köstliche Sorten Honig anbietet. Viele Kunden kommen allerdings wegen etwas ganz anderem.



Susanne Heldt und ihr Geschäft

Schon früher war am gleichen Platz ein Honiggeschäft. Honig Waetzel hieß es. Doch, dass Susanne Heldt hier wieder ein Honiggeschäft eröffnen konnte, hat sie dem ausdrücklichen Willen des Vermieters zu verdanken, der Kontinuität wünschte und  deshalb die Ladenmiete verträglich gestaltete.

Das ist wirklich keine Selbstverständlichkeit an diesem ebenso idyllischen wie umsatzträchtigen Platz in Freiburgs Altstadt. Man kann das gar nicht genug loben.



Susanne Heldt hat ihre Chance genutzt und wohl das beste daraus gemacht.

Kein anderes Geschäft in Freiburg und Umgebung dürfte 60 verschiedene Honige im Angebot haben – eine einzigartige Auswahl. Aber damit ist das Besondere von Susanne Heldts Geschäft nicht hinreichend erklärt. Denn Susanne Heldt kümmert sich höchst intensiv um ihre Produzenten.



Gemeint sind hier die Imker, mit denen sie zusammenarbeitet und nicht die Bienen, obwohl sie privat auch eine paar Bienenstöcke besitzt.  Ungefähr zwanzig Imker arbeiten für sie. Vier Imker liefern exklusiv für die Honig-Galerie.

Zusammenarbeit bedeutet für Frau Heldt vor allem auch Kontrolle. Ein Honig muss kalt verarbeitet werden, damit er Geschmack und gesundheitfördernde Wirkung behält. Das ist bekannt. Damit man Honig aber in seiner geschmacklichen Vielfalt erleben kann, kommt es auf die Wahl des Standorts und des richtigen Zeitpunkts für den Bienenflug an.



Die Versuchung, Sorten zu vermischen, ist groß, denn das Gesetz erlaubt vierzig Prozent Fremdanteil. Ein Tannenhonig muss also nur zu circa zwei Dritteln aus Tannenhonig bestehen, damit er legal so heißen darf. Das ist nichts für Frau Heldt. Da ist sie streng. Abweichungen vom Standort kann man nämlich nachweisen. Und die bebliebte Erwärmung zum schnelleren Abfüllen auch.

Hier und sonst nirgends

Und weil so streng kontrolliert wird, kann man hier Honige kosten und dabei ihre erstaunliche Geschmacksvielfalt entdecken. Zwei Weißtannenhonige stehen im Laden, beide aus dem Schwarzwald. Sie sehen völlig unterschiedlich aus; sie duften und schmecken auch ganz verschieden, obwohl die Bienenkörbe nur 30 Kilometer entfernt voneinander waren.



Der außergewöhnlichste Honig allerdings stammt aus Sardinien, es ist der Corbezzolo, oder Miel d'Arbousier, wie er auf Korsika genannt wird, zu deutsch: Erdbeerbaumhonig. Der Erdbeerbaum ist kein Baum, sondern ein Strauch, ein Heidekraut das rund ums Mittelmeer wächst und  im Winter blüht und erdbeerähnliche, aber ungenießbare Früchte trägt.



Erdbeerbaumhonig ist extrem selten und teuer. Denn im Winter zur Blütezeit haben auch die Bienen am Mittelmeer eigentlich Pause. Sein Geschmack ist unglaublich intensiv, mit einem starken Bitterton als Kontrast zur Süße - nichts für jeden. Öffnet man ein Glas, so duftet bald der ganze Raum danach.

Eine große Fangemeinde hat Susanne Heldts Laden allerdings wegen eines ganz anderen Produkts. Es sind die Goufrais, kleine mit Kakao bestäubte Guglhupfe aus kühl schmelzender Schokolade. Sie gibt es nur in der kalten Jahreszeit. Der Geschmack ist einfach köstlich. Er erinnert sehr stark an Eiskonfekt, die kleinen Schokolodenstücke in bunten Aluförmen, die es früher häufig zu Weihnachten gab. Sie sind ideale Begleiter zum Espresso.



Notizen für den Einkausfzettel

Honig bekommt man ab 5,50 Euro (500g), einen Blütenhonig vom Kaiserstuhl. etwa. Teuerster Honig ist der Corbezzolo für 12 Euro. (250g). Viele Produkte um die Biene herum sind ebenfalls zu haben. Das sind unter anderem Kosmetika mit Propolis, eine Zahnpasta zum Beispiel. Süßigkeiten wie Honigbonbons oder Printen für 2,70 Euro (100g). Die leckeren Goufrais kosten 3,90 Euro (100g) oder 16,50 Euro (500g).



Kerzen in allen Größen und selbstverständlich aus Bienenwachs dürfen nicht fehlen  in einem Geschäft rund um Bienenprodukte. Sie stammen zum Teil aus eigener Herstellung. Der ganze Laden duftet danach.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen in Richtung Martinstor gehen, am Martinstor links vorbei, die Gerberau kreuzen und danach schräg links in die Fischerau einbiegen. Die Honig-Galerie liegt zur Rechten - unübersehbar, denn das Haus springt nach vorne aus der Straßenzeile. Vier Minuten.



Adresse

Honig-Galerie
Fischerau 8
79098 Freiburg
0761-2024447
info@honiggalerie.de
Website

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 16 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann