Freiburger Warenwelt (12): Casa Portugal

Stephan Elsemann

Eines der liebenswürdigsten Geschäfte in Freiburg ist die Casa Portugal und eine Fundgrube für Leckereien – nicht nur aus Portugal. Stephan hat sich das Geschäft angesehen und dabei auch das Geheimnis der weißen Truhen lüften können.



Die Menschen hinter der Ladentheke

Seit acht Jahren haben Olivia und Grégorio Reves ihr Geschäft in der Schwarzwaldstraße – dort, wo sie am lautesten und unwirtlichsten ist. Wer will, mag im Straßenlärm das Brausen des Atlantiks wiedererkennen, denn die beiden schaffen es, mit ihrer liebenswürdigen und gelassenen Art jeden Einkauf zu einem kleinen Ausflug nach Portugal zu machen.



Notizen für den Einkaufszettel

Entspannt lassen sie es auch beim Sortiment angehen, und so finden sich in der Casa Portugal nicht ausschließlich portugiesische Lebensmittel, sondern das, was die Kundschaft in einem portugiesischen Laden erwartet. Viel Spanisches ist dabei und Brasilianisches dazu. Auch italienische Pasta hat ihren Platz hier gefunden (0,95 Euro).



Portugiesisch ist der Espresso-Kaffee der Marke Sical (15,95 Euro/Kilo), und der ist ausgezeichnet. Auch bei den Weinen wird man schnell fündig. Der Castelinho für 4,95 Euro schmeckt sehr gut, genau wie der Terra des Lobos für (5,95 Euro), letzteren gibt's auch im 5-Liter Karton komplett mit Zapfhahn für ganze zwölf Euro.

Eine schöne Übung in Understatement ist das und ein Tipp für die kommende Party, denn dass ein so guter Rotwein aus einem Karton kommen kann, dürfte wohl jeden Gast verblüffen.



Portwein von Ferreira kostet 10,95 Euro, Cachaca für den Caipi bekommt man in der Literflasche für 18,95 Euro. An der Frischtheke finden sich einige leckere Schafs- und Ziegenkäse zwischen 1,55 und 3,10 Euro. Chorizo, die Paprikasalami, kostet 1,49 Euro. Unbekannter in Deutschand ist Lomo (1,99 Euro). Das ist Schweinelende als Aufschnitt, eine magere und preiswertere Alternative zu Schinken.



Hier und sonst nirgends

Doch nirgends bekommt man für so wenig Geld einen so tollen Serrano-Schinken: 2,20 Euro für 100 Gramm. Olivia Reves schneidet ihn hauchdünn, wenn man sie darum bittet, und packt ihn sorgsam ein, damit die Scheiben nicht aneinander peppen. Der noch bessere Iberico kostet nur 2,59 Euro – auch das ist rekordverdächtig.



Verborgen sind einige der anderen Schätze des Geschäftes. In zwei Tiefkühltruhen in unschuldigem Weiß warten Shrimps, Schwertfische, Tintenfische und anderes Meergetier auf ihre Erlösung aus dem Kälteschlaf.



Die Kilopreise sind mit Kreide auf eine Tafel geschrieben, als würde man in einer Markthalle zum Tagespreis einkaufen. 32,95 Euro bis 15,95 Euro kostet ein Kilo – nach Größe absteigend notiert – von Null bis Fünf. Sie sind tiefgefroren wie fast alle Garnelen, die man hierzulande kaufen kann, und kiloweise in Pappschachteln verpackt. Preiswertere Shrimps als hier findet man wohl kaum in Freiburg.



Aber wer braucht schon gleich ein Kilo? Damit sich die einzelnen Garnelen voneinander lösen, wirft Frau Reves die Schachtel mit Karacho auf den Boden. Jetzt können sie nach Gewicht verkauft werden.

Das Meer ist weit weg und tiefgefrorene Garnelen sind in Süddeutschland daher in der Regel die bessere Wahl beim Einkauf. Werden einmal nicht gefrorene Shrimps angeboten, so sind diese meist nicht fangfrisch, sondern bloß aufgetaut und man weiß dann nicht wie lange schon.



Adresse


Casa Portugal
Schwarzwaldstraße 12
79102 Freiburg
0761-73193

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9 bis 13 Uhr und 14.30 bis 20 Uhr
Samstag 9 bis 16 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann