Freiburger Studierende organisieren Sommerschule über erneuerbare Energien

Philip Aubreville

Nachhaltige Energieversorgung: Ja, aber wie? Im Rahmen der Sommerschule "Solar Shift - Solar Application For Rural Development" treffen sich zur Zeit 25 Experten aus Ländern wie Pakistan oder Brasilien mit ihren deutschen Kollegen in Freiburg, um sich zu erneuerbaren Energien auszutauschen. Im Interview erklärt Benedikt Mayerle, der das Projekt mit 26 weiteren Studenten organisiert hat, was ihn für die Konferenz begeistert.



fudder: Benedikt, worum geht es bei dieser Sommerschule überhaupt?

Benedikt Mayerle: Wir haben 25 Alumni deutscher Universitäten aus 22 Entwicklungsländern nach Freiburg eingeladen, die heute als Professoren, Regierungsbeamte oder Entscheidungsträger in der Industrie Experten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien sind.

Der Besuch ermöglicht de Erfahrungsaustausch über Solartechnologien für die ländliche Entwicklung mit deutschen Kollegen. Wir bieten Vorlesungen und Workshops zu Themen wie Photovoltaik oder Solarthermie, aber auch Exkursionen an. Es geht hierbei nicht nur um technische, sondern auch um wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte erneuerbarer Energien.

Ihr habt dieses Projekt ja selbst organisiert. Wie kam es dazu?

Wir studieren alle im Masterstudiengang „Renewable Energy Management“ am Zentrum für Erneuerbare Energien an der Universität Freiburg, und im Rahmen dieses Studiums ist es Pflicht, ein eigenständiges Projekt zu stemmen.

Es gab mehrere Projekte zur Auswahl, die verschiedene Studenten ausgearbeitet haben. Eines davon war die Veranstaltung einer Alumni-Sommerschule, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ausgeschrieben wurde. Für dieses Projekt haben wir uns dann entschieden und uns erfolgreich beim DAAD beworben.

Wie groß war der Aufwand?

Der Arbeits- und Zeitaufwand ist nicht quantifizierbar. Wir haben einen Projektplan aufgestellt und demgemäß Aufgaben verteilt. Daneben gab es wöchentliche Teamsitzungen und natürlich eine lange Vorbereitungszeit. Doch der Aufwand hat sich gelohnt, denn bis jetzt läuft es erschreckend gut und die Rückmeldungen sind durchweg positiv.



Was ist eure Motivation? Ist das Projekt nur eine Pflichtveranstaltung oder gibt es noch andere Gründe für euren Einsatz?

Zunächst einmal bekommt man einen guten Einblick ins Projektmanagment und lernt eine Menge über "Renewable Energy Management" an einem praktischen Beispiel. Außerdem ist der Kontakt mit Gästen aus aller Welt natürlich reizvoll.

Unser Engagement hat aber auch einen klar idealistischen Hintergrund: Es geht um einen Austausch auf Augenhöhe mit Experten aus aller Welt. Wir sind davon überzeugt, dass nur erneuerbare Energien dem Energiebedarf der Zukunft gerecht werden.

Hat der Idealismus auch etwas mit den Herkunftsländern der Almuni zu tun?

Nein, es geht nicht darum, jemanden zu belehren. Experten in Entwicklungsländern wissen schon längst, wie die erneuerbaren Energien zu nutzen sind. Allerdings gibt es in jedem Land verschiedene Rahmenbedingungen, etwa wie neue Technologien in unterschiedlichen Ländern aufgenommen werden. Wir sehen unsere Sommerschule als Plattform zum Erfahrungsaustausch, um Projekte im Bereich der ländlichen Entwicklung besser verwirklichen zu können.

Was waren die bisherigen Höhepunkte für dich?

Da wären zunächst einmal die Vorlesungen und Workshops zu nennen, an denen wir als Gasthörer teilnehmen können. Für mich persönlich war das größte Erlebnis, so viele Menschen aus verschiedenen Ländern zu treffen, diese Leute persönlich kennenzulernen und sie als Gastgeber in Empfang zu nehmen. Ein Kollege hat das schön formuliert: „Es macht stolz, eine Konferenz initiiert zu haben, für die sich 300 Leute aus aller Welt beworben haben, von denen jetzt 25 hier in Freiburg sind.“



Was steht bei der diesjährigen Sommerschule noch auf dem Programm?

Unsere dreiköpfige Projektleitung wird die Teilnehmern der Sommerschule zur Intersolar nach München begleiten. Dort präsentieren dann ausgewählte Teilnehmer die Ergebnisse unserer Sommerschule und tauschen sich mit den Teilnehmern zweier weiterer Sommerschulen aus, die an den Unis Kassel und Gießen stattgefunden haben.

Wie sind eure weiteren Pläne bezüglich der Sommerschule?

Ob es nächstes Jahr wieder eine Sommerschule gibt, ist noch unklar. Aber für mich persönlich hat das einen Stein ins Rollen gebracht, ich arbeite bereits am nächsten Projekt zu erneuerbaren Energien.

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