Vereinte Nationen

Freiburger Studierende kämpfen in Wettbewerb um eine Million US-Dollar

Gina Kutkat

Sie haben ein Gerät entwickelt, das für sichere Operationen in Entwicklungs- und Schwellenländern sorgen soll: Vier Studierende der Uni Freiburg stehen mit ihrer Erfindung im Finale des Hult Prizes der UN. Sie haben sich gegen 150.000 Bewerber durchgesetzt.

Der Name ist futuristisch, die Idee dahinter vielleicht eine Million US-Dollar wert: Vier Studierende der Uni Freiburg haben ein Gerät entwickelt, das medizinische Instrumente unter anderem mit Solarenergie sterilisiert. Mit dem sogenannten "Hybriclave" und ihrem Unternehmen stehen Laila Berning, Saji Zagha, Federico Castillejo und Andrew Bonneau im Finale des Hult Prize bei den Vereinten Nationen in New York.


"Ich schätze unsere Chancen als ganz gut ein, da wir bei unserem Pitch in der sechsten Woche bereits den ersten Platz belegt haben, aber alle Teams präsentieren vielversprechende Unternehmen", sagt Laila Berning. Die 25-Jährige studiert wie ihre Teammitglieder an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg "Environmental Governance" und steht kurz vor ihrer Masterarbeit.

Als einziges Team aus Deutschland in der Endrunde

Gegen 150.000 Bewerber haben sich die Freiburger – alle Mitte bis Ende zwanzig – bereits durchgesetzt und als einzige deutsche Gruppe für die Endrunde in New York qualifiziert. Dort geht es am 15. September um das Preisgeld von einer Million US-Dollar. "Gegen uns treten noch fünf weitere Teams an", so Berning.

Im Fokus ihrer Idee stand ein Problem: Weil ländliche Krankenhäuser nicht immer Zugang zu Elektrizität haben, ist es schwierig, medizinische Instrumente zu sterilisieren. "Wir konzentrieren uns auf Entwicklungs- und Schwellenländer, dort ist Elektrizität nicht immer verfügbar", sagt Berning. Normale Geräte zur Sterilisation – Autoklaven genannt – seien in diesen Ländern deswegen nicht geeignet.

Ihre Mission: Weltweit sichere Operationen ermöglichen

Der Hybriclave misst etwa 1,5 Meter und funktioniert mit solar-thermischer Energie. Durch verschiedene Energiequellen werden Hitze, Druck und Dampf im Druckbehälter generiert, um die Instrumente zu sterilisieren. Einen ersten Prototypen haben die Studierenden mit ihrem Ingenieur in Uganda entwickelt. "Die ersten Tests sind positiv verlaufen", so Berning. "Gerade bauen wir auch einen Prototypen für Deutschland, um noch mehr Tests in Zusammenarbeit mit dem Labor des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene in Freiburg durchzuführen."

Die vier Studierenden, die alle schon in diversen Geschäftsgründungen involviert waren, bauen nebenbei das Startup "Noor Medical" auf. Ihre Mission ist es, weltweit sichere Operationen zu ermöglichen. Aktuell sind sie dabei, ihr Unternehmen in Dänemark zu registrieren. Sollten sie den Wettbewerb tatsächlich gewinnen, wird das Preisgeld in das Startup gesteckt.

Kommenden Mittwoch fliegt das Team nach New York, bis dahin feilen die vier noch an ihrer Präsentation und suchen nach weiteren Projektpartnern. Und auch, wenn es nicht zu einem Sieg reicht, war die Teilnahme am Hult Prize für alle ein Gewinn. "Bei der UN sitzen auch einige Investoren und potentielle Partner im Publikum, für die unsere Idee interessant sein könnte."


Zum Wettbewerb

Beim Hult Prize handelt es sich um einen studentischen Wettbewerb, der den Fokus auf die Bekämpfung von Umweltproblemen und humanitären Krisen legt. Das Motto 2018 lautet: "To use the power of energy to transform the lives of 10 million people by 2025", auf Deutsch: Die Energie nutzen, um das Leben von 10 Millionen Menschen bis 2025 zu transformieren. Der Wettbewerb ist eine Partnerschaft zwischen der Hult International Business School und der Clinton Global Initiative.