Freiburger Studierende entwickeln ein intelligentes Fahrradpedal – unter anderem mit Diebstahlschutz

Felix Klingel

Ein Produkt, das die Herzen von Mountainbikern und Daten-Analysten höherschlagen lässt – aber auch für den normalen Fahrradfahrer gedacht ist: Freiburger Studierende haben ein intelligentes Pedal entwickelt, das viele Funktionen in sich vereint.

Fahrraddiebstähle sind eine ärgerliche Sache – aber in Freiburg leider an der Tagesordnung. Es wäre doch praktisch, wenn man sein Fahrrad einfach mit dem Handy oder PC orten könnte. Freiburger Studierende haben ein intelligentes Fahrrad-Pedal entwickelt, dass einen solchen Diebstahl-Schutz bietet.


Außerdem viele weitere Funktionen: genaue Daten über Fahrgeschwindigkeit, gefahrene Kilometer und durch Treten erzeugte Energie. Für Mountainbiker zeichnet das Pedal auf, wie lange das Fahrrad bei Sprüngen in der Luft ist und bald soll das Gerät auch noch bei einem Sturz einen Notfallpartner informieren können. Smartfaraday heißt das Pedal, das gerade beim bundesweiten COSIMA-Wettbewerb für Einsatzmöglichkeiten von Mikrosystemen den ersten Preis gewonnen hat.

Die Studierenden wollen das Pedal auf den Markt bringen

Entwickler sind die Studenten David Stork (23), Konstantin Hoffmann (27) und Dominik Leclerc (24). David und Konstantin studieren Mikrosystemtechnik und haben sich vor allem um die Sensoren und Elektronik gekümmert. Dominik studiert Embedded Systems Engineering und ist vor allem für die Programmierung verantwortlich. Im Team ist außerdem Ann-Kathrin Leiting, die sich als Wirtschafts-Studentin um die Überführung in ein wirtschaftliche Produkt kümmert. Denn das Ziel der Macher ist klar: "Wir wollen gründen und das Produkt an Leute bringen", sagt David.

Die Studierenden rechnen bei Marktreife mit einem Preis von 250 Euro für das Gerät. Nicht ganz günstig, oder? "Andere Fahrradcomputer auf dem Markt kosten ebenso viel – können aber weniger und sich nicht Energieautark", sagt Konstantin. Denn das Pedal holt sich die Energie aus der Bewegung beim Fahren – braucht also keinen externen Strom. "Beim Treten spürt man den extra Antrieb nicht", sagt Dominik.

Das Pedal ist etwas für Mountainbiker und Stadtradler

Das Smartfaraday Pedal ist nicht nur für Mountainbiker und Sportradler gedacht – auch den normalen Fahrradfahrer soll es ansprechen. Zum Beispiel Berufspendler: "Mit dem Pedal sieht man, wie viel CO2 man eingespart hat, weil man Rad statt Auto fährt – das motiviert", sagt Konstantin. Außerdem ist die Diebstahl-Warnung für Stadtradler interessant. Die Mountainbiker dürften sich vor allem über die vielen Daten freuen, die man über das Pedal auf sein Handy oder den Computer bekommt. Außerdem ist die Notfall-Funktion bei einem Sturz wichtig – gerade weil das ganze durch ein eigenes Netz auch ohne Mobilfunkempfang funktionieren soll.

Von der ersten Idee bis zum jetzigen Prototypen sind fast zwei Jahre vergangen. "Wir haben auch einiges verändert", erklärt David. Anfangs funktionierte das Pedal noch mit Solarenergie. "Etwas ungeschickt, da ja der Fuß dann beim Fahren auf der Solarzelle steht", sagt David und lacht.

Der Name erweist einem Physiker die Ehre

Der Name des Pedal setzt sich aus Smart, also intelligent, und den Nachnamen des Physikers Michael Faraday zusammen. Er hat den Elektromagnetismus entdeckt – und damit vor mehr als 200 Jahren den Grundstein für das Antriebsmodell des Pedals gelegt.

Entstanden ist das Projekt ursprünglich aus dem Mikrosystemtechnik-Kurs "Design Lab", bei dem Studierende an einem eigenen Produkt arbeiten. Den Machern des Smartfaraday-Pedals war dabei schnell klar, an was sie arbeiten wollen: Sie sind selbst begeisterte Fahrradfahrer.

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