Freiburger Student erhält Microsoft-Stipendium

Adrian Hoffmann

Eine besondere Ehre ist einem Freiburger Informatikstudenten zuteil geworden: Thomas Wies erhielt als einziger Deutscher in diesem Jahr und als zweiter Deutscher überhaupt ein Promotionsstipendium des europäischen Forschungsprogramms von Microsoft. Es unterstützt herausragende Studenten, deren Promotionsprojekte einen entscheidenden Beitrag zur Informatik versprechen. Das Stipendium ist mit insgesamt 90.000 Euro dotiert und läuft über drei Jahre. Glückwunsch!Bereits während seines Studiums, so heißt es in einer Uni-Pressemitteilung, hat sich Thomas Wies mit zwei viel beachteten Publikationen hervorgetan. Mit seinem Promotionsprojekt setzt er sich nun ein hohes Ziel: Auf der Basis komplexer mathematischer Methoden sucht Wies nach Möglichkeiten, Fehlerfreiheit bei der Anwendung von Computersoftware und Betriebssystemen zu garantieren. Ein Thema von aktueller Brisanz, denn dabei geht es nicht zuletzt um die Sicherheit des Internets. "Programmabstürze sind zwar nervig", erklärt Thomas Wies, "zählen aber eigentlich eher zu den harmlosen Folgen von Programmierfehlern. Viel ernsthafter ist das Sicherheitsrisiko, dass durch solche Fehler entsteht, denn sie werden systematisch ausgenutzt, um über das Internet unbemerkt Daten des Benutzers auszuspähen oder schädliche Software wie Viren und Trojaner auf dem betroffenen Computer zu installieren."Gemeinsam mit seinem Doktorvater Professor Andreas Podelski entwickelt Thomas Wies ein Werkzeug, um Fehler in Programmen automatisch aufzuspüren. Werden keine Fehler festgestellt, wird ein mathematischer Beweis erbracht, der die Fehlerfreiheit formal bestätigt. "Die Herausforderung bei diesem Projekt liegt in einem der fundamentalen Gesetze der Informatik", sagt Wies. "Dieses besagt nämlich, dass es kein Programm geben kann, dass die Fehlerfreiheit eines beliebigen anderen Programms verifiziert." Das theoretisch Unmögliche praktisch möglich zu machen, so könnte man das Unterfangen des Doktoranden gewissermaßen zusammenfassen. Mit 90.000 Euro fällt das vielleicht leichter.