Freiburger Start-Ups: Rollholz

Maike Sommer

Rollholz - das ist kein Küchengerät, sondern das Produkt eines Freiburger Start-Ups, welches zur Körpermassage und Entspannung gedacht ist. Wir haben die drei Gründer gefragt, was Rollholz kann und wie sie die Idee ihrer Oma erklären würden.

Das Produkt

Das Rollholz kann für die Regeneration nach dem Sport und für Beweglichkeitstraining genutzt werden. Außerdem helfe es bei Schmerzen und Verspannungen. "Mit der Rolle kann man lokale Verhärtungen aufgrund körperlicher Fehlhaltungen sowie verklebte Faszien lösen", erklärt Lukas Jablonka, einer der drei Gründer.

"Wir hatten die Idee, eine optimierte Variante einer Faszienrolle zu entwickeln, die ökologisch, nachhaltig und regional ist", sagt Gründer Frieder Kellmann über Rollholz. Die Faszien sind die Weichteile des Bindegewebes, die den ganzen Körper umhüllen. Mit der Rolle sollen diese entspannt werden. Neben dem Rollholz entwickeln die drei Gründer auch Massagebälle und kleinere Rollen aus Buchen- und Erlenholz, welche regional im Schwarzwald produziert werden.

"Ganz wichtig ist das Design des Rollholz mit seiner mittigen Kerbe, durch welche der Druck optimal verteilt wird und zum Beispiel die Wirbelkörper ausgespart werden", erklärt Frieder Kellmann. Die drei Sportwissenschaftler haben früher selbst klassische Faszienrollen genutzt und festgestellt, dass diese funktional verbesserungswürdig seien. Vorteile des Rollholzes seien neben der Kerbe die Nachhaltigkeit und die Langlebigkeit.

Die Holzprodukte werden im Schwarzwald gedrechselt und anschließend von den drei Gründern in der Endfertigung mit Leinöl bearbeitet. Anschließend werden sie in Biobaumwolltaschen verpackt und einzeln oder im Set als auch in zwei Holzsorten angeboten. "Buchen- und Erlenholz unterscheiden sich hinsichtlich Gewicht, Optik und Haptik bzw. Hautgefühl. Erle ist hochwertiger und leichter", erklärt Niclas Niemann.

Erklär das mal meiner Oma

Frieder Kellmann: "Unser Produkt ist eine Rolle aus Holz die dazu dient, den Körper zu massieren. Dadurch werden Verspannungen gelöst, Schmerzen reduziert und ein Wohlbefinden ausgelöst."

Die Gründer

"Wir haben uns 2010 im gemeinsam Studium der Sportwissenschaften kennen gelernt", erzählt Lukas Jablonka. Die Drei sind gute Freunde und haben im Mai 2015 angefangen, die Produktidee zu entwickeln, welche im Dezember desselben Jahres auf dem Markt erschien. Frieder Kellmann und Lukas Jablonka haben nach dem Bachelor als Sporttherapeuten gearbeitet, ersterer im Bereich der manuellen Trainingstherapie. Niclas Niemann promoviert nun, Lukas Jablonka arbeitet in der betrieblichen Gesundheitsförderung, als Personal Trainer und gibt Workshops und Kurse zum Thema Gesundheit.

Die Finanzierung / Das Geschäftsmodell

"Wir hatten keine Investoren sondern ein kleines Startkapital aus eigenen Geldern. Zu Beginn haben wir geringe Stückzahlen produziert und nach und nach die Produktion erweitert", sagt Niclas Niemann. Alle weiteren Produkte haben sie anschließend aus den Einnahmen finanziert.

"Wir haben Leute aus unserem Umkreis und auch andere Menschen, welche aufgrund ihres Berufes Interesse an unserem Produkt haben könnten, kontaktiert", erzählt Frieder Kellmann über die Bekanntmachung von Rollholz. Außerdem haben die drei in Eigenregie ihre Website www.rollholz.com erstellt und besuchen Messen und Conventions.

Was sagt Mama dazu?

"Meine Mutter ist von Rollholz begeistert und benutzt es mittlerweile selbst. Sie ist immer sehr interessiert an unseren Zukunftsplänen", erzählt Niclas Niemann. Auch Frieder Kellmanns Mutter unterstützt ihren Sohn und traut den drei Gründern einiges zu. Lukas Jablonka berichtet: "Meine Mutter ist froh, dass ich meinen Ideen nachgehe und unterstützt mich dabei. In der Produktion von Rollholz sieht sie ein Stück Freiheit und Selbstbestimmung im Gegensatz zur Abhängigkeit eines Arbeitnehmers."

Was spricht dafür und dagegen, in Freiburg zu gründen?

"Unser Produkt passt zu Freiburg und den Menschen, die hier leben", sagen die Sportwissenschaftler. Zwar sei Freiburg keine Weltstadt und die Zielgruppe eingeschränkt, doch durch Medien könne man die Produkte auch deutschlandweit und gegebenenfalls weltweit vermarkten. Auch die Nähe an der Schweiz und an Frankreich spreche für Freiburg. Außerdem ist die Nähe zum Schwarzwald für die Produktion von Rollholz ein regionaler Vorteil.

"Ein Nachteil für unsere Stadt könnten eventuell die hohen Mietpreise für Häuser und Lagerhallen sein", sagt Frieder Kellmann. Doch für die drei Gründer überwiegen in Freiburg die Vorteile für ihr regionales Produkt.

Welche Tipps gebt ihr anderen Gründern mit auf den Weg?

"Man sollte von dem was man macht begeistert sein, dann führt der Weg zum Ziel", sagt Niclas Niemann. Die drei sind sich einig, dass man nicht alles zu 100 Prozent perfekt machen müsse. "Auch wenn es mal Rückschläge gibt, kann man wertvolle Erfahrungen sammeln", sagt Frieder Kellmann.

Lukas Jablonka schlägt Neugründern außerdem vor, sich in Kontinuität und Geduld zu üben. "Wir treffen uns regelmäßig und stehen jederzeit in Kontakt. Diese Kontinuität hilft, in Zeiten, in denen man schwer vorankommt, die gemeinsamen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren ", erzählt der 32-Jährige.

Als sehr hilfreich haben es die drei empfunden, durch ein privates Startkapital nicht von möglichen Einnahmen abhängig zu sein, um Kredite zurück zu bezahlen.

Zukunftspläne

Die Gründer möchten ihr Produkt gerne weiter verbreiten und in Deutschland sowie möglicherweise auch international bekannt machen. "Die Rollhölzer tragen dazu bei, das Bewusstsein für die eigene Gesundheit sowie den Umgang mit Körper und Natur zu verbessern", sagen Lukas Jablonka und Niclas Niemann. Außerdem möchten sie ihre Produkte verbessern und neue Ideen umsetzen.
blackforestsport GbR Rollholz
Reiterstraße 28, 79100 Freiburg
Website: www.rollholz.com
facebook: Rollholz