Freiburger Start-Ups: Gartenpaten

Lisa Göllert

Menschen, die einen Garten haben mit Menschen, die gerne einen Garten hätten zusammenzubringen : Das ist das Ziel des Freiburger Start-Ups Gartenpaten. Wir stellen es vor.

Freiburg, alias "Little Berlin"? In der neuen Serie "Freiburger Start-Ups" stellen wir Dir innovative Ideen aus dem badischen Land vor, die auch aus Berlin Mitte stammen könnten.

Ein eigener Garten, zum Gemüseanbau oder Relaxen. Für viele Städter ist das nur ein Traum. Gartenpaten ändert das, indem Nutzer Gartenpatenschaften übernehmen können.

Das Produkt

Gartenpaten ist eine Online-Plattform, die Nutzern bei der Vermittlung oder Suche eines Gartens helfen soll. "Wir wollen die Menschen zusammenbringen, denen ihr Garten zu groß oder eine Last ist und diejenigen, die ein kleines Fleckchen Grün suchen", schildert Mitgründerin Veronika Wendt. "Die Nutzer klären dann miteinander, ob der Suchende dem Teilenden ein Kilo Ernte pro Monat oder Geld gibt."

User aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können Gartenpatenschaften übernehmen. Dazu ist eine kostenlose Online-Registrierung nötig. Aktuell hat Gartenpaten rund 700 Nutzer. Das Projekt startete vor zwei Jahren. "Anfangs war das nicht professionell – unsere Homepage war 'Marke Eigenbau'", scherzt Veronika. Seit diesem März ist die neue Website online. Zusätzlich bieten die Mädels Workshops oder Produkte rund ums Thema Gärtnern an.

Die Gründer

Die 27-jährige Leonie Culmann und die 29-jährige Veronika Wendt haben Gartenpaten gegründet. Beide eint nicht nur die Heimat NRW und eine langjährige Freundschaft, sondern vor allem die Liebe zur Natur. Leonie hat Wildtiermanagement studiert und arbeitet neben dem Projekt halbtags bei der Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt in Freiburg. Wenn sie nicht gerade arbeitet oder an Gartenpaten bastelt, ist sie am liebsten in ihrem Gemüsegarten.

Veronika hat Forstökologie studiert. Für Gartenpaten hat sie sogar ihren Job gekündigt, um sich komplett auf das Projekt zu konzentrieren.

Die Idee

Die Idee habe sich im eigenen Freundeskreis entwickelt. Viele hätten in Wohngemeinschaften gewohnt und keinen Garten gehabt. "Wir wollten Stadtbewohnern die Chance geben, raus ins Grüne zu kommen", sagt Leonie. "Dabei hatte ich anfangs einen Tunnelblick und dachte nur an Gemüseanbau. Viele Gartensuchende wollen aber nur einen Platz zum Sonnen."

Der Trend zum Urban-Gardening spiele den Beiden natürlich auch in die Hände. "Kürzlich hat uns eine Familie geschrieben, wie toll es sei, dass zwei Stadtkinder nun zusammen lernen, wie Regenwürmer aussehen. Das ist tolles Feedback und bestätigt unsere Idee."

Die Finanzierung

"Unser Herzstück, die Website, haben wir vor allem über Crowdfunding finanziert." Momentan verdienen Leonie und Vero über ihre Produktlinie, wie den Saatgut-Adventskalender. Für die Zukunft wollen beide aber mit Werbepartnern kooperieren. Letztes Jahr hat Gartenpaten ein Preisgeld als "Impulsgeber für den digitalen Wandel" erhalten.

Was sagt Mama zur Start-Up-Gründung?

"Anfangs haben unsere Freunde das gar nicht richtig kapiert, da sich die Idee so langsam entwickelt hat", sagt Vero. Nach einigen Bedenken waren Familie und Freunde begeistert. Tatkräftige Unterstützung gab es auch beim Saatgut-Adventskalender, für den 60.000 Saatgut-Päckchen gepackt wurden. Vor allem Leonies Brüder wollten sofort einen Businessplan für das Start-Up entwerfen. "Der existiert bis heute nicht", scherzt Leonie.

Was spricht für oder gegen eine Start-Up-Gründung in Freiburg?

Vor allem der Grünhof sei eine super Starthilfe. Das Coaching habe den Mädels beigebracht, größer zu denken und an ihrer Idee festzuhalten. Diesen Tipp würden sie auch anderen Start-Up-Gründern mitgeben. Durch die Erstellung einer Online-Plattform waren die Beiden recht unabhängig vom Standort Freiburg.

Zukunftspläne

"Unser Wunsch ist natürlich, dass die Leute direkt an Gartenpaten denken, wenn sie einen Garten suchen oder vermitteln wollen." Wenn das Start-Up weiterhin so gut laufe, solle es Gartenpaten bald auch international auf Englisch geben.