Freiburger Start-Ups: Die Online-Lernplattform Jicki

Jana Mack

Lernen ohne Stress: Ein Freiburger hat die Online-Lernplattform Jicki entwickelt, die dabei hilft, sich Vokabeln oder Formeln ganz nebenbei einzuprägen.

Freiburg, alias "Little Berlin"? In der neuen Serie "Freiburger Start-Ups" stellen wir Dir innovative Ideen aus dem badischen Land vor.

Das Produkt

Jicki ist eine digitale Lernplattform, die es ihren Nutzern ermöglichen soll, besonders leicht eine große Menge an Lernstoff zu lernen und langfristig im Gedächtnis zu behalten. Bei Jicki heißt das "Sprachduschen": Anstatt sich mühsam den Lernstoff einzuprägen oder ihn auswendig zu lernen, lässt man sich von Vokabeln, Formeln oder anderen Lernstoff berieseln.

Das funktioniert, indem man sich ausgewählte Audio-Dateien mit vorgesprochenem Lernstoff und rhythmisch unterlegter Musik herunterlädt und drei bis vier Mal anhört. Egal ob beim Einkaufen, Kochen, Joggen, Busfahren oder beim entspannten Sonnen auf der Wiese. Passives Lernen nennt man das – ganz nebenher und ohne Stress. Denn schließlich kommt der Begriff Jicki aus der afrikanischen Sprache "Hausa" und heißt übersetzt Entspannung.

Erkläre das mal meiner Oma

" Liebe Oma, mit meinen Sprachduschen von Jicki kannst du auf eine entspannte, leichte und schnelle Art dein Englisch verbessern, überall und jederzeit." Helge Straube

Der Gründer

Helge Straube ist der Gründer von Jicki. Er ist 26 Jahre alt, kommt ursprünglich aus der Nähe von Freiburg und hat an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft seinen BWL-Bachelor mit dem Fokus auf Ökonomie und Nachhaltigkeit gemacht. Die Idee für Jicki entstand aus einer Not heraus, während seiner eigenen Studienzeit.

"Mir ist damals aufgefallen, dass wir immer wieder recht viel recht schnell auswendig lernen müssen", sagt Straube. Um sich das zu erleichtern, habe er einfach geschaut, was es für Alternativen gibt. Dabei ist er auf die Art des passiven, auditiven Lernens gestoßen und hat es einfach ausprobiert.

"Das hat erstaunlicherweise sehr gut funktioniert, ich habe die Prüfung leicht bestanden und das ohne großen Aufwand." Um es auch anderen Studenten zur Verfügung stellen zu können, ist Helge Straube im November 2015 mit Jicki online gegangen.

Die Finanzierung/ das Geschäftsmodell

Jicki verfügt über einen Online-Shop, indem Lernprogramme gekauft und dann als Audio-MP3 Datei heruntergeladen werden können. Ergänzend dazu bekommt der Käufer außerdem ein kurzes Begleitbuch, indem alle Vokabeln noch einmal nachgelesen werden können.

Die Anfangsinvestitionen für das Start-Up-Unternehmen seien relativ gering gewesen und wurden von Helge Straube eigenständig finanziert. "Als ein digitales Produkt fielen für Jicki in erster Linie zu Beginn einige Produktionskosten an", erklärt Straube. "Heute fahren wir laufend Umsätze ein, sodass sich das Geschäft quasi von alleine trägt."

Was sagt Mama dazu

Seine Mutter ist hellauf begeistert: "Meine Mama hat sich sehr gefreut, dass ich mich getraut habe, diesen Schritt zu gehen", sagt Helge Straube. "Zusammen mit meinem Vater, der die nötigen didaktischen Fachkenntnisse mit einbringt und meiner Mutter, die ebenfalls engagiert im Vertrieb mitarbeitet, sind wir zu einem richtigen kleinen Familienunternehmen geworden", so der Gründer.

Was spricht dafür und dagegen, in Freiburg zu gründen?

Als ein digitales Produkt ist Jicki nicht an einen bestimmten Standort gebunden. Dennoch hat Helge Straube eine persönliche Vorliebe für Freiburg. " Als Stadt ist Freiburg einfach sehr schön zum Leben", sagt er, "und wenn ich mich irgendwo wohlfühle, dann geht auch das Arbeiten leichter."

Außerdem habe ihm der Grünhof sehr geholfen, ein Co-Working-Space in Freiburg, der Start-Up-Unternehmen bei ihren Gründungsprozessen begleitet und unterstützt. Die Betreiber hätten ihm nicht nur in Sachen Unternehmensstrategien für Jicki sehr geholfen, sondern ihm außerdem wichtige Kontakte zu Grafikern und Programmierern verschafft. So konnte er sich schnell ein großes Netzwerk aufbauen.

Welche Tipps gibst du anderen Gründern mit auf den Weg?

"Gerade in der Anfangsphase einer Gründung kannst du noch nicht alles wissen und alleine schaffen", sagt Helge Straube. Deswegen sei es sehr wichtig, so viel Hilfe wie möglich von anderen Menschen anzunehmen. "Das bringt einen sehr schnell viel weiter, als wenn man versucht alles alleine zu machen."

Zukunftspläne

In Zukunft möchte Helge Straube zum Einen das Angebot der Lern- und Sprachprogramme erweitern, auch eine passende Jicki-App soll entwickelt werden. Sein Wunsch ist es außerdem, Studenten die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen "Lernduschen" zu entwickeln, diese auf dem Portal Jicki hochzuladen und so mit ihren Mitstudienerden zu teilen.

Ein weiteres Projekt, an dem Straube derzeit arbeitet, sind Deutschkurse für arabischsprechende Menschen, die ebenfalls wie "Lernduschen" funktionieren. Mithilfe von Crowdfunding solle in Zukunft genügend Geld gesammelt werden, damit dieses Lernprogramm auch weiterhin kostenlos angeboten und erweitert werden könne.