Stadtjubiläum

Freiburger Stadtspitze lehnt Grönemeyer-Konzert auf dem Münsterplatz ab

Joachim Röderer

Veranstalter Marc Oßwald würde gerne Topstars zum Stadtjubiläum im Jahr 2020 nach Freiburg bringen. Die Stadtspitze hat ihm jedoch eine Absage erteilt. Sie hat Vorbehalte wegen der Ticketpreise.

Die Debatte um die Nutzung des öffentlichen Raums für kommerzielle Veranstaltung strahlt mittlerweile auch aufs Stadtjubiläum im Jahr 2020 ab. Konzertmacher Marc Oßwald, größter Veranstalter in der ganzen Region, hatte angeboten, die Bühne auf dem Münsterplatz im kommenden Sommer mit zwei Konzerten zu bespielen – auftreten könnten Stars wie Herbert Grönemeyer, Eros Ramazzotti, AnnenMayKantereit oder Pianist Ludovico Einaudi. Doch OB Martin Horn und die Dezernenten lehnen dies ab: "Wir sind uns einig, dass wir keine offizielle Stadtjubiläumsveranstaltung mit 40 bis 50 Euro Eintritt wollen, das geht nicht."




Dem Vernehmen nach sind im Rahmen der 900-Jahr-Feier drei Klassikkonzerte mit dem SWR-Orchester, dem Barockorchester und Philharmonischen Orchester auf der Münsterplatz-Südseite vorgesehen. Kolportiert wurde auch, dass die Stadt dafür 9 Euro Eintritt nehmen will. "Das sind bislang aber nur Vorüberlegungen, es gibt noch überhaupt keine Beschlüsse dazu", erklärte OB Martin Horn am Montag den Gemeinderäten im Hauptausschuss.

Wie soll der öffentliche Raum genutzt werden?

Konzertmanager Oßwald, Chef von Vaddi Concerts und Zelt-Musik-Festival und größter, hatte nun vorgesclagen, die aufgebaute Bühne für weitere Konzerte zu nutzen. Dies sei aber nicht möglich, wenn der Eintritt bei maximal 9 Euro liegen dürfe, erklärte Oßwald. Er hält das bei der Schlossbergfest-Frage angeführte Argument zur Kommerzialisierung des öffentlichen Raums für problematisch und gefährlich: "Wo, wenn nicht im öffentlichen Raum, sollen große Veranstaltungen denn stattfinden?" Dieses Argument zerstöre jedes Engagement.

"Wo, wenn nicht im öffentlichen Raum, sollen große Veranstaltungen denn stattfinden?" Marc Oßwald, Vaddi Concerts
Nirgendwo sonst würde so verfahren. Auch die Stadt Karlsruhe nehme längst Eintritt für die Großveranstaltung "Das Fest" in einer großen Parkanlage. Und auch in Köln vor dem Dom würden jährlich Konzerte mit Eintritt stattfinden. Er appelliert an die Stadtspitze: Sie müsse den Irrweg beenden und schnell zu pragmatischen Lösungen zurückfinden. Er glaubt, dass die Konzerte mit Topstars vor der Kulisse des Münsters "zu Leuchttürmen des Stadtjubiläums" geworden wären. Oßwald schätzt die Kapazität der Münsterplatz-Südseite bei reinen Stehplatz-Konzerten auf rund 8000 Besucherinnen und Besucher.

Die Stadtverwaltung will ein Fest für alle Bürger

Der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach sagt, solche exklusiven Events mit höheren Eintrittspreise passten nicht zur Grundausrichtung des Stadtjubiläums, das ein Fest für alle sein soll. Er erinnert daran, dass Grönemeyer in Freiburg auf der Messe 2004 vor 50 000 Fans aufgetreten sei. Beim letzten Grönemeyer-Open-Air 2015 in Freiburg waren es noch 13000 Konzertbesucher. Trotzdem:Der Ansturm auf Karten wäre wohl riesig, der Münsterplatz dann letztlich auch zu klein, glaubt der Bürgermeister.

Er bringt eine andere Idee ins Spiel: "Vielleicht kann so ein Konzert im Rahmen des Jubiläums im Schwarzwaldstadion stattfinden." Der SC Freiburg zieht dort bekanntlich mitten im Jubeljahr 2020 aus.