Freiburger Skatetouren im Test

Daniel Keienburg

Inlineskating ist die neue Lieblingssportart aller Bewegungsjunkies. Ob auf Fahrradwegen, Fußgängerstrecken oder Straßen. Überall begegnen einem mehr oder weniger glücklich dreinblickende Menschen auf Rollen. Verbannt aus Einkaufsläden, Straßenbahnen und Fußgängerzonen stellt sich den Stadt-Skatern jedoch die Frage nach geeigneten Strecken. Wir haben für Euch drei Touren getestet und auch die Rivella Skatenight unter die Lupe genommen.



Dreisamuferweg

Die Strecke: Der Klassiker. Freiburgs Hausbach ist auf der Innenstadt abgewandten Seite durchgängig befahrbar. Die Skater erwartet hervorragender Belag, am Wochenende aber auch Stolperfallen und Staugefahr. Auf dem zum Teil sehr engen Fahrweg mischen sich Skater und Jogger mit verträumten Fußgängern und Fahrradfahrern. Mit Beinahe-Crashs und wüsten Beschimpfungen muss daher vor allem auf dem Teilstück von der Innenstadt bis zum Strandbad gerechnet werden. Wem der Uferweg zu kurz ist, kann die Strecke auch als Anfahrtsweg für Rund-Touren, z.B. von Hugstetten über Hochdorf, March, Holzhausen, Neuershausen und wieder nach Hugstetten oder am anderen Ende von Littenweiler nach Kirchzarten und wieder zurück dienen.  

Anfahrt: Jede Brücke über die Dreisam eignet sich als Einstiegsort für die Strecke, der Startpunkt ist individuell wählbar.

Atmosphäre: berauschend. Sommer, Sonne und fließendes Wasser lassen das Skaterherz höher schlagen.

Kondition: mittelschwer. Ausstieg oder Verschnaufspausen sind jederzeit möglich. Flussabwärts rollt es sich fast von alleine, dafür geht die Strecke in der umgekehrten Richtung, je nach Geschwindigkeit, durchaus in die Beine. Gefahren drohen von rücksichtslosen Mitbenutzern und unvorsichtigen Fahrradfahrern.

Flirtfaktor: sehr hoch. Auf kaum einer anderen Strecke treffen sich ähnlich viele attraktive Gleichgesinnte.

Bewertung: Der Weg an der Dreisam ist Freiburgs beliebteste Skatestrecke. Ideal für Anfänger wie Profis, Speedjunkies oder gemütliche Cruiser. Viele Locations in der Nähe sind einen Abstecher wert.  

Freiburgs Westen und das Industriegebiet Nord

Die Strecke: Für Schleckermäuler. Start und Ziel sind am Technischen Rathaus. Von dort aus geht es entlang der Straßenbahnschienen bis kurz vor die Haltestelle Runzmattenweg. Die Brücke über die Güterbahnlinie wird rechts unterfahren, anschließend führt der Weg vorbei an den Schrebergärten hinter dem Arbeitsamt in Richtung Universitätsklinikum bis zum Flugplatz. Der Fahrradweg entlang des Geländes bietet einen hervorragenden Belag. Nach dem Parkplatz des Messegeländes geht es entlang der Hermann-Mitsch-Straße bis zum Ikea und anschließend rechts, parallel zur stark befahrenen Mooswaldalle. Richtig gute Luft gibt es hier selten, dafür aber tollen Straßenbelag. Der Wendepunkt ist bei der Kreuzung mit der Hans-Bunte Straße erreicht: über die Zinkmattenstraße (Achtung Rumpelbelag) und die Waldkircherstraße geht es wieder zurück zur Uni-Klinik. Das Beste gibt es zum Schluss. Die Schrebergärten entlang der Güterbahnlinie locken im Spätsommer mit reifen Brombeersträuchern.

Anfahrt: Das Technische Rathaus ist mit den Straßenbahnlinien 1 3 und 5 erreichbar.

Atmosphäre: unterkühlt. Neben dem Brombeerennaschen entschädigt lediglich die Flughafenpassage für die vielen Industrieausblicke.

Kondition: hoch. Die Strecke ist anspruchsvoll und eignet sich hervorragend zum Schnellfahren, für Anfänger eher nicht zu empfehlen.   Flirtfaktor: mau. Wenige Skater, dafür umso mehr Fahrradfahrer auf dem Weg ins oder aus dem Büro. Daher den MP3-Player nicht vergessen.

Bewertung: Eine Streck ohne viel Charme, aber genau richtig zum sportlichen Stress-Abbau. Ortskenntnisse sind empfehlenswert.

Rund um den Opfinger Baggersee

Die Strecke: Kondition bolzen. Treffpunkt ist eine beliebige Straßenbahnhaltestelle im Rieselfeld. Als erstes Ziel ist das Gewerbegebiet Haid und der Fahrradweg entlang der Autostraße zum Eugen-Keidel Bad anzusteuern. Entsprechend Jahreszeit und Saison ist an dieser Stelle ein Abstecher zu einem großen Erdbeerfeld direkt neben der Straße möglich. Parallel zum Autobahnzubringer verläuft die Strecke anschließend auf toll asphaltiertem Belag, der zum cruisen einlädt. Doch Achtung vor der Unterführung beim Autobahnanschluss: Feuchter Belag und schlechte Lichtverhältnisse zwingen zum langsam fahren. Kurz vor dem Ortsschild von Opfingen geht es dann rechts in Richtung Tiengen. Parallel zu einem Bach verläuft die Strecke entlang vieler Felder. Beim Ortseingang von Tiengen beginnt die Rückfahrt. Rechts, entlang der Opfinger Straße, geht es wieder zurück in Richtung Freiburg. Die Brücke über die Autobahn ist der letzte Höhepunkt. Die anschließende langgezogenen Abfahrt kann mit viel Tempo gefahren werden.

Anfahrt: Das Rieselfeld ist mit der Straßenbahnlinie 5, aber auch mit den Skates über den Dreisamweg und den Dietenbachpark zu erreichen.

Atmosphäre: duftend. Reizvolle Abwechslung aus Stadtgebiet und Wald- und Wiesenflair.

Kondition: hoch. Die Strecke ist anspruchsvoll und attraktiv zugleich. Anfänger sollten die Länge nicht unterschätzen.

Flirtfaktor: hoch. Sowohl der Weg Richtung Opfingen, als auch die Rückfahrt nach Freiburg sind bei Fortgeschrittenen beliebte Inline-Strecken.   Bewertung: Ideale Strecke für eine längere Tour in größerer Gruppe. Die Möglichkeit eines Abstechers zum Baden im Opfinger Baggersee oder ein Besuch im Mundenhof (wenn das ZMF läuft Achtung Scherben!) runden die Sache ab.

Rivella Skatenight

Die Strecke: Die Partymeile. Bei der Freiburger Skatenight wird die Innenstadt zur Rollschuhbahn. An fünf Terminen kommen bis zu 1000 Gleichgesinnten und machen Freiburgs große Durchgangsstraßen zu offiziellen Skate-Strecken. Vorbei am Theater, der Uni, dem Schwabentor, der Bahnhofsachse und dem Siegesdenkmal, rollt die Karawane drei Runden auf unterschiedlichen Strecken mit drei, sechs und neun Kilometer Länge. Start und Ziel ist jeweils der Karlsplatz. Die nächste Skatenight am 26.8 beginnt ausnahmsweise am Strandbad (Straßenbahnlinie 1), als Abschluss eines großen Sporttags im Strandbad.

Anfahrt: Der Karlsplatz liegt in direkter Nachbarschaft zum Stadtgarten und dem Siegesdenkmal. Startzeit der Skatenight ist jeweils um 20:30 Uhr, zuvor wird ein Sicherheitstraining angeboten.

Atmosphäre: locker. Vor sechs Jahren von zwei Studenten aus der Taufe gehoben, hat sich die Skatenight zu einem feinen Event entwickelt, bei dem der Spaß über dem Training steht.

Kondition: mittel. Überanstrengung ist durch viele Pausen eigentlich unmöglich, nach jeder Runde bietet sich die Gelegenheit auszusteigen. Vorsicht gilt beim Überqueren der Straßenbahnschienen.

Flirtfaktor: sehr hoch. Die Skatenight ist eine kostenlose, unverkrampfte Kontaktbörse mit hohem Spaßfaktor.

Bewertung: Ein absolutes Muss für alle kontaktfreudigen Skater. Auch für Anfänger die bremsen können geeignet.

Mehr dazu:

Infos und weitere Strecken findet Ihr hier.  


26. August, 20:30 am Strandbad 15. September, 20:30 am Karlsplatzbad 26. August: badenova bewegt Freiburg - Großes Feriensportevent mit 11 verschiedenen Sportarten (Beachvolleyball, Basketball, Baseball, Handbike, Golf, InlineSkaten etc.) im Strandbad Freiburg.