Freiburger Robocup-Kicker holen WM-Titel

David Weigend

Die Fußballroboter der Universitäten Freiburg und Bonn sind am Sonntag Weltmeister geworden, in der KidSize-Klasse der Humanoiden Liga. In Suzhou, China, setzten sich die 60 Zentimeter großen Sportmaschinen im Finale durch gegen das Team Osaka. Das Spiel endete 7:6 nach Verlängerung.



Deutschland ist wieder Fußballmeister, zumindest unter den Robotern. Bei der RoboCup-Weltmeisterschaft im chinesischen Suzhou errangen die menschenähnlichen Fußballroboter des Team NimbRo der Universitäten Bonn und Freiburg am Sonntag den Turniersieg in der KidSize-Klasse der Humanoiden Liga. Für dieses Turnier hatten sich 24 Teams aus 12 Ländern qualifiziert. Im Finalspiel trafen die Deutschen zum vierten Mal in Folge auf Team Osaka aus Japan und konnten ihren Weltmeistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen.




Im Halbfinale hatte NimbRo das japanische Team CIT Brains mit 4:2 geschlagen. Im Viertelfinale setzte sich NimbRo mit 5:2 gegen die Darmstadt Dribblers durch. Die japanischen Finalgegner aus Osaka machten es dem deutschen Team nicht leicht: Zunächst gingen die NimbRo-Roboter mit dem ersten Tor zwar in Führung, aber Osaka konnte schnell ausgleichen. Das spannende Spiel war jederzeit offen und spannend bis zuletzt.

Nach der regulären Spielzeit stand es 6:6. In der Verlängerung entschieden die deutschen Maschinenfußballer das Spiel mit einem weiteren Tor zum Endstand von 7:6 für sich. Das Team NimbRo ist eine Kooperation der Universitäten Bonn und Freiburg. Es wird hauptsächlich durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.



Teamchef Sven Behnke zog nach dem Finale Bilanz: „In diesem Jahr waren die Anforderungen an die Roboter deutlich höher als im Vorjahr. Die Zahl der Spieler wurde erhöht, das Spielfeld vergrößert und das erlaubte Sichtfeld eingeschränkt. Trotzdem ist es uns gelungen, die Roboter schneller und zuverlässiger zu machen und das Teamspiel zu verbessern.“ In der KidSize-Klasse spielen drei autonome humanoide Roboter pro Mannschaft. Die Größe der Spieler ist auf 60 Zentimeter begrenzt.

Das Spielfeld hat die Größe von 6 mal 4 Metern. Die Spielzeit beträgt zweimal 10 Minuten. Die Roboter laufen mit bis zu 50 Zentimetern pro Sekunde über das Spielfeld. Sie nehmen die Spielsituation mit Kameras wahr, dribbeln, schießen und stehen auch nach Stürzen selbständig wieder auf. Die Roboter eines Teams kommunizieren über ein drahtloses Netzwerk, um sich abzustimmen.



Internationale RoboCup-Wettbewerbe werden seit 1997 von der RoboCup Federation ausgerichtet. Langfristiges Ziel ist es, im Jahr 2050 gegen den FIFA-Weltmeister gewinnen zu können. Neben Fußballwettbewerben gibt es auch Wettbewerbe für Rettungsroboter (RoboCupRescue) und Roboter, die sich in einer häuslichen Umgebung nützlich machen sollen (RoboCup@Home).

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