Freiburger Quidditch-Team: Mit Besen und Ball auf Torejagd

Tobias Ilg

Bewaffnet mit handelsüblichen Besen und einem unaufgepumpten Ball gehen seit nunmehr drei Wochen begeisterte Quidditch-Spieler auf der Spielwiese bei der Mensa Rempartstraße auf Torejagd. Quidditch? Braucht man dafür nicht fliegende Besen und einen goldenen Schnatz? Es geht auch ohne. fudder war bei einer herrlich improvisierten Trainigseinheit des Quidditch-Teams dabei.



Den Besen eng zwischen den Beinen geklemmt, stürmt Harry dem Schnatz entgegen. Der Wind peitscht ihm ins Gesicht. Voller Entschlossenheit stürzt er sich auf das goldene, siegbringende Gerät. Streckt den Arm aus, greift zu und... So oder ähnlich könnte ein Spielzug in einer Partie Quidditch kommentiert werden.


Auf der Wiese der Mensa-Rempartstraße sieht es beim dritten Training des 1. Freiburger Quidditch Teams leider noch etwas anders aus. Mit Besen und einer Kiste mit unaufgepumpten Bällen, wartet Regina Uhlen auf weitere Trainingspartner. Kurz darauf erscheint, ebenfalls mit einem Besen, der allerdings von der "Freundin aufgemotzt", Elmo Feiten.

Die beiden Studenten sind sich im Klaren, dass zum heutigen Training nicht noch mehr Mitstreiter kommen werden. "Dass Wetter ist einfach unberechenbar. Aber auch die Semesterferien machen uns einen Strich durch die Rechnung", so die beiden passionierten Anhänger der Harry Potter-Reihe.

Angefangen hat alles mit einer spontanen Idee ihres Professors Wolfgang Hochbruck. Er wollte diesen, nicht nur Harry Potter-Fans bekannten, Sport auch in Wirklichkeit ausüben. Natürlich mit abgeändertern Regeln und anderen Spielgeräten. Einige seiner Seminarbesucher waren sofort Feuer und Flamme, unter ihnen auch Regina und Elmo. So trafen sie sich Ende Juli zum ersten Mal zum gemeinsamen Üben.

"Natürlich können wir nicht so spielen, wie es uns in den Büchern vorgemacht wird", so die 24-jährige Lehramtstudentin, "doch wir versuchen es so gut wie möglich zu simulieren." Statt den in der Luft schwebenden Toren nimmt die Gruppe einen Hullahup-Reifen, angelehnt an einer Bierbank.

Anstelle des Quaffel greifen sie auf einen luftleeren Handball zurück und den Schnatz, das spielentscheidende Gerät, lassen die Quidditchspieler gar außen vor. "Wir haben uns schon überlegt, eine Person mit angebundenen Ball quer über das Spielfeld rennen zu lassen, um den Schnatz zu simulieren. Doch die geringe Mitspieleranzahl lässt dies noch nicht zu."



Auf das wichtigste Gerät, den Besen, will das Team allerdings nicht verzichten: "Es ist schon ein wenig hinderlich immer mit einem Besen zwischen den Beinen rumzurennen", so Elmo, "doch genau dieser macht das Spiel doch so unterhaltsam."

Regina fügt hinzu, dass das zweckentfremdete Putzgerät alle Spieler auf ein ähnliches Level bringen würde - egal ob Freizeitsportler oder Sportstudent. "Am besten wäre es natürlich, wenn wir mit dem Besen wirklich in die Lüfte steigen könnten."

Warum sich gerade Harry Potter so faszinierend auf die Zwei auswirkt, können sie sich selber nicht richtig erklären. Fest steht nur, dass um diese Begeisterung viel entsteht oder noch entstehen kann: "Wir konnten so unser Quidditch-Team gründen und organisieren Fernsehabende" sagt der 21-jährige Elmo, der nun mit seinem Masterstudium beginnt. "Es gibt, besonders im Internet, viele Plattformen für Harry Potter-Fans. Von Blogs über Foren bis hin zu Fan Fiction - alles ist gegeben."

Lächerlich kommen sich Regina und Elmo übrigens nicht vor. Andere Sportarten seien auch nicht besser. Trotzdem fügt Elmo hinzu, dass seine Schamgrenze sehr niedrig wäre.



Mehr dazu:

Was: Quidditch-Training - Neue Mitspieler sind herzlich willkommen!
Wann: Dienstag, den 18. August, ab 18.00 Uhr
Wo: Wiese der Mensa-Rempartstraße