Freiburger Nuggets: Das Cheerleading-Team der FT

Chiara Pfister

Der amerikanische Anfeuer-Sport Cheerleading erfreut sich in Südbaden erstaunlich großer Begeisterung. Das erfolgreichste Team vor Ort sind die Freiburger Nuggets, die in diesem Jahr Deutsche Vize-Meister wurden. Das Groupstunt-Team der Nuggets tritt heute im schwedischen Nyköping bei den Europameisterschaften an. Kurz vor der Abfahrt hat Chiara Trainerin Petra Wolf und Cheerleader Anne Laub einige Fragen rund um den außergewöhnlichen Sport gestellt.

 

Am Freitag treten die Nuggets im schwedischen Nyköping bei den Europameisterschaften im Cheerleading an. Welche Chance hat das Team?


Coach Petra Wolf:
Ich rechne nicht mit einer Platzierung im vorderen Bereich, da viele Teams aus verscheidenen Ländern kommen werden, die ziemlich viel zu bieten haben. Ich erwarte und hoffe auf einen Platz im mittleren Bereich.

Was war denn der größte Erfolg des Teams bisher?


Anne Laub
(Bild unten): Wir sind dieses Jahr Vizemeister von Deutschland geworden. Das war unsere Qualifiaktion für die Europameisterschaft.

Wie funktioniert so eine Europameisterschaft?


Anne:
Da gibt es verschiedene Disziplinen. Beim Cheer All Girl treten nur Mädchen an, beim Cheer CoEd ist mindestens ein Junge dabei. Außerdem gibt es Dance, Groupstunt mit fünf Cheerleadern und CoEd Groupstunt, das sind fünf Leute, mit mindestens einem Mädchen. Und dann auch noch Partnerstunt für ein Mädchen und einen Jungen und Individuals, da macht man dann Cheer, Chant, Jumps und Tumbling. Chants sind Anfeuerungsrufe mit Bewegungen dabei, Jumps sind Sprünge und Tumbling ist Akrobatik. All diese Disziplinen gibt es jeweils für Junioren von 12-16 Jahren und Senioren, ab 16 Jahren. Wir treten im CoEd Groupstunt an, das Team sind in dem Fall ich und vier Jungs.

Was macht Cheerleading Deiner Meinung nach aus?

Anne: Cheerleading ist eine Mischung aus Tanz, Sprüngen, Bodenturnen, Stunts, Pyramidenbau, Akrobatik und vor allem besteht Cheerleading aus Teamgeist.

Wie viele Mitglieder hat Euer Team denn?

Anne: Wir sind 11 Damen, 13 Junioren, 17 Peewees und 4 Jungs.



Zu welchen Anlässen cheerleadet ihr?

Anne: Wir feuern die USC Freiburger Baskettballmannschaft und die Beasts im Inline Hockey an. Manchmal auch die Sacristan Footballer oder die Biberacher Beaver Footballer.Oft treten wir im Europapark auf, zum Beispiel für SWR3-Dancenights. Und natürlich bei vielen weiteren Events.

Was ist an einem Team besonders wichtig und was muss gefördert werden?

Anne: Am wichtigsten ist es, den Teamgeist zu fördern. Für die Teams, die erfolgreich an Meisterschaften teilnehmen möchten, ist es besonders wichtig, diszipliniert und ehrgeizig zu sein. Und außerdem beansprucht dieser Sport viel Zeit.

Wie oft trainiert ihr denn in der Woche?


Anne:
Wir trainieren zwei bis dreimal in der Woche, unter der Woche für jeweils eineinhalb Stunden und wochenends immer für 3 Stunden.

Wie bildet ihr Euch als Cheerleading-Team weiter?

Anne: Teams können sich durch Camps weiterbilden, eine andere Möglichkeit ist Private-Coaching mit professionellen Coaches. Man kann sich aber auch durch das Internet schlau machen, zum Beispiel durch YouTube-Videos. Auch bei Auftritten kann man viel lernen, man kann sich bei anderen Teams das Ein oder Andere abgucken.

Wie finanziert ihr eure Meisterschaften?

Anne: Wir Nuggets finanzieren unsere Meisterschaften dadurch, dass jeder einen Teil selbst zahlt, ein Teil wird von Auftritten finanziert ein großer Teil vom Cheerleader-Etat und ein Teil wird von unserem Coach PetraWolf beigesteuert. Die Kosten der Meisterschaften wird teils vonder Stadt übernommen, dann aber auch durch Fördermittel von unserem Verein, der Freiburger Turnerschaft von 1844, und durch Sponsoring.



Was macht einen guten Coach aus?

Anne: Zum einen braucht einen Trainerschein. Die Vorraussetzung ist E-Trainer und C-Trainer, damit kann man sich dann hocharbeiten bis hin zur Juryschulung. Zum anderen muss man als Trainer aber auch auf die individuellen Aktiven eingehen können, man muss zuhören können, man sollte Ziele setzen und diese auch klar und deutlich machen. Zitat von unserer Trainerin Petra, die wir Etzi nennen: „In der Halle ist man nicht der Freund sondern der Coach!“

Und was macht einen guten Cheerleader aus?

Anne: Ein guter Cheerleader ist nahezu immer anwesend, ist sehr ehrgeizig, setzt sich selbst Ziele und zieht diese auch durch, er kann Freundschaften knüpfen und inverstiert viel Zeit.

Wie ist das mit Jungs im Team?

Anne: Jungs im Team zu haben ist sehr lustig. Das kann aber auch sehr anstrengend sein, da man sie immer wieder motivieren muss. Gut ist, dass sie das Team ruhiger machen und den Mädels auch mal zeigen wann sie die Klappe halten sollen.