Freiburger Jugendgipfel: Für Freiräume, gegen Vorurteile

Julia Nikschick

Laut, kriminell und verantwortungslos: Mit diesen Vorurteilen sehen sich Jugendliche heutzutage konfrontiert. Der vierte Freiburger Jugendgipfel widmete sich diesen Vorurteilen und suchte gemeinsam mit Schülern nach Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten für Freiräume in der Stadt. Wir haben fünf Jugendliche gefragt: Welche Vorurteile hört ihr über Jugendliche am Häufigsten? Und welche Freiräume wünscht ihr euch?



Oliver
(16, links): Ich glaube die häufigsten Vorurteile sind: laut, trinken, raufen, stören von Erwachsenen. Zudem hätte ich gerne Zeit für meine Hobbies. Wir sammeln auch gerade Freiraum-Ideen unter den Teilnehmern ein, zum Beispiel, dass man seinen Lehrer mitbeurteilen darf.


Junis (15): Respektlos und anti-autoritär wird wohl oft behauptet. Außerdem glaube ich, dass Erwachsene von Jugendlichen zu wenig erwarten. Deshalb würde ich mir wünschen, dass von uns mehr Leistung gefordert wird. Das man sich früher für spezielle Themen interessiert und stark macht, auch, um schon früh ein Profil zu entwickeln. Schließlich hören wir auch oft: "Ihr interessiert euch für nichts!" Würde mehr Leistung erwartet, wäre auch die Einsatzbereitschaft von Jugendlichen größer.




Linda
(15, rechts): Ich wäre gerne nicht so abhängig von der Schule. Man hat so wenig Zeit durch die Schule. Leider weiß ich nicht, wie man das ändern kann.

Cecilia (15): Mehr Zeit für mein Hobby haben, dass wäre toll. Ich tanze sehr viel, und mit der Schule noch parallel ist das schon sehr stressig.



Niklas (23, Mitarbeiter des Jugendbildungswerkes): Vorurteile - das sind leider auch immer viele Klischees. Ich denke teilweise wird die Freizügigkeit negativ betrachtet. Das zu wenig Grenzen gesetzt werden und Jugendliche zu unordentlich sind. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund hört man leider auch oft, dass sie angeblich häufiger kriminell werden. Ich finde das schade, weil es eben nicht stimmt.

Zusätzliche Freiheiten brauchen Jugendlichen nicht. Aber die Betreuung durch Erwachsene muss besser werden. Gerade durch Freiheiten lernen Jugendliche unglaublich viel, aber bestimmte Erfahrungen werfen eben auch Fragen auf. Und wenn dies der Fall ist, sollte durch die Erwachsenen Raum für Nachfragen geschaffen werden oder aktiv nachgefragt werden.

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