Freiburger Grafik-Designer erhält Typo-Preis für Film-Trailer

Simone Werner

Grafik-Designer schauen zu ihm auf: Der Type Directors Club aus New York fördert herausragende Leistungen im Bereich Typografie. Der Freiburger Grafik-Designer Sebastian Lange wurde mit einem der begehrten Preise ausgezeichnet.


Der Clip dauert nur 1 Minute und 15 Sekunden. Doch Sebastian Lange hat ganze drei Monate lang regelmäßig daran gearbeitet.

A DESIGN FILM FESTIVAL 2011 (Opening Titles)

Quelle: Vimeo


Für jemanden, der nicht aus der Grafik-Design-Branche kommt, mag der Clip Verwirrung stiften - für Freunde von Trailern, Typografie und Titelsequenzen ist er ein Sahnestückchen. Und für Sebastian Lange, der als Kreativ-Direktor bei der Werbeagentur qu-int in Freiburg arbeitet, reichlich Arbeit - Arbeit, die sich gelohnt hat. Denn für diesen Clip hat ihn der New Yorker Type Directors Club (TDC) in der Kategorie "Movie Title Design" prämiert.

Sebastian ist stolz. Kein Wunder: Der TDC Award ist neben dem des Art Director Clubs (ADC) einer der wichtigsten Awards in der Grafik-Design-Branche und in Deutschland etwa vergleichbar mit dem Design Preis der Bundesrepublik Deutschland.


Sein Auftraggeber: das Design Film Festival Singapur. Seine Aufgabe: Die Trailer aller Filme des Festivals sollte er via Projektion in den Clip einbinden. Dabei sollte der Original-Schriftzug des Festivals als Projektionsfläche fungieren. Sebastian Lange hat ihn aus realen Kunststoffbuchstaben ausschneiden lassen, die angefertigten 3D-Buchstaben anschließend im Raum aufgestellt und kurze Ausschnitte der Festivalfilme auf die Buchstaben projiziert.

Die so entstandene visuell reizvolle Szenerie wurde wiederum mit einer Kamera abgefilmt und in der Postproduktion zu einer Gesamtsequenz zusammengeschnitten, mit weiteren Animationen versehen - zum Beispiel der Einblendung der jeweiligen Filmtitel - und mit einem Sounddesign unterlegt.

"Das Projekt war insofern spannend, weil die Buchstaben des Festivaltitels real angefertigt wurden. Normalerweise würde man so etwas in einem 3D-Programm machen und keine realen Buchstaben verwenden. Ich wollte aber eben nicht alles am Rechner machen", sagt Sebastian.

Neben einer freien Arbeit zum Thema New York arbeitet er bei qu-int gerade an einem Film für die Deutsche Bank: "Ein sehr spannendes Projekt - leider kann ich dazu aber noch nichts zeigen."

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[Fotos: Privat]