Safer Traffic

Freiburger Gemeinderat votiert einstimmig für das Frauennachttaxi

Uwe Mauch & Joachim Röderer

Das Frauennachttaxi kommt – das ist nun auch vom Gemeinderat abgesegnet worden. Der debattierte über das vorliegende Grundkonzept und schloß sich dem Vorschlag der Stadtverwaltung an.

Weg frei für das Frauennachttaxi: Einstimmig hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen, dass noch in diesem Jahr eine an den Nachtverkehr der Freiburger Verkehrs-AG angebundene Heimfahrmöglichkeit für Frauen geschaffen wird – an Wochenenden und vor Feiertagen. Ein noch umfassenderes Angebot mit mehr Einsatztagen lehnte die Ratsmehrheit ab.


Zu festgelegten Zeiten in alle vier Himmelsrichtungen

Das Frauennachttaxi kommt zurück – noch in diesem Spätjahr. Das Grundkonzept sieht vor, dass das Frauennachttaxi von einem zentralen Sammelpunkt zu festgelegten Zeiten in alle vier Himmelsrichtungen verkehrt. Die Kosten pro Fahrt und Mitfahrerin sollen 7 bis 8 Euro betragen. Der städtische Zuschuss soll bei rund 60.000 Euro pro Jahr liegen. Ein Frauennachttaxi hatte es in Freiburg bereits zwischen 1991 und 2003 gegeben.

Nach dem Grundsatzbeschluss vom Dienstag beginnt nun der Feinschliff für das Angebot. Oberbürgermeister Dieter Salomon sprach von einem verlorenen Sicherheitsgefühl vor allem bei Frauen. "Das subjektive Sicherheitsgefühl entspricht nicht immer den objektiven Umständen." Das Frauentaxi sei ein Bausteinchen der Sicherheitspartnerschaft.

Maria Hehn (Grüne) meinte, es sei kein privates Problem, wenn sich Frauen nachts im öffentlichen Raum unsicher fühlen. Für Carolin Jenkner (CDU) ist der Beschluss zur Einführung des Frauennachttaxis ein wichtiges Zeichen, dass die Politik die Ängste ernst nimmt. Julia Söhne (SPD) berichtete, wie sich das Verhalten vieler Frauen im vergangenen Jahr nach den beiden Mordfällen verändert hatte: "In meinem Freundeskreis haben wir uns vorher genau überlegt, wie wir am Abend wir nach Hause kommen. Ich kam mir selber blöd vor."

Kritik: Zu wenig Fahrten

Irene Vogel (Unabhängige Listen) sieht in dem Nachttaxi eine notwendige Frauenfördermaßnahme. Vogels Kritik: Das Angebot sei zu schmalspurig aufgestellt. Ihrer Meinung nach müsse das Taxi öfter verkehren – und nicht nur in den Wochenendnächten. Auch Monika Stein (JPG-Fraktion) plädierte dafür, dass das Taxi jede Nacht verkehrt und nicht nur von einer zentralen Stelle aus. Sie hielt ein Budget von 200.000 Euro für vertretbar. Sie plädierte dafür, dass der Eigenbeitrag der Frauen bei 3 Euro liegen müsse, damit sich alle Frauen das Angebot auch leisten könnten.

Wie viel sollen die Frauen zahlen?

Gerlinde Schrempp (Für Freiburg/ Freiburg Lebenswert) hielt die von der Verwaltung vorgeschlagenen 7 bis 8 Euro für vertretbar. "Wir sind dafür verantwortlich, dass sich alle Frauen sicher fühlen und frei bewegen können", meinte Anke Dallmann (Freie Wähler). Wichtig sei, dass auch Frauen mit Behinderung das Angebot nutzen könnten.

Bei der folgenden Abstimmung lehnte die deutliche Ratsmehrheit die Anträge auf mehr Einsatztage des Frauennachttaxis und eine Erhöhung des Kostenrahmens ab.

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