Freiburger Freibadtest: Das Strandbad

Jule Markwald

Wir testen Freiburgs Freibäder: Wo sonnen sich die schönsten Menschen? Wo liegt es sich am entspanntesten auf der Wiese? Wo gibt’s die leckersten Schwimmbadpommes? Testpool Nummer 3: Das Strandbad.

Grundausstattung

Das Strandbad ist das Größte der Freiburger Schwimmbäder und auch traditionell das Erste, das im Frühjahr öffnet. Mit mehr als dreitausend Quadratmetern Badefläche, riesigen Liegewiesen und einer opulenten Riesenrutsche gibt es in direkter Nachbarschaft zum Schwarzwaldstadion alles, was das Badeherz begehrt.

Das zieht natürlich auch riesige Mengen an Besuchern an, die sich hier tagein tagaus tummeln. Die sanitären Anlagen erinnern zwar eher an die Turnhallen der Jugend (keine Klobrillen, sondern schwarz beschichtete Schüsselränder wecken bei vielen Damen Erinnerungen an akrobatische Pinkeleinheiten vor und nach dem Schulsport) aber dafür kann das Strandbad mit einer spektakulären Schwarzwaldpanoramakulisse trumpfen. Außerdem ist alles barrierefrei.

Das Becken

Zwei Drittel der riesigen Beckenfläche bestehen aus einem weitflächigen Nichtschwimmerbecken mit kleiner Insel in der Mitte. Bei den Halbstarken, die im Strandbad in großer Zahl aufzufinden sind, ist besonders die 91 Meter lange Röhrenrutsche beliebt.

Für ernstere Schwimmer gibt es ein extra Becken mit acht 50-Meter-Bahnen. Wasserspeier runden das Spaßbadfeeling ab. Trotz der vielen Besucher ist das Wasser auffallend kalt und sauber. Respekt an das Filtersystem!

Publikum

Wer vergessen hat, wie ätzend pubertierende Halbstarke in großen Gruppen sind, kann sich im Strandbad eine Erinnerungsauffrischung abholen. Schulklassenweise sind hier Teenager zu finden und vom allgemeinen Benehmen in den Umkleidekabinen ("Nicky du Nutte, beeil disch ma!") bis zur Badeetikette ("Kevin, zieh die Badehose wieder hoch! Die Ommas da hinten glotzen schon voll notgeil!") sind sie durch die Bank weg furchtbar. Gott sei Dank sind die Liegewiesen üppig und die Teeniedichte nimmt in Richtung Kinderbecken stetig ab. Da gibt es dann auch im Schatten dösende Pärchen und friedliche Kleinfamilien als Handtuchnachbarn.

Bademeister

Annähernd baywatchtauglich und – was noch viel wichtiger ist – unfassbar freundlich und hilfsbereit. Als ein junger Mann sich den Zeh am Beckenrand blutig schrabbt, ist direkt ein ganzes Rudel mit Pflastern und Desinfektionsspray zur Stelle. Das ist mal Service!

Kinderkram

Das Kinderbecken im Strandbad lässt keine Wünsche offen. Hier gibt es Wasserfontänen und Spielzeug, alles ist bunt und bewegt sich. Für Menschen auf einem LSD-Trip stelle ich mir diese Umgebung schwierig vor, dem Freiburger Nachwuchs scheint es aber zu gefallen. In direkter Nachbarschaft zum Becken gibt es außerdem große Trampoline, auf denen sich am späten Nachmittag allerdings eher angetrunkene Erwachsene vergnügen.

Pommes

Überraschend günstig und sehr, sehr lecker. Pluspunkt: Ketchup- und Mayospender darf jeder selber bedienen. Das führt leider im Übermut des Moments auch ab und an zu drei Kilo Mayo auf 100 Gramm Pommes, was dann doch zu viel des Guten ist. Das kulinarische Angebot im Strandbad ist insgesamt unschlagbar. In der riesigen Strandbar mit Loungemöbeln gibt es von Snacks bis zu richtigen Gerichten fast alles. Unter anderem auch das wirklich leckere Mundenhofeis, das man auch an mehreren, im ganzen Liegebereich verteilten Eistrucks kaufen kann.

Was kriegt man für sein Geld?!

Wer es ruhig und beschaulich mag, der ist im Strandbad an der falschen Adresse. Hier geht es ums sehen und gesehen werden, um das Abchecken von besonders attraktiven Exemplaren jeden Geschlechts und darum, mindesten zwanzig Menschen, die man schon seit Jahren nicht gesehen hat, zufällig innerhalb eines Nachmittags zu treffen. Für alle, die es trubelig mögen, ist das Strandbad wirklich der perfekte Spot für jeden Sommertag.
  • Öffnungszeiten: Mo-Fr 7-21 Uhr, Sa-So 9-20 Uhr
  • Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2,70 Euro
  • Anfahrt: Schwarzwaldstraße 195. Entweder mit der Stadtbahn 1 bis zu Endhaltestelle in Littenweiler fahren und 10 Minuten Fußweg auf sich nehmen, oder mit dem Bus 7216 direkt vor die Tür fahren und keinen Fußweg auf sich nehmen. Fahrradparkplätze gibt es auch in rauen Mengen.

Ebenfalls in dieser Serie erschienen: