Kälte

Freiburger Essenstreff bietet Obdachlosen ab sofort nachmittags eine Wärmestube an

Svenja Woitt

Der Freiburger Essenstreff für Bedürftige und Wohnungslose wird ab Montag eine "Wärmestube" anbieten – wegen der aktuellen Kälte. Außerdem soll es kostenlos Heißgetränke und Gebäck geben. Möglich ist das dank einer Spende des SC Freiburg.

"Das Schlimmste für Menschen auf der Straße ist die Kälte", erklärt Horst Zahner. Er ist der Gründer des Freiburger Essenstreffs im Dreikönigshaus in der Wiehre, bei dem Bedürftige und Wohnungslose täglich ein Mittagessen für 2,20 Euro bekommen können. Ab dem heutigen Montag wird die Einrichtung eine "Wärmestube" anbieten, also unter der Woche auch nachmittags bis 18 Uhr geöffnet sein.


Angebot bis März – vier neue Angestellte

Aber nicht nur das: "Es wird kostenlos Heißgetränke und Gebäck geben", verkündet der 75-jährige Unternehmer und Vorstand des Fördervereins. Ab 16.30 Uhr gibt es dann sogar eine kostenfreie warme Mahlzeit wie beispielsweise Kartoffelsalat mit Bauernwürsten. Das Angebot solle es temperaturabhängig bis etwa Ende März geben. Dafür stelle der Förderverein sogar vier weitere Helferinnen ein, sagt Zahner. "Das ist klasse", urteilt ein 49-jähriger Gast, der fast täglich zum Mittagessen in die Schwarzwaldstraße 29 kommt.

"Dank einer Spende des SC Freiburg ist die Finanzierung gesichert." Horst Zahner
Ermöglicht wird die Aktion durch die Unterstützung des SC Freiburg: "Dank einer Spende des SC Freiburg ist die Finanzierung dieses Nachmittagsangebots gesichert", betont Zahner. Der Sportverein versteigerte in seiner Weihnachtsaktion Trikots und versprach dem Essenstreff den Erlös. Der genaue Betrag soll erst bei der offiziellen Scheckübergabe bekannt werden.

Anfang Dezember hatte Zahner angekündigt, mit diesem Geld wolle man die "Ein-Euro-Woche" finanzieren. "Gegen Ende des Monats wird bei den Leuten das Geld knapp. Dann bieten wir den Mittagstisch für einen Euro an", erklärt er.

Hohes Spendenaufkommen im Jahr 2016

Und es gab neben der Spendenzusage des SC Freiburg noch eine erfreuliche Nachricht für den Essenstreff: "Das Spendenaufkommen war 2016 außergewöhnlich hoch", so Zahner. 85.000 Euro habe der Verein von Privatpersonen und Unternehmen erhalten. Damit können mehr als nur die jährlichen Kosten von 55.000 Euro gedeckt werden. Die vielen Spenden zeugen laut Zahner davon, dass die Leute großes Vertrauen in die Einrichtung haben. Er bemühe sich stets um Transparenz bei der Umsetzung des Projektes. "Der Essenstreff wird immer bekannter und sehr wertgeschätzt", sagt er.

Warum die Menschen ausgerechnet 2016 besonders viel spendeten, kann er nicht genau erklären. Anna Faller (57), die Leiterin des Treffs, vermutet, dass die Flüchtlingsthematik mitgewirkt habe: "Die Leute haben mehr an die Menschen gedacht, die hier bei uns auf der Straße leben." Aufmerksamkeit bekam die Einrichtung auch durch den Brand des Gebäudes im April 2015.

Erfrieren soll auf Freiburger Straßen keiner

Dass der Essenstreff nun zusätzliche Angebote machen kann, freut Vereinsvorstand Zahner: "Das ist nur Dank der vielen Spenden möglich." Vor allem wohnungslosen Menschen helfe es sehr: "Für viele wäre es ohne Essen und nur mit Bier im Magen unerträglich. Mit einem guten Mittagessen sind sie gesundheitlich besser gestellt." Erfrieren soll in der kalten Jahreszeit auf Freiburger Straßen keiner.

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