Freiburger dreht Kurzfilm über die GroKo – als zerstrittenes Elternpaar

Gina Kutkat

GroKo oder NoGroKo? Der Freiburger Fionn Große, selber SPD-Mitglied, hat sich in einem Kurzfilm mit der Frage beschäftigt, wie es politisch in Deutschland weitergehen soll. Die Hauptrolle: Ein zerstrittenes Elternpaar.

"Mich fasziniert, wie viele Parallelen die Große Koalition mit zerstrittenen Eltern hat", sagt der Freiburger Reportagefotograf Fionn Große. Vergangenen Montag setzte er eine spontane Filmidee um – zwei Tage später ist sein Kurzfilm fertig geschnitten und im Internet zu sehen. Gutes Timing: Seit Dienstag dürfen SPD-Mitglieder über eine Neuauflage der Großen Koalition abstimmen.


Der sechsminütige Film zeigt ein junges Paar beim Streiten. "Du bist so oft zu spät und der Kleine heult sich dann bei mir aus", wirft die Mutter dem Vater vor. Das Paar trennt sich für ein paar Tage, dann raufen sie sich wieder zusammen: "Wir probieren es nochmal, der Verantwortung unseres Kindes wegen, und machen alles anders." Freunde raten dem Vater, dass er es mit ihr lassen solle, die Eltern möchten, dass sie wieder zusammenfinden. Das Ende: offen.

Große Koalition Februar 2018



Der Kurzfilm heißt "Große Koalition" und soll das Gefühl der Zerrissenheit widerspiegeln. "Klar ist, keinem fällt die Entscheidung leicht: GroKo oder NoGroKo?", sagt der 27-jährige Fionn Große. Ihm geht es nicht um ein abschließendes Urteil, sondern um einen anderen Blickwinkel. "Als politischer Bürger und mittlerweile auch SPD-Mitglied komme ich nicht an dem Thema vorbei", sagt Große. Seine persönliche Meinung als Privatperson möchte er jedoch strikt von seinem Film trennen. "Ich bin klar gegen die GroKo, da ich denke, dass die Vertrauensbasis nicht mehr geschaffen ist. Ich traue der Union nicht mehr über den Weg – uns verbindet einfach nichts mehr", sagt Große.

Mit elf Darstellern – einer davon FDP-Bundestagskandidat Adrian Hurrle – und weiteren Unterstützern hat Große den Film überwiegend im Stühlinger gedreht: Schauplätze sind unter anderem das Café Hermann, das Amara Schlemmerstüble und der Stühlinger Kirchplatz. Eine Szene wurde im Schlappen in der Innenstadt gedreht. Um Drehbuch, Kamera, Ton und Schnitt kümmerte sich Große alleine.
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