Freiburger Drahtesel

Anne

Die "Fahrradstadt Freiburg" trägt ihren Beinamen völlig zu Recht. In der badischen Velowelt gibt es alle nur erdenklichen Modelle: große, kleine, alte, neue, klapprige, quietschende, moderne und ausgefallene. Unsere BOGY-Praktikantin Anne Wallucks (16 Jahre, Rotteck-Gymnasium) hat eine Auswahl origineller Fahrräder zusammen gestellt und erzählt euch ihre eigenen, kleinen Geschichten.

Christian ist überzeugter Liegerad-Fahrer. Ein Freund hat ihm das rote Fahrrad in Pflege gegeben. Weil Christian sich so gut darum gekümmert hat, durfte er es schließlich behalten. Bequem sieht es ja aus, aber ist es nicht viel komplizierter, im Liegen zu fahren? Christian sagt: "Es ist so angenehm, dass ich gar nicht mehr daran denken würde, mir wieder ein gewöhnliches Fahrrad zu kaufen!"


Diese junge Dame zieht wohl einige Blicke auf sich, wenn sie durch die Stadt fährt. Nicht, weil sie über rote Ampeln radelt. Bekommen hat sie ihr erstes, großes Fahrrad 1992. Seitdem kann sie sich nicht mehr von ihrem pinken Drahtesel trennen und brachte ihn schon öfters zur Reparatur. Zur Farbe sagt sie: "Pink war damals wohl angesagt."

Beim Kauf ihres Fahrrads hat Helen eine seltsame Entdeckung gemacht. Sie traf bei dem Fahrradhändler auf ihr altes Rad, dass ihr vor knapp zwei Jahren geklaut wurde. Sie fragte jedoch nicht weiter nach und erstand ihr jetziges Velo. Bereuen tut sie es nicht. Es macht ihr Spaß damit zu fahren weil es ein "chilliles Rad" sei. Für Helen sind nicht nur der gelbe Anstrich und die roten Blümchen etwas besonderes, sondern auch ihr kleines Postfach unter dem Sattel. Dort findet sie regelmäßig Nachrichten.

Das schwarze Lieferrad vor dem Geschäft "Tee Peter" war früher das offizielle Ladenfahrrad. Es sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch noch praktisch. Die Ware lässt sich einfach in den Korb stellen, so dass die Mitarbeiter das Fahrrad weiterhin für den Laden nutzen. Anders als die extra aus Indien importierte Rikscha, die zu groß ist und deshalb im Keller stehen muss.

Das Fahrrad im Tigeranstrich war ein Geschenk von Sonja an ihre Schwester. Der Besitzerin war das angebrachte Quietschtier so wichtig, dass sie es anfangs wieder vom Lenker schraubte, damit es ihr niemand klauen konnte. Die Idee zum Anstrich hat nichts mit der Tigerente zu tun. Sonja sagt: "Meine Schwester mag ausgefallene Dinge. Zum Beispiel Tigermuster." Im Moment wird das Fahrrad selten genutzt. Sonja kommt aus Karlsruhe und ihre Schwester weilt für einige Zeit in Mexiko.