Freiburger DJ-Namenskunde: Michael Ellis

Marc Schätzle

Wie kommen DJs eigentlich zu ihrem Künstlernamen? Und wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym? In unserer Serie "DJ-Namenskunde" stellen wir bekannte DJs und Newcomer vor. Heute: Newcomer Michael Ellis.





Stell dich unseren Lesern doch bitte kurz vor.

Hi, ich heiße Nicolas, studiere in meiner Heimatstadt Freiburg Politikwissenschaft und bin 21 Jahre alt.

Wie ist dein DJ-Name entstanden?

"Michael Ellis" war zuerst gar nicht als DJ-Name gedacht. Als der Spitzname entstand war ich vom Platten auflegen noch weit entfernt. Das Ganze geht auf einen Sketch aus Monty Python's Flying Circus zurück, genauer gesagt  "Department Store & Buying an Ant". Die gesamte Folge über versuchen alle Beteiligten herauszufinden, wer denn bitte dieser Michael Ellis ist, dessen Namen mysteriöserweise andauernd fällt - ohne Erfolg. Der Mythos von Michael Ellis wurde dann im Freundeskreis zu einem Running-Gag, ständig lagen irgendwo Zettel rum ("Michael Ellis was here") oder Gerüchte machten die Runde, dass Michael Ellis am Abend mit in die Stadt komme (natürlich war er immer kurzfristig verhindert). Das trieben wir dann so weit, bis ich ein paar Tage lang am Kepler-Gymnasium als amerikanischer Austauschpartner namens "Michael Ellis" durchging, und spätestens seit dieser Aktion bekomme ich den Namen einfach nicht mehr weg.

Was für Musik spielst du?

Deep und Underground House. Melodie und Harmonie sind mir wichtig, mit hartem Tech-House oder Minimal kann ich einfach nichts anfangen. Jeder Track sollte einen ganz besonderen Charakter haben und das Publikum überraschen können.

Vinyl oder CD/digital?

Vinyl und Digital. Eines Tages hat sich mal ein schlauer Mensch hingesetzt und eine Technik entwickelt, durch die man mittels Schallplatten beliebige MP3-Dateien vom Computer steuern kann. Man muss sich also nicht mehr unbedingt die Schallplatte kaufen, wenn man ein bestimmtes Lied im klassischen Sinne "auflegen" will. Vieles aber habe ich nur auf Schallplatte, denn Computer-Bildschirme verleiten dazu, ständig darauf zu schauen - und auf Partys gibt es interessanteres zu sehen als eine visualisierte MP3-Datei. Ich für meinen Teil kann mich bei Schallplatten mehr auf die Musik und den Groove an sich konzentrieren, und das bringt die besten Ergebnisse.

Wo kaufst du deine Tracks?

Viele Platten habe ich aus dem Flight13 in Freiburg. Leider sind die relativ mager mit House und ähnlichem ausgestattet, doch wenn man sich die Zeit nimmt und einfach mal alles durchhört, was da ist, findet sich immer ein kleines Schmankerl. Den Rest gibt's dann bei Shops wie deejay oder decks.de. Ich würde gerne lokale Geschäfte mit dem Plattenkauf unterstützen, aber wenn es diese Geschäfte gar nicht mehr gibt...

Wo sieht man dich privat ausgehen?

Tageins im Waldsee, Pflichtprogramm und für mich DIE Veranstaltung in Freiburg schlechthin. Immer gute und enstpannte Stimmung, gemütliche Atmosphäre interessante DJs und seit neuestem wieder Würstchen! Das Waldsee ist quasi meine wöchentliche Dosis Inspiration. Tageins hat damals mein Interesse für Clubmusik geweckt, und so ist es auch mein Ziel, irgendwann dort aufzulegen. Weitere Adressen wären die Jackson Pollock Bar und hin und wieder das Kamikaze. Aufs Stinnes Areal oder ins Drifters habe ich es seltsamerweise bis jetzt noch nie geschafft.

Lieblingstracks:

   

Website / Kontakt /Demo:

   

Nächste Gigs:

Da ich erst seit einem knappen Jahr überhaupt weiß, wie man Platten auflegt, habe ich noch nirgends gespielt - bis jetzt. Am 23. Juni im Klub Kamikaze werde ich zum ersten Mal öffentlich auflegen, und das gleich einen ganzen Abend lang. Eintritt frei.  

Mehr dazu:


Bisher erschienen: DJs aus Freiburg (A-Z):