Freiburger DJ-Namenskunde (14)

Sophie Guggenberger

Warum heißen Freiburger DJs so, wie sie heißen? Wo kommen eigentlich die Pseudonyme der Freiburger DJs her? Sophie macht sich schlau für euch und fragt regelmäßig jeweils drei Plattenleger aus dem Breisgau, wie ihr DJ-Name entstanden ist – und was er zu bedeuten hat. Anlässlich der heutigen Konzert-Party im Waldsee gibt's ein Rebeat Funk Anniversary Special mit den DJs: Raw TS, Tobias Kirmayer und Wah Wah Anatol.

DJ Raw TS

In jungen Jahren mit dem „Turntablism-Virus“ (dafür stehen „T“ und „S“) infiziert, begann die Entdeckungsreise über HipHop, Breaks und Samples zum Soul. Damit war's dann nicht nur um die Finanzen, sondern auch um die Perspektive geschehen: ständiges Herumtreiben auf Flohmärkten, Plattenbörsen und -Läden, später dann auch auf den virtuellen Einkaufsmeilen.


Mit „Raw“ soll verdeutlicht werden, dass die Musik nicht von irgendwelchen Maschinen produziert worden ist, sondern roh komponiert, roh gespielt, roh aufgenommen wird und ja, roh aufgelegt wird! Während das Sammlerherz tief in den Jazz- und Blueskisten seine Sehnsucht zu stillen versucht, schlägt das DiscJockey-Herz im synkopierten Beat alter Funk- und Soulscheiben.

Richtiger Name: DJ Raw TS
Alter: 28
Herkunft: Offenburg
Style: 60ies/70ies, Funk/Soul
DJ seit: Mittlerweile über 6 Jahren
Locations: „Rebeat Funk Night“ (Freiburg), „Stadtmitte Club“ (Karlsruhe), „Lovelite“(Berlin), sowie Gigs in Österreich, Holland, der Schweiz, etc.
Label: Baked Beans RecordsNächste Projekte: New releases by Baked Beans, Tour mit BO BARAL & THE POETS OF RHYTHM, The Rebeat Anniversary.
Web: BakedBeansMusic

DJ Tobias Kirmayer

Wie schon DJ Thelonious Fonk erwähnt hat, gibt es in der Funk- & Soul-Szene eine Menge DiscJokeys, die mit ihrem richtigen Namen auftreten. Das ist aber an sich auch Programm: d.h. kein Schnick-Schnack, garantiert rohes Funk, Soul & Boogaloo Musik aus den goldenen Jahren 1966-1972. Da ich auch „moderne“ Bands produziere, die aber einen echten Groove kultivieren und wunderschön analog aufnehmen, lege ich also auch gegenwärtige Bands auf.

Wie kam ich zum Funk? Dafür sind hauptsächlich zwei Leute verantwortlich: Die wichtigste Person ist mein Bruder Florian. Er hörte Funk & Soul andauernd und ich versank in diesen Klängen. Der zweite war Fritz Enger. Er hatte eine Radio-Show namens „Black Friday“ die auf Bayern 3 lief. Er spielte meistens Standard Funk & Soul-Tunes, aber auch viel sogenannte „Rare Groove“-Musik. Mein Bruder und Fritz sowie unzählige DJ´s zeigten mir, wie echter, guter Funk klingen muss.

Richtiger Name: Tobias Kirmayer
Alter: 34
Herkunft: München
Style: Raw Funk, Funkful Soul, Boogaloo
DJ seit: ...einer Ewigkeit
Locations: Resident der monatlichen „Soul Popcorn Night“ in München. Außerdem Auftritte in der Schweiz, Österreich, London & Australien.
Nächste Projekte: Ich betreibe “TRAMP RECORDS” und kann mittlerweile auf mehr als 25 Releases & Reissues zurückschaun. Meine letzte Compilation „Movements 2“ verkauft sich derzeit ordentlich gut. Nach Freiburg bringe ich heute Abend auch noch nie zuvor veröffentlichte Funk & Soul Platten!
Nexter Gig: „The Rebeat Funk Anniversary Part 2“, Freitag, 27. Oktober 2006 ab 23.00 Uhr, Freiburg/Waldsee
Web: Tramp Records

DJ Wah Wah Anatol

Vorweg: Schön, dass Freiburg neben der gängigen Clubkultur auch ein Forum der Kreativität für Studenten ist. So kann auch ich meine Leidenschaft für Musik mit einer Öffentlichkeit teilen, ohne dabei eine professionelle Laufbahn einschlagen zu müssen. So sehe ich mich. Engagiert in der Subkultur Freiburgs, ohne den Drang auf Profit, Trend und Karriere.

Mein Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Das im Funk unverzichtbare „Wah Wah“, ein Effektpedal für Gitarren, welches unter anderem Jimmy Hendrix in seinem funklastigen Rock perfekt beherrschte, und meinem zweiten Vornamen, „Anatol“, zu Griechisch übersetzt „Sonnenaufgang“ mit der namenkundlichen Bedeutung: „der aus dem Morgenland stammende“. Stimmt auch. Und als Sohn einer Ägypterin wird man bei dem, was bei mir auf die Plattenteller kommt, stets meine Leidenschaft für orientalische und afrikanische Einflüsse in der Musik hören können. Den Weg zum Funk fand ich, wie so manch anderer meiner Generation, über den HipHop der 90er Jahre. Für mich ist der Funk zum grundlegenden Baustein heutiger Clubmusik geworden, er ist in Elementen fast jeder Musikrichtung zu finden. Es birgt eine gewisse Faszination, längst verschollene und verstaubte Schallplatten auf Flohmärkten und Börsen der Welt auszugraben, diese dem Publikum zu präsentieren und dabei zu erkennen, dass die Musik dem Ohr unserer Zeit dennoch vertraut ist.

Richtiger Name: Marc Anatol Haering
Alter: 1980
Herkunft: Freiburg
Beruf: Hydrologe
Style: Funk, Soul, HipHop-Jazzy
DJ seit: 5 Jahren
Locations: Ruefetto, Waldsee, Jackson Pollock Bar, aber am liebsten auf der Strasse, im Garten oder auf dem Campingplatz ;)
Events: RebeatFunkNight, Fruitroll, Alarm, RightOn!
Web: RebeatFunkClub