Nach der Sanierung

Freiburger benutzen neue Fischtreppe in der Dreisam zum Planschen

Fabian Vögtle

Die 1,5 Millionen teure Riesenrampe soll Fischen die Dreisam hochhelfen. Doch auch die Freiburger haben den Ort für sich entdeckt – so lange es nicht zu viele sind, ist das kein Problem.

Freiburgs neue Fischtreppe zieht nicht nur Fische an. Dort, wo zuletzt das marode Schwabentorwehr war, laden neuerdings 21 Becken zum baden ein. In den vergangenen Sommertagen kühlten sich Dutzende Menschen zwischen der Greiffeneggbrücke und der Dreisamschaukel im und am Fluss.


Ein neuer Pool mitten in der Stadt

"Das Wasser rückt so ganz nah an die Stadt", freut sich Wibke Oberwittler über den neu geschaffenen Ort. Zusammen mit ihrer Freundin Caroline Walter sitzt sie am Montag auf einem Stein im Fluss. Die beiden Freiburgerinnen verbringen gerade die Semesterferien in der Heimat und genießen den idyllischen Blick die Dreisam hinab. Früher sind sie eher flussaufwärts geradelt, um am Sandfangweg zu chillen, genauso wie Mark Belz. Der 30-Jährige sonnt sich nun in Badehose und mit einem Buch in der Hand lieber am Rand der Riesenrampe. "Das ist echt super gemacht hier", schwärmt der Unternehmer. Schon am Wochenende hat er hier seine Freizeit verbracht. "Jung und Alt, alle fühlen sich wohl", sagt er. Er weiß zwar, dass die Becken vor allem den Fischen dienen sollen. Aber ein paar größere Steine zum hocken und am Ufer mehr Bänke – das fände er toll.

"Das ist der neue Pool der Stadt", ruft ein anderer Mann übers Wasser. Wird das für knapp 1,5 Millionen Euro sanierte Wehr nun im Sommer zu Freiburgs neuem Hotspot und was heißt das dann für die Fische? "Wenn es sich in Grenzen hält, ist das ok", sagt Franz Bühler vom Garten- und Tiefbauamt. Als Vorsitzender des Angelsportvereins Freiburg schaut Bühler gleich in doppelter Mission ganz genau hin, wie die fischdurchlässige Rampe angenommen wird – von Tieren und Menschen.

So lange nicht zu viele Menschen dort planschen, ist das Planschen kein Problem

Er hat schon damit gerechnet, dass Leute dort reinspringen – wie bereits im vor einigen Jahren renaturierten Bereich der Kartauswiesen. "Das bietet sich geradezu an und lässt sich ja kaum vermeiden", sagt er. Solange nicht 100 Menschen oder mehr dort sitzen und ihren Müll hinterlassen, sehe er kein Problem – zumal der Sommer irgendwann auch vorbei und derzeit keine Laichzeit sei.

Die viel größere Herausforderung, von der auch die neue Rampe betroffen wäre, so Bühler, ist Niedrigwasser. Für das nicht unumstrittene Bauprojekt, für das die Stadt eine Million Ökopunkte sammelte, waren in den vergangenen Monaten Bagger im Einsatz, um die Granitblöcke ins Wasser zu senken.

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