fudder-Interview

Freiburg trägt Samstag die erste Deutsche Meisterschaft im Spikeball aus

Christian Engel

"Black Forest Monkyes" heißt der erste Freiburger Spikeballverein. Das Spiel, das sich um ein trampolinartiges Netz dreht, findet immer mehr Anhänger. Am Samstag wird in Freiburg die erste Deutsche Meisterschaft ausgetragen. Ein Interview.

Die erste deutsche Roundnet -Meisterschaft findet am Samstag in Freiburg beim PTSV Jahn statt. Die Sportart dürften viele unter dem Namen "Spikeball" kennen. Die Black Forest Monkeys, die sich vergangenes Jahr als erster Freiburger Roundnet-Verein gegründet haben, tragen das Turnier aus. Mit ihrem Vorstand, Timo Schaffitzel, unterhielt sich Christian Engel über Träume, Hypes und die Elite des Sports.

Info: "Spikeball" ist nur der bekannteste Hersteller von Roundnet-Equipment, sozusagen das "Tempo" unter den Taschentüchern.

Sie und Ihr junger Verein, die Black Forest Monkeys, tragen am Samstag die erste offizielle deutsche Roundnet-Meisterschaft in Freiburg aus: Können Sie noch ruhig schlafen?

Schaffitzel: Natürlich. Aber klar ist auch: Die Aufregung nimmt zu. Wir haben in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert in die Vorbereitung des Turniers, da wollen wir natürlich auch, dass am Ende alles klappt. Das Wetter ist schon mal ein Traum.

Und wie können wir uns Ihren persönlichen Traum vorstellen? Wie Sie am Samstagabend den Siegerpokal in den konfettiverhangenen Himmel recken, sich als erster deutscher Meister in der Geschichte des Roundnets von tausenden Fans durch die KaJo tragen lassen?

Schaffitzel: Haha, die Vorstellung hat was. Viele Fans wären toll, an 1000 glaube ich aber noch nicht ganz. Und deutscher Meister werden? Auch das wäre fantastisch. Aber ich bin realistisch: In meinen bisherigen Turnieren konnten mein Spielpartner und ich immer gut mithalten, kamen ab und zu auch recht weit. Zur deutschen Meisterschaft am Samstag reisen allerdings die besten Teams des Landes an, da fehlt uns doch noch einiges zur Spitze.

Wer sind denn so die Besten des Landes?

Schaffitzel: Die besten und meisten Teams kommen aus Köln. Dort hat sich vor rund drei Jahren der erste Roundnet-Verein Deutschlands gegründet – die machen da sehr gute Arbeit und haben natürlich auch einen Vorsprung gegenüber anderen Vereinen, die noch deutlich jünger sind. Sportstudenten aus Köln haben Anfang des Jahres den Roundnet Germany ins Leben gerufen, so etwas wie unser Dachverband. Er organisiert Turniere, verleiht dem Sport mehr Struktur.
Die Spielidee von Roundnet

Ein Team, bestehend aus zwei Spielern, schlägt einen gelben, grapefruitgroßen Gummiball auf ein am Boden stehendes, trampolinähnliches Netz, am besten so, dass der Gegner den Ball nicht erreichen kann oder ihm ein Fehler unterläuft. Den Ball darf jedes Team maximal dreimal pro Angriff berühren, alle Körperteile sind erlaubt, üblicherweise nutzen die Spieler ihre Handflächen. Wer 21 Punkte hat (und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung), gewinnt den Satz. Bei der deutschen Meisterschaft geht es über zwei Gewinnsätze.

Kritiker behaupten, Roundnet sei kein richtiger Sport.

Schaffitzel: Dann sollen die erst mal ans Netz gehen und spielen, ein Training lang hin und her rennen und schwitzen – Roundnet ist Sport!

… ein Sport, der vor wenigen Jahren aus den USA nach Deutschland schwappte und hierzulande einen Hype auslöste.

Schaffitzel: … ein Sport, der aber mehr ist als nur ein Hype. Mittlerweile kommen bundesweit stetig neue Vereine dazu, immer mehr Menschen kaufen sich Netze, treffen sich in Parks und zocken gemeinsam. Das Schöne am Roundnet ist doch, dass man lediglich ein Netz und einen Ball braucht, zudem einen Mitspieler und zwei Gegner, und einen geeigneten Platz: eine Wiese, einen Parkplatz, ein paar Quadratmeter Strand. Super unkompliziert!

Super unkompliziert schien auch die Vergabe der ersten deutschen Meisterschaft nach Freiburg gewesen zu sein. Der Gründer von Roundnet Germany, Nils-Oliver Grimm, sagte mir, die Entscheidung für Freiburg sei schnell gefallen.

Schaffitzel: Wir hatten sowieso mal vorgehabt, ein großes Turnier zu veranstalten, da kam die Ausschreibung von Roundnet Germany Anfang des Jahres gerade zum richtigen Zeitpunkt. Wir fragten uns kurz, ob wir so ein Event stemmen können – und gelangten schnell zum Entschluss: Ja, wir kriegen das hin. Am Ende waren wir froh, die Zusage erhalten zu haben.

Verlief die Planung und Umsetzung dann so leicht, wie Sie es sich vorgestellt hatten?

Schaffitzel: Der ganze Verein hat mitgeholfen, wir haben die Arbeit auf viele Schultern verteilt. Am schwierigsten war die Platzsuche – wir waren glücklich, als uns der PTSV Jahn sein Gelände anbot.

Am Samstag dann also das große Turnier: An 20 Netzen wird die Gruppenphase ausgespielt, anschließend folgt die K.O.-Phase, am Nachmittag das Finale. Was ist Ihnen wichtiger: dass das Turnier gut verläuft oder dass das Turnier für Sie gut verläuft?

Schaffitzel: Dass das Turnier gut läuft. Obwohl… knifflige Frage: Jetzt sprechen unterschiedliche Persönlichkeiten in mir. Wenn ich in der Vorrunde ausscheiden sollte, wäre es schon sehr ärgerlich – und ich wäre super enttäuscht. Aber das könnte ich noch am ehesten verkraften, wenn die anderen mit dem Turnier zufrieden sind.
Zur Person: Timo Schaffitzel wuchs in Karlsruhe auf, spielte dort unter anderem Handball und Squash, schwamm und ruderte. In Freiburg studiert er Mathe und Geografie auf Lehramt, den Bachelor hat der 27-Jährige in der Tasche, im Herbst geht's mit dem Master weiter. Ende 2016 lernte er Roundnet kennen, anderthalb Jahre später gründete er den ersten Freiburger Roundnetverein, die Black Forest Monkeys. 20 Mitglieder hat der Verein mittlerweile.

  • Was: Deutsche Meisterschaft im Spike
  • Wann: Samstag, 31. August, Start ist um 9 Uhr mit der Gruppenphase, die K.O.-Spiele beginnen um 14 Uhr, das Finale wird gegen 17 Uhr ausgespielt.
  • Wo: Gelände des PTSV Jahn , Schwarzwaldstraße 187-189
  • Eintritt: frei