Freiburg-Pass: "Viel Verpackung, wenig Inhalt"

Barbara Paul

Der Gemeinderat bemüht sich darum, Menschen mit geringem Einkommen finanziell zu begünstigen. Der für Februar geplante "Freiburg-Pass" soll es ärmeren Bürgern ermöglichen, verbilligt an Veranstaltungen des kulturellen und sozialen Lebens teilzunehmen. "Viel Verpackung, wenig Inhalt", urteilt Irene Vogel von den Unabhängigen Listen.



Wem das Geld gerade so zum Überleben reicht, muss bei der Freizeitgestaltung sparen. Denn Theater- und Museumsbesuche, die Karte fürs SC–Spiel oder ein Yogakurs an der Volkshochschule sind für Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose und Asylbewerber meist unerschwinglich.


Die Politiker im Rathaus bemühen sich nun, dies zu ändern -  mit dem Freiburg-Pass. Von Februar an können die Betroffenen kostenlos alle städtischen Museen besuchen und erhalten in vielen öffentlichen Einrichtungen Rabatt. An der Volkshochschule gibt es auf alle Kurse 40% Erlass, auch der SC  und der USC beteiligen sich mit verbilligten Stehplatzkarten an der Aktion. Zu erhalten ist der Freiburg-Pass in der Arbeitsagentur und im Sozialamt.



Die Initiative für den Freiburg–Pass, der am Dienstag einstimmig im Gemeinderat beschlossen wurde, ging von den Unanhängigen Listen aus. Schon vor drei Jahren wurde dazu der „Runde Tisch zu den Auswirkungen der Hartz–Gesetze“ gebildet, an dem über 20 Freiburger soziale Organisationen mitarbeiten.

„Uns war sofort klar, dass man sich mit HartzIV gar nichts mehr leisten kann", so Irene Vogel von den Unabhängigen Listen. „Es darf nicht sein, dass nur, weil jemand kein Geld hat, er nicht mehr am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen kann.“

Für Vogel ist der Freiburg-Pass dennoch „ziemlich viel Verpackung und wenig Inhalt“. Sie hätten gerne noch mehr Firmen und Unternehmen mit ins Boot geholt, Fitnesscenter und Kaufhäuser. Auch Ermäßigungen in Schwimmbädern und Sportvereinen hätte sie erwirken wollen. „Aber das geht dann wieder in Zeiten von städtischen Kürzungen nicht."

In einem halben Jahr soll die Resonanz des Freiburg-Passes überprüft werden. Auch, um sicher zu gehen, dass alle Bedürftige von den Vergünstigungen erfahren haben, zum Beispiel auch Migrantinnen und Migranten.

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