Freiburg-Marathon: Warum durfte Dopingsünderin starten?

Michael Dörfler

Aufregung um die Zweitplatzierte des Freiburger Marathons, Ann-Katrin Hellstern: Als Radsportlerin ist sie wegen Dopings zwei Jahre gesperrt. War ihre Teilnahme korrekt?



Darf sie laufen, darf sie nicht? Läuferkreise in Freiburg zeigen sich entsetzt darüber, dass Ann-Katrin Hellstern, letztjährige Siegerin des Freiburg-Marathons und am Sonntag Zweite über die 42,195 Kilometer, derzeit wegen Dopings gesperrt ist – und trotzdem laufen durfte. Gesperrt ist sie nicht als Läuferin, sondern als Radsportlerin. Der Marathon gilt als Breitensportveranstaltung.


Seit dem 10. September vergangenen Jahres weiß die selbsternannte Freiburger "Ausdauersportlerin aus Leidenschaft", dass sie gesperrt ist. In einem Brief teilte ihr die in Bonn ansässige Nationale-Anti-Doping-Agentur (Nada) damals mit, dass in einer Probe, die im August 2015 im Rahmen des Radrennens "Trans Schwarzwald" in Schonach angeordnet worden war, das Mittel Modafinil nachgewiesen werden konnte. Modafinil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Stimulantien, der die Wachheit fördert. Das Medikament kann, weil es wach hält, als Smart Drug, Dopingmittel und Partydroge missbraucht werden. Für zwei Jahre wurde Hellstern daraufhin von der Nada aus dem Verkehr gezogen.

Schiedsgericht: Nichts gegen Teilnahme einzuwenden

"Ich habe davon ein paar Tage vor dem Marathon erfahren", sagt Gernot Weigl, der Geschäftsführer der veranstaltenden Sportmarketing GmbH mit Hauptsitz in München. Er habe sich daraufhin mit Hellstern in Verbindung gesetzt, die ihm den Sachverhalt auch bestätigt habe. Auch die Nada habe er kontaktiert, sagt Weigl. Schriftlich habe ihm das Oberste Schiedsgericht der Nada daraufhin bestätigt, dass gegen einen Start von Hellstern in Freiburg nichts einzuwenden sei.

Grund: Der Freiburger Marathon ist ein Breitensport-Event, der nicht nach den Regeln des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DSV) veranstaltet wird, sondern ein privatrechtliches Konstrukt ist. Zudem werden keine Sieg- oder Antrittsprämien bezahlt. Der Veranstalter ist also völlig frei, wen er an den Start gehen lässt. "Weshalb also", fragt sich Weigl, "hätte ich Frau Hellstern verbieten sollen, am Sonntag an den Start zu gehen?"

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[Foto: Patrick Seeger]